Mehr als 90 % der Unternehmen haben durch die Implementierung eines E-Commerce-ERP erhebliche Verbesserungen ihrer Geschäftsprozesse festgestellt. Dennoch nutzen nur 35 % der bedeutenden E-Commerce-Unternehmen in Europa ein ERP.
Mit dem Wachstum von E-Commerce-Unternehmen werden deren Abläufe meist komplexer – Lagerbestände werden in mehreren Lagern gehalten, Verkäufe über verschiedene Kanäle getätigt und Sendungen von mehreren Herstellern verschickt.
Wenn Sie Ihre Geschäftsprozesse nicht an das Tempo Ihres Unternehmenswachstums anpassen, können sich schnell Fehler einschleichen. Dies könnte dem Ruf Ihrer E-Commerce-Marke erheblich schaden und all die harte Arbeit zum Ausbau Ihres Geschäfts zunichtemachen.
Genau hier kommt ein E-Commerce-ERP ins Spiel.
In diesem Leitfaden erläutern wir, was genau ein E-Commerce-ERP ist, und zeigen Ihnen Strategien, wie Sie ein ERP implementieren können, um Ihre Geschäftsprozesse zu verbessern, Fulfillment-Fehler zu reduzieren und Ihr Unternehmen zu stärken.
Was bedeutet ERP?
ERP steht für Enterprise Resource Planning (Unternehmensressourcenplanung). ERP integriert alle Ihre Geschäftsprozesse und Ressourcen an einem Ort, damit sie zentral verwaltet werden können.
Oracle, einer der größten Anbieter von ERP-Software weltweit, sagt dazu:
Enterprise Resource Planning (ERP) bezeichnet eine Art von SAAS-Software, die Organisationen nutzen, um alltägliche Geschäftsaktivitäten wie Buchhaltung, Beschaffung, Projektmanagement, Risikomanagement und Compliance sowie Betriebsabläufe in der Lieferkette zu steuern.
Eine vollständige ERP-Suite umfasst außerdem Software für das Enterprise Performance Management, die bei der Planung, Budgetierung, Prognose und Berichterstattung über die Finanzergebnisse einer Organisation unterstützt.
Quelle: Oracle
SAA-Software für ERP ist also ein Werkzeug, das alle Werkzeuge und Ressourcen in Ihrem Unternehmen miteinander verknüpft. ERPs finden Sie jedoch nicht nur in E-Commerce-Unternehmen. Die Baubranche ist weltweit der größte Nutzer von ERP-Software. Aber ERPs für E-Commerce-Unternehmen benötigen spezielle Funktionen – und genau darum geht es hier.
Was ist ein E-Commerce-ERP?
E-Commerce-ERP-Software ist speziell für die E-Commerce-Branche konzipiert, um alle E-Commerce-Prozesse miteinander zu verbinden:
- Bestandsmanagement-Software
- Lagerverwaltungssysteme
- Kundenbeziehungsmanagement-Systeme (CRM)
- Bestellverwaltungssysteme
- Sendungsverfolgungs-Systeme
Mit einem ERP können Sie alle Geschäftsprozesse an einem Ort einsehen und steuern. Gleichzeitig stellen Sie damit sicher, dass alle Systeme miteinander verbunden sind und auf dem neuesten Stand bleiben.
Hier ein Beispiel für einen typischen E-Commerce-Ablauf:
- Kund:innen besuchen Ihre E-Commerce-Webseite, Ihren Onlineshop oder einen Marktplatz und geben eine Bestellung auf.
- Bei der Bearbeitung der Bestellung wird der Lagerbestand im Warenhaus reduziert.
- Das Lagerverwaltungssystem muss aktualisiert werden.
- Die Bestände in Ihrem Online-Shop müssen ebenfalls aktualisiert werden.
- Eine Sendungsnummer muss erstellt und Versandetiketten müssen gedruckt werden.
- Das Lagerpersonal wird informiert und kann die Bestellung kommissionieren und verpacken.
- Das Finanzmanagementsystem muss aktualisiert werden, um den Gewinn zu verbuchen.
- Das Kundenprofil muss aktualisiert werden, damit das Marketingteam später Kontakt aufnehmen kann.
- Die Lagerleitung muss wissen, wie viele Bestellungen das Unternehmen erhält, um die benötigte Personalstärke im Lager für Schlüsselmomente im Jahr zu planen.

Ein ERP-System ermöglicht es all diesen Systemen, miteinander zu kommunizieren, um sicherzustellen, dass Ihr Unternehmen einen genauen, globalen Überblick darüber hat, was mit allen Ressourcen des Unternehmens geschieht.
Als ich im E-Commerce anfing, war ein ERP-System völlig überflüssig, da ich meinen gesamten Lagerbestand an Amazon FBA ausgelagert hatte und alle Shopify-Bestellungen manuell abwickelte. Doch mit dem Wachstum des Unternehmens und den sich ändernden Anforderungen wurde es immer wichtiger, meine Systeme zu optimieren und richtig zu integrieren.
Was sind die Vor- und Nachteile eines E-Commerce-ERP-Systems?
Ein ERP-System hat das Potenzial, nahezu alle Prozesse in Ihrem Unternehmen zu verbessern, indem es sie zentral in einem System zusammenführt.
Allerdings ist es nicht so einfach, ein ERP-System einzuführen und dann sind plötzlich alle Geschäftsprobleme wie von Zauberhand gelöst. ERP-Systeme bieten sowohl Vorteile als auch Nachteile.
Vorteile
Zeitersparnis und Produktivitätssteigerung
Wenn Sie alle Ihre Systeme an einem Ort haben, sparen Sie und Ihre Mitarbeiter Zeit, da Sie sich nicht in verschiedene Systeme einloggen müssen. Sie können alle Berichte und Datensätze sehen und behalten durch das Dashboard den gesamten Überblick über Ihr Unternehmen.
Ein weiterer Vorteil, alle benötigten Prozesse und Daten an einem Ort zu haben, ist, dass Sie möglicherweise weniger Personal für die Verwaltung der einzelnen Prozesse benötigen. Sie können Abläufe optimieren und manuelle Aufgaben reduzieren, indem Sie viele Aufgaben automatisieren.
Gesenkte Kosten
Die beiden größten Kostenfaktoren für ein E-Commerce-Unternehmen sind in der Regel Lagerbestand und Betrieb. Mit einem ERP-System können Sie Ihre Lagerbestände optimal steuern, sodass Sie weder überlagern noch ausverkauft sind – beides kann Sie Geld kosten.
Da das ERP-System mit Ihren anderen Systemen verbunden ist, können sowohl Ihre Mitarbeiter als auch Ihre Kunden genaue Lagerbestände sehen, wodurch Rückerstattungen reduziert werden. Sie können auch vorhersagen, wo der Lagerbestand gelagert werden sollte, was die Versand- und Lagerkosten senken kann.
Umsatzsteigerung
Da Ihr Bestandsmanagement-System mit Ihrem Frontend und Ihrem CRM verknüpft ist, können Sie Ihren Kunden genaue Lagerbestände zeigen und sie gezielt mit für sie relevanten Produkten ansprechen. Indem Sie Ihren Kunden ein ausgezeichnetes Erlebnis bieten, werden Sie eher weiterempfohlen und Ihr Ruf wird wachsen.
Reduzierung menschlicher Fehler
Menschen machen Fehler – bei manuellen Prozessen besteht selbst in den effizientesten Unternehmen eine hohe Fehlerwahrscheinlichkeit. Durch die Integration von Automatisierungen und APIs in Ihrem ERP-System können Sie diese menschlichen Fehler reduzieren und so das Unternehmen genauer und rentabler führen.
Integrierter Versand
Wenn Ihr ERP-System mit einem Versanddienstleister wie UPS oder FedEx integriert werden kann, können Ihre Kunden eine Versandoption wählen, die am besten zu ihnen passt. Die besten ERP-Systeme erstellen automatisch Versandetiketten für die Produkte, was menschliche Fehler reduziert und die Abläufe beschleunigt.
Nachteile
Preis
ERP-Systeme können teuer sein und 2–5 % des Umsatzes kosten! Stellen Sie sicher, dass das von Ihnen geprüfte ERP-System in Ihr Budget passt. Manche ERP-Systeme für wachsende Unternehmen haben Preiskategorien, die mit zunehmendem Wachstum steigen. Diese Skalierbarkeit kann für junge Unternehmen mit engem Budget eine gute Option sein.
Implementierungszeit
ERP-Systeme sind komplexe Softwarelösungen und betreffen jeden Bereich eines Unternehmens. Wenn Ihr Unternehmen groß ist und viele verschiedene Prozesse hat, kann die Implementierung 6–12 Monate dauern. Das ist für die meisten Unternehmen eine lange Zeit – stellen Sie also sicher, dass dies zu Ihrer E-Commerce-Strategie passt.
Schulungsaufwand
Auch wenn die meisten ERP-Systeme einfach zu bedienen sind, gibt es dennoch eine Wissenslücke, die Ihr Personal überwinden muss. Die besten ERP-Systeme beinhalten Schulungen als Teil des Pakets, was ein großer Vorteil ist, wenn Sie ein größeres Team haben.
Was sind die wichtigsten Funktionen eines E-Commerce-ERP-Systems?
Laut einem Bericht von Hubspot wird eine gute ERP-Lösung viele der kundenorientierten Funktionen Ihres Unternehmens automatisieren, wie zum Beispiel die Lagerbestandsverwaltung und die Erstellung von Versandetiketten, um diese effizienter und genauer zu gestalten. Sie stellt dem Geschäftsinhaber außerdem Berichte und Einblicke zur Verfügung, die helfen, das Geschäft effizienter zu gestalten und Geld zu sparen.
Die besten ERP-Systeme integrieren außerdem Ihre HR-, Buchhaltungs- und Lieferkettenprozesse, um Ihnen das Management der Back-End-Aufgaben zu erleichtern.
Schauen wir uns einige der wichtigsten Funktionen an, die bei der Auswahl einer ERP-Plattform zu beachten sind.
ERP-Integrationen
Die Hauptfunktion eines ERP ist es, alle Systeme zu integrieren, die Sie für die Verwaltung Ihres Online-E-Commerce-Geschäfts nutzen. Wenn Sie Ihr Unternehmen gründen, lassen sich all diese Prozesse zunächst noch einfach mit Tabellenkalkulationen und manuellen Prozessen und Workflows steuern. Sobald Ihr Unternehmen jedoch wächst, werden diese einzelnen Prozesse sehr schwer zu verwalten.
Für Unternehmen auf Enterprise-Ebene, die bereits mehrere Fulfillment-Systeme im Einsatz haben, werden die Integrationsfunktionen eines ERP noch wichtiger.
Größere Unternehmen haben oft mehrere Abteilungen mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen und KPIs, und ein ERP kann Ihnen eine Management-Sicht auf alles geben, was im Unternehmen passiert.
Wenn Ihr ERP beispielsweise mit Ihrer Enterprise-Inventarverwaltung, Ihren Finanzlösungen und Lagerverwaltungssystemen integriert ist, können Sie nützliche Berichte über die Rentabilität der verfügbaren Bestände erhalten, was Ihnen Einblicke in die Bestandsprognose gibt.
Welche Integrationen sollte ein ERP haben?
Wie im nächsten Abschnitt erläutert, können Sie ein ERP entweder direkt nutzen oder es mithilfe der APIs Ihrer aktuellen Drittanbieter-Apps integrieren.
Die meisten ERPs werden eine Mischung aus beiden Ansätzen benötigen – sowohl aus sofort verfügbaren Funktionen als auch aus Drittanbieter-APIs. Das liegt daran, dass viele E-Commerce-Unternehmen weitere Verkaufskanäle wie Amazon oder Etsy nutzen, die sich natürlich nicht einfach im ERP abbilden lassen.
Falls Sie das ERP hauptsächlich zum Verbinden von Drittanbieter-Apps verwenden möchten, ist es wichtig, dass Sie zumindest Integrationen, bzw. die Möglichkeit dazu, für die folgenden Bereiche haben:
- E-Commerce-Plattformen: Wenn Sie Verkäufe bei Amazon, Etsy oder in Ihrem eigenen Shopify-Shop abwickeln, sollten Sie diese mit Ihrem ERP verbinden können.
- Bestandsmanagement: Ein Überblick über den Lagerbestand ist essentiell für Prognosen.
- Lagerverwaltung: Dies ist häufig mit Ihrem Bestandsmanagementsystem verknüpft.
- Versanddienstleister: Es ist ideal, wenn Sie Versandetiketten automatisch erstellen können. UPS, FedEx und Royal Mail (im Vereinigten Königreich) bieten alle gute ERP-Integrationen.
- Drittanbieter-Logistik (3PL): Wenn Ihr ERP mit der Software Ihres 3PL-Lagers verbunden werden kann, lassen sich Lager- und Bestandsprozesse zentral über das ERP steuern.
- Buchhaltung und Finanzen: Die meisten ERPs bieten zumindest Schnittstellen zu Xero, Quickbooks und anderen Buchhaltungssoftwares.
- Point of Sale (POS) und Zahlungen: Zahlungsanbieter wie Stripe, Square und PayPal bieten Bestell- und Zahlungsintegrationen für die meisten ERPs an.
- Auftragsverwaltung: Ist Ihr ERP an Ihr Auftragsmanagementsystem angebunden, kann Ihr Kundenservice-Team Kundendaten zentral einsehen.
- CRM: Wie beim Kundenserviceteam möchte auch Ihr Marketing-Team die Zielgruppen für ihre Marketingmaßnahmen weiterhin segmentieren können.
Integrierte Funktionen vs. Integrationen
Manche ERP-Systeme bieten Integrationen zu anderer Software an, die Sie bereits nutzen.
Für kleine Unternehmen, deren Software-Landschaft sich organisch aus einfachen Tools (wie Buchhaltungssoftware) entwickelt hat, ist es sinnvoll, ein ERP auszuwählen, das mit der existierenden Software integrierbar ist.
Für Unternehmen auf Enterprise-Niveau, die alles reibungslos an einem Ort benötigen, ergibt es mehr Sinn, ein ERP zu wählen, das Funktionen wie Buchhaltung, CRM, Bestandsmanagement usw. direkt integriert anbietet.
Manche Tools, wie zum Beispiel Veeqo, eignen sich für wachsende kleine Unternehmen. Obwohl diese Software auf Versandprozesse fokussiert ist, bietet sie viele Funktionen für Unternehmen, die noch nicht bereit sind, in ein vollwertiges ERP wie Sage, Oracle oder SAP zu investieren.
Solche Tools bieten zahlreiche Integrationen mit Marktplätzen wie Amazon und Etsy sowie mit E-Commerce-Software wie Shopify und eignen sich daher ideal für wachsende Unternehmen.

Berichtswesen und Analyse
Die besten ERP-Tools ermöglichen es Geschäftsinhabern und E-Commerce-Manager:innen, detaillierte Berichte zu erstellen. Diese Echtzeitberichte helfen Ihnen, Ihre E-Commerce-Umsätze zu überwachen und zu steuern. Außerdem können Sie so Probleme identifizieren, Entscheidungen treffen und Geschäftsprozesse verbessern.
Wenn Sie entscheiden, welches ERP-System Sie verwenden möchten, sollten Sie sich unbedingt die Funktionen für Berichtswesen und Datenanalyse anschauen, da unterschiedliche E-Commerce-Unternehmen auch unterschiedliche Anforderungen haben. Jedes ERP-System bietet ein etwas anderes Dashboard für die Analyse, sodass Sie eines wählen sollten, das am besten zu Ihren Anforderungen passt.
Einer der größten Vorteile beim Berichtswesen mit ERP-Software ist, dass in der Regel Echtzeitdaten genutzt werden, sodass Manager schnell Entscheidungen treffen können.

Produktinformationsmanagement (PIM)
Die zentrale Verwaltung der Produktkatalog-Informationen ist einer der größten Vorteile eines ERP-Systems. In modernen Omnichannel-E-Commerce-Unternehmen werden Verkäufe häufig über Shops, im eigenen Webshop, auf Marktplätzen und über weitere Vertriebskanäle getätigt.
Für E-Commerce-Manager:innen ist es entscheidend, Preise und Produktinformationen einfach zentral steuern zu können und diese bei Bedarf an verschiedenen Standorten zu aktualisieren.
Ein zentral gesteuertes Produktinformationsmanagement ist zudem eng mit dem Berichtswesen verknüpft. Wenn Sie Produkte an verschiedenen Standorten haben, müssen Sie die Möglichkeit haben, über die Performance des jeweiligen Bestandsstandorts zu berichten. Das ist wichtig, denn wenn Sie Preisänderungen vornehmen oder mehr Bestand an einen bestimmten Standort senden wollen, müssen Sie nachvollziehen können, ob Ihre Veränderungen fruchten.
Buchhaltung und Finanzen
Die meisten ERP-Systeme verfügen über eingebaute Buchhaltungs- und Finanzfunktionen, mit denen Sie die finanzielle Gesundheit Ihres Unternehmens jederzeit im Blick behalten können.
Das Finanzteam kann die Software als zentrales Arbeitswerkzeug nutzen, denn sie umfasst Funktionen wie Debitorenbuchhaltung, Kreditorenbuchhaltung, Hauptbuch, Geschäftsrechnungen, Bankenkontointegrationen sowie alle Prognose- und Budgetierungstools, die das Finanzteam benötigt.
Das bedeutet, dass Sie keine Drittanbietersysteme wie Xero oder Quickbooks mehr nutzen müssen – diese sind zwar hervorragende Lösungen für kleinere Unternehmen, können aber mit dem weiteren Wachstum schnell veraltet wirken.
Einer der Vorteile von ERP-Tools ist die sofortige Abstimmung der Verkäufe, sodass die Finanzdaten Ihres Unternehmens in Echtzeit abgebildet werden. Das spart enorm viel Zeit, da der monatliche Abstimmungsprozess entfällt.
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Kundenbeziehungsmanagement (CRM)
CRM gehört zu den wichtigsten Marketing-Tools. Es verfolgt jede Interaktion eines Kunden mit Ihrer Marke und liefert dem Marketingteam wichtige Daten, die zur erneuten Ansprache des Kunden genutzt werden können.
Die besten ERP-Systeme beinhalten das CRM direkt in der Software. Dies bedeutet, dass Marketing- und Kundenservice-Teams alle relevanten Informationen zu einem Kunden an einem zentralen Ort einsehen können. Die Daten lassen sich sogar segmentieren, sodass verschiedene Teams unterschiedliche Informationen sehen können.
Das Kundenserviceteam benötigt beispielsweise Zugriff auf frühere Bestellungen, retournierte Produkte, Kontaktdaten und Versandinformationen eines Kunden, während das Marketingteam erkennen kann, ob der Kunde bestimmte Produktstile bevorzugt, bald Geburtstag hat oder schon länger nicht mehr bestellt hat.
Während immer mehr Unternehmen Omnichannel werden, sollte ein gutes ERP auch die Einkäufe eines Kunden über verschiedene Kanäle hinweg anzeigen können.
Die Anzeige dieser Informationen an einem zentralen Ort macht es einfach, Kunden zu segmentieren und ihnen ein personalisiertes Einkaufserlebnis zu bieten.
Bestandsverwaltung
Bestandsverwaltung ist eines der wichtigsten Systeme in einem E-Commerce-Unternehmen, dennoch nutzen nur 18% der Unternehmen eine Bestandsverwaltungssoftware!
Mit dem Wachstum Ihres Unternehmens wird das Verfolgen von Bestandsbewegungen schwieriger und komplexer. Wenn Sie mehrere Systeme haben, auf die Sie und Ihr Team zugreifen müssen, um den Bestand zu verwalten, werden viele Fehler passieren. Für die meisten E-Commerce-Unternehmen ist der Bestand wahrscheinlich die größte Investition, deshalb ist es wichtig, keine Fehler zu machen.
Wenn Sie ein ERP mit integrierter Bestandsverwaltung haben, können alle Teammitglieder darauf zugreifen. Das bedeutet, dass alle Teams die Informationen nutzen können, um das Unternehmen weiterzuentwickeln.
Wenn Sie zum Beispiel einen Artikel haben, der sich nur langsam verkauft, kann das Marketingteam diese Informationen sehen und eine Werbeaktion für diesen Artikel starten. Ist ein Produkt an einem Ort ausverkauft, kann Ihr Operationsteam dorthin mehr Bestand schicken. Sie sehen, dass eine zentrale Bestandsverwaltung im ERP ein sehr leistungsstarkes Werkzeug für das Wachstum Ihres Unternehmens ist.
Versand- und Lagerverwaltung
Ihr Bestand wird nicht nur zentral, sondern auch durch Ihr Lagerteam verwaltet. Wenn eine Bestellung eingeht, muss das Lagerteam die Lieferung aufnehmen, verpacken und an den Kunden senden.
Ein ERP-System kann auch mit Ihrem Lagerteam verbunden werden, sodass eine Bestellung direkt zum Team weitergeleitet und sogar automatisch ein Versandetikett erstellt wird. Viele ERP-Systeme integrieren sich mit externen Logistikunternehmen, sodass Versandetiketten automatisch erstellt und bezahlt werden und der Versand zur Abholung arrangiert wird. Das kann sehr viel Zeit sparen und potenzielle Lieferfehler ausschließen.
Viele ERP-Systeme sind cloudbasiert und lassen sich über den Browser bedienen, sodass sie beispielsweise auch auf Handys oder Tablets genutzt werden können. Dadurch kann das Lagerteam auf das Cloud-ERP mit den jeweiligen Geräten zugreifen.
Personalwesen (HR)
ERP-Systeme mit HR-Modulen helfen, Gehälter, Urlaubsverwaltung, Zeiterfassung und viele weitere HR-Funktionen zu steuern. Es kann außerdem für das HR-Team hilfreich sein, Zugriff auf weitere Berichte im Unternehmen zu haben. Wenn das HR-Team beispielsweise Berichte über den Verkauf einsehen kann, kann das Team die Ressourcenplanung für umsatzstarke Zeiten wie das vierte Quartal oder den Black Friday unterstützen.
Lieferkette und Produktion
Wenn Ihr E-Commerce-Unternehmen auch Hersteller der Produkte ist, kann ein ERP Ihre Bestände und Rohstoffe verfolgen.
Dies ist nicht nur wichtig, um organisiert zu bleiben und den Standort der Materialien zu kennen, sondern auch entscheidend für Prognosen und Analysen. Wenn Sie erkennen, wann Ihre Hochphasen sind, können Sie das ERP dafür nutzen, Rohstoffeinkäufe zu planen und deren Standorte zentral zu verfolgen.
Wenn Sie Produkte aus China, Indien oder anderen weit entfernten Ländern versenden, können Sie Frachtlieferungen im ERP verfolgen, um zu wissen, wo sich all Ihre Produkte und Rohstoffe befinden. Das hilft Ihnen, möglichst immer lieferfähig zu sein – ideal, wenn Sie Ihre Warenlager nach dem Just In Time (JIT)-Bestandsmanagement führen.
Berechtigungen
Manchmal möchten Sie, dass bestimmte Teammitglieder keinen Zugriff auf bestimmte Unternehmensbereiche haben. Beispielsweise benötigen Sie als Geschäftsleitung Zugriff auf alle Abteilungen.
Trotzdem ist es wenig sinnvoll, dem Lagerteam Zugriff auf Personalunterlagen oder einem E-Mail-Marketing-Freelancer Einblick in die Standorte von Rohstoffen zu geben. Stellen Sie sicher, dass Ihnen Ihr gewähltes ERP ermöglicht, Berechtigungen festzulegen, die für Ihr Unternehmen sinnvoll sind.
Automatisierungen
Die letzte Funktion, die wir betrachten, ist eine der wichtigsten, da Automatisierungen Ihnen Zeit sparen und Fehler im Unternehmen verhindern.
Automatisierungen können sowohl im Frontend als auch im Backoffice Ihres ERP-Systems erstellt werden, damit bestimmte Prozesse ganz ohne menschliches Eingreifen ablaufen. Ein gutes Backoffice-Beispiel sind Versandetiketten, die unmittelbar beim Abschluss einer Bestellung automatisch erstellt werden. Ein weiteres Beispiel: Kunden sichtbare Lagerbestände, Lagerhausbestände und die Bestände im Bestandsverwaltungssystem werden direkt für die betreffende Artikelnummer aktualisiert, sobald eine Bestellung abgesendet wurde.
Automatisierungen können auch eingerichtet werden, um Berichte zu erstellen – etwa monatliche Finanzberichte oder Lagerbestandsberichte. Diese Berichte liefern Ihnen wertvolle Einblicke in Ihr Unternehmen und verbessern das Kundenerlebnis.
Ist E-Commerce-ERP-Software der nächste Schritt für Ihr Unternehmen?
E-Commerce-Unternehmen haben viele bewegliche Teile, und ein ERP verbindet all Ihre Geschäftssysteme miteinander, sodass sie zentral gesteuert werden können.
Die beste E-Commerce-ERP-Software verschafft Ihnen eine globale und in Echtzeit aktualisierte Übersicht darüber, was in Ihrem Unternehmen passiert. Der Nachteil ist, dass die Einführung von ERP-Software kostspielig und zeitaufwendig sein kann.
Wenn Ihr Unternehmen jedoch bereit ist, kann E-Commerce-ERP-Software einen enormen Einfluss auf Ihr Unternehmen haben und Ihre Arbeitsweise grundlegend verändern.
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