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Key Takeaways

Balanceakt im Lagerbestand: Eine effektive Lagerverwaltung ist entscheidend, um Über- oder Unterbestand zu vermeiden – beides kann Geschäftsabläufe und Profitabilität beeinträchtigen.

Strategisches Vorrats-Management: Eine durchdachte Lagerhaltungsstrategie bringt Angebot und Nachfrage ins Gleichgewicht und stellt sicher, dass die richtigen Produkte zur richtigen Zeit verfügbar sind.

Effiziente Bestandsführung: Effiziente Lagerverwaltung reduziert Verschwendung und sorgt dafür, dass Ressourcen optimal genutzt werden – das steigert den Unternehmenserfolg.

Die Goldlöckchen-Regel des Lagerbestands: Die richtige Lagermenge zu halten, verhindert kostspielige Probleme wie Fehlbestände oder erhöhte Lagerkosten.

Das Gewinn-Wunder Lagerhaltung: Cleveres Bestandsmanagement wirkt sich direkt auf die Profitabilität aus und ist damit ein kritischer Faktor für den Unternehmenserfolg.

Es gibt einen schmalen Grat zwischen zu viel und zu wenig Lagerbestand – einer der Hauptgründe, warum eine richtige Bestandsmanagement-Strategie so wichtig ist. 

Zu wenig Lagerbestand kann zu Ausverkaufssituationen führen, während zu viel Bestand zu veralteten Waren bzw. zum Bestandsverlust führen kann.

Wenn Sie bestimmte Produkte nicht mehr verkaufen können und diese veraltet sind, müssen Sie diesen "toten Bestand" als Verlust verbuchen, was sich erheblich auf das Ergebnis Ihres E-Commerce-Unternehmens auswirken kann.

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In diesem Artikel erklären wir, was veralteter Lagerbestand ist, welche negativen Auswirkungen er haben kann und welche Prozesse Sie implementieren können, um die Menge an Produkten (und Geld) zu reduzieren, die Sie durch Überbestand und veraltete Waren verlieren.

Was ist veralteter Lagerbestand?

Veralteter Lagerbestand bezeichnet Warenbestände, die ein Unternehmen aufgrund mangelnder Nachfrage nicht mehr verkaufen kann. 

Auch wenn dies manchmal als langsam drehender oder Überbestand bezeichnet wird, geht der veraltete Lagerbestand tatsächlich noch einen Schritt weiter.

Sehen wir uns ein Beispiel an.

Sie betreiben ein Geschäft für Freizeitbekleidung – nennen wir es Casual Jack’s – und haben einen bestimmten Herren-Jogginghosentyp auf Lager genommen, als dieser im Trend lag.

Sie stellen jedoch fest, dass die Verkaufszahlen für genau dieses Jogginghosenmodell stark rückläufig sind.

casual jacks graphic

Dieses Produkt wird zum „langsam drehenden Bestand“ – dieser Begriff bezieht sich auf Produkte, die sich innerhalb von etwa sechs Monaten kaum vom Regal in den Warenkorb bewegen. 

Bleibt das Produkt weiterhin unbeliebt und zeigt ein ganzes Jahr lang kaum bis gar keine Bewegung, wird es zum „Überbestand“.

Schließlich, wenn das Produkt keinen Absatz mehr findet und bereits über 12 Monate lagert, wandelt es sich in veralteten oder toten Bestand um. 

Hierbei handelt es sich um Bestände, die sich schlichtweg nicht mehr verkaufen lassen – wahrscheinlich deshalb (zumindest bei unserem Beispiel-Jogger), weil sie inzwischen aus der Mode gekommen und durch einen neuen Trend ersetzt worden sind.

Der Weg zur Obsoleszenz

In dieser Tabelle sehen Sie auf einen Blick, wie der Obsoleszenzprozess abläuft:

BestandsartWas ist das?IndikatorenManagementstrategie
Langsam drehender BestandBestand, der seit mindestens 6 Monaten auf Lager ist und wenig Bewegung (also Verkäufe) verzeichnet.Geringe Verkaufsrate, hohe Lagerhaltungskosten, weiterhin Potenzial für künftige Nachfrage, benötigt aber Maßnahmen.Rabatte oder Sonderaktionen anbieten, Bündelung mit schneller drehenden Produkten erwägen, Prognosen überarbeiten.
ÜberbestandBestand, der seit 12 Monaten auf Lager ist und wenig Bewegung verzeichnet.Überbestände, über den prognostizierten Bedarf hinaus, bindet Betriebskapital, aber prinzipiell noch verkaufbar.Zukünftige Bestellungen anpassen, Ausverkäufe oder saisonale Aktionen starten, alternative Vertriebskanäle prüfen.
Toter BestandBestand, der seit über 12 Monaten nicht verkauft wurde und dessen Absatz in Zukunft unwahrscheinlich ist.Keine Verkaufsaktivität, veraltet und vermutlich nicht mehr relevant für die Marktnachfrage.Abschreiben, spenden, recyceln oder entsorgen; Wiederholung vermeiden durch verbessertes Bedarfsmanagement.

Branchen wie Bekleidung, Elektronik und Möbel sind besonders anfällig für veralteten Lagerbestand, da sich Trends und Technologien rasch ändern können. 

Doch keine Branche oder E-Commerce-Firma ist völlig vor Obsoleszenz geschützt.

Finanzielle Auswirkungen von veraltetem Lagerbestand

Veralteter Lagerbestand kann erhebliche finanzielle Folgen für Ihr Unternehmen haben – er beeinflusst Ihre kurzfristigen Vermögenswerte, Ihren Cashflow und mehr.

Werden Bestände veraltet, müssen diese als Verlust in der Gewinn- und Verlustrechnung abgeschrieben werden. Dadurch sinkt Ihr Nettogewinn und Ihr Cashflow wird unmittelbar beeinträchtigt.

Auch die Bilanz ist davon betroffen: Ihr Bestandswert sinkt abrupt, was die Bewertung der kurzfristigen Vermögenswerte beeinflusst.

Je mehr Platz dieser tote oder überschüssige Bestand in Ihrem Lager einnimmt, desto weniger Kapazität bleibt für Produkte, die sich tatsächlich verkaufen.

Fazit: Veralteter Bestand führt definitiv zu Problemen. 

Deswegen sind Sie hier – und wir stellen Ihnen im weiteren Verlauf einige Strategien vor, mit denen Sie zukünftigen Bestandsverlust vermeiden können.

Die versteckten Kosten von veralteten Lagerbeständen

Schauen wir uns genauer an, wofür Sie wirklich zahlen, wenn ein Produkt im Regal „stirbt“:

  • Lager- und Aufbewahrungsgebühren. Jeder Quadratmeter, den unverkäufliche Ware einnimmt, ist Platz, der für verkaufbare Produkte genutzt werden könnte.
  • Versicherungsprämien. Selbst veraltete Bestände bleiben meist versichert – was unnötige Kosten verursacht.
  • Gebundenes Kapital. Ihr Geld steckt in Produkten, die sich nicht verkaufen, anstatt in Marketing, F&E oder Ihren nächsten Verkaufsschlager zu fließen.
  • Wertverlust und Schwund. Je länger etwas unverkauft herumliegt, desto mehr verliert es an Wert – und das Risiko für Schäden, Verfall oder Schwund steigt.
  • Entsorgungs- und Liquidationskosten. Egal ob Sie für die Entsorgung zahlen, an einen Abverkaufshändler abgeben oder die Kosten selbst tragen – sich von Altbeständen zu trennen ist nie kostenlos.
  • Imageschäden. Zu viele Preisnachlässe, abgelaufene Produkte oder staubige Regale? Die Kunden denken schnell, dass Ihr Geschäft nicht mehr auf dem neuesten Stand ist.

Beispiele für veraltete Lagerbestände

Schauen wir uns unser Athleisure-Shop-Beispiel Casual Jack’s erneut an. 

Wie bereits erwähnt, gab es eine Jogginghose, die plötzlich wegen eines berühmten Fußballspielers, der darin gesehen wurde, zum Trend wurde. 

Um mit der Kundennachfrage Schritt zu halten – und im Trend zu bleiben – bestellte Casual Jack’s 10.000 Stück der Jogginghose.

casual jacks obsolete inventory joggers infographic

Sie verkauften 8.000 Stück, bevor der Trend abebbte, wodurch 2.000 Stück als veralteter Bestand übrig blieben.

Wenn diese 10.000 Einheiten je $20 kosteten, wurde insgesamt $200.000 investiert. Das bedeutet: Mit 2.000 übrig gebliebenen Einheiten bleibt Casual Jack’s ein veralteter Lagerbestand im Wert von $40.000

Der verstaubte Stapel Jogginghosen ist jetzt eine teure Erinnerung an vergangene Trends (Streichmusik bitte).

Wenden wir uns nun einem anderen Unternehmenstyp zu – diesmal einer Bäckerei namens The Hot Croissant. 

Die Bäckerei hat 100 Gebäckstücke hergestellt, die bis zum Feierabend verkauft werden sollten, da es sich um eine Art von verderblichem Lagerbestand handelt. Am Tagesende bleiben 10 Stück übrig.

the hot croissant obsolete inventory pastries infographic

The Hot Croissant hat kalkuliert, dass Herstellungskosten und Arbeitszeit pro Croissant $5 betragen.

Von insgesamt $500 bleiben ihnen also veraltete Lagerbestände im Wert von $50 übrig.

Laut den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung (GAAP) müssen diese Verluste sofort abgeschrieben werden – was, wie bereits erwähnt, spürbare finanzielle Folgen für ein Unternehmen haben kann.

Was sind die Ursachen für veraltete Lagerbestände?

Es gibt verschiedene Gründe, warum veraltete Lager entstehen können. 

Zu verstehen, wo Überschussbestände herkommen können, ist der erste Schritt, um sie zu vermeiden. Hier sind einige Gründe, aus denen Unternehmen ihren alten Lagerbestand abschreiben müssen.

Technologische Fortschritte

Bespielsweise kommt es häufig bei technologiebezogenen Unternehmen vor, dass neue Entwicklungen den Wunsch nach dem neuesten Produkt erzeugen und ältere Modelle in Vergessenheit geraten.

Denken Sie an Firmen wie Samsung und Apple, die jedes Jahr oder alle zwei Jahre neue Versionen auf den Markt bringen. 

Sie müssen strategisch vorausplanen, wann neue Produkteinführungen stattfinden, damit sie nicht mit vollen Lagern veralteter Ware dastehen.

Kleinere Unternehmen, wie ein Elektronikhändler in einer Kleinstadt, müssen sicherstellen, dass sie nicht zu viel von potenziell bald veralteter Ware bestellen.

Veränderungen im Verbraucherverhalten

Diese Ursache für Überalterung bezieht sich auf unser Beispiel von Casual Jack’s. 

Auch wenn es schwierig ist, den Bedarf für trendige Produkte genau zu kalkulieren, können Veränderungen im Verbraucherverhalten der Hauptgrund für veraltete Bestände sein. Wie im Beispiel der trendigen Jogginghose, die sofort veraltet war, als der Trend vorbei war.

Das Beste, was Sie tun können, ist, Muster und Erfahrungen mit früheren Trendartikeln zu analysieren, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viel Lagerbestand sinnvoll ist.

Ungenaue Bestandsprognosen

Schlechte Bedarfsprognosen sind eine weitere Hauptursache für veraltete Lagerbestände. 

Wenn Ihr Team die Kundennachfrage auf Basis von historischen Verkaufsdaten und Markttrends falsch einschätzt, kann es passieren, dass Sie deutlich mehr Produkte auf Lager haben, als realistisch verkauft werden.

Stellen Sie sicher, dass Ihr Team richtig geschult ist, wie man Lagerbestände prognostiziert, damit die Bestände leicht gehalten werden können und am Ende kein Verlust entsteht.

Zunehmender Wettbewerb

Wenn ein neuer Wettbewerber am Markt ist, der Umsätze abzieht, kann dies ebenfalls der Grund dafür sein, dass der Lagerbestand eines Unternehmens veraltet. 

Solch eine Situation ist oft unvermeidbar, insbesondere da neue Unternehmensgründungen kurzfristige Marktstörungen verursachen können

Sie können jedoch versuchen, diese Unvermeidbarkeit zumindest teilweise abzufangen, indem Sie auf den neuen Wettbewerb mit Verkaufsaktionen, Rabatten oder anderen Maßnahmen reagieren, um Kunden an sich zu binden.

Regulatorische Änderungen

Wenn es in Ihrer Branche zu aktualisierten Vorschriften kommt, könnte dies dazu führen, dass Lagerbestände aufgrund neuer regulatorischer Vorgaben nicht mehr verkauft werden dürfen. 

Beispielsweise gibt es im Gesundheitswesen strenge Richtlinien, an die sich Unternehmen halten müssen. Ein Produkt und dessen Verkäuflichkeit könnten beeinträchtigt werden, wenn sich diese Vorschriften so ändern, dass das Produkt nicht mehr genutzt werden kann.

Bleiben Sie stets auf dem Laufenden, was Branchennews angeht, damit Sie im Vorfeld weniger von Produkten bestellen, die in naher Zukunft davon betroffen sein könnten. 

Vielleicht müssen Sie häufiger nachbestellen als gewöhnlich, um sicherzustellen, dass Sie nach Inkrafttreten neuer Vorschriften nicht auf zu viel unverkäuflicher Ware sitzen bleiben.

Schlechtes Bestandsmanagement

Auch ein schlechtes Lagerverwaltungssystem kann zur Zunahme von Überalterung führen. 

Ohne geeignete Tools wie Lagerverwaltungssoftware ist es schwierig, den Bestand zu verfolgen. Das führt zu Überbestellungen, weil Sie keinen genauen Überblick über Ihren Lagerbestand haben.

Es ist wichtig, die Bestandsverwaltungsprozesse zu verbessern, unter anderem, um natürlich auch die Bestandsreserve zu reduzieren.

Schlechtes Produktdesign

Letztendlich kann ein Produkt einfach deshalb veralten, weil es kein gutes Produkt ist. 

Wenn dies geschieht, ist es am besten, von den Kunden zu lernen, was ihnen am Produkt nicht gefällt.

Nutzen Sie deren Feedback, um sich bei der nächsten Version zu verbessern – oder versuchen Sie es mit etwas Besserem noch einmal.

So erkennen, verwalten und reduzieren Sie veraltete Lagerbestände

So sehr wir es auch vermeiden wollen, veraltete Lagerbestände sind ein Teil des E-Commerce-Geschäfts. 

Tatsächlich haben Studien gezeigt, dass selbst gut geführte Unternehmen mit einem Durchschnitt von 20-30 % an veraltetem Lagerbestand arbeiten.

Bei solchen Zahlen werden Sie zwangsläufig ein gewisses Maß an unverkäuflicher Ware haben. 

Wichtig ist, Prozesse zu etablieren, die helfen, diese Bestände zu erkennen, zu verwalten und die Menge des Lagerbestands zu reduzieren, die abgeschrieben werden muss.

Hier sind 10 Strategien, mit denen Sie erkennen und verhindern können, dass Lagerbestände zu unverkäuflicher Ware werden.

1. Nutzen Sie Lagerverwaltungssoftware

Die Grundlage für das Bestandsmanagement jeder E-Commerce-Marke ist die passende Software

Mit leistungsstarken Funktionen von Lagerverwaltungssoftware – sowie einem gut geschulten Team zur effektiven Nutzung – wissen Sie viel schneller, wann bestimmte Produkte im Markt an Schwung verlieren.

Die Vorteile von Lagerverwaltungssoftware sind vielfältig und ein klarer Überblick über die ein- und ausgehenden Produkte im Lager ist fraglos einer der wichtigsten Punkte.

Finden Sie die passende Software für Ihr Unternehmen mit unserer Übersicht der besten Lagerverwaltungsprogramme auf dem Markt.

2. Nachfrage präzise prognostizieren

Wie wir zuvor erwähnt haben, kann eine ungenaue Bestandsprognose ein großer Grund dafür sein, dass Waren veralten. 

Daher ist es sinnvoll, Werkzeuge und Prozesse einzuführen, die dabei helfen, diese Genauigkeit zu verbessern, um Ihre Gesamtquote an Überalterung zu senken.

infografik zur präzisen Nachfrageschätzung

Einige Tipps zur Verbesserung Ihrer Prognosen sind:

  • Analyse von historischen Daten, um festzustellen, ob von Jahr zu Jahr oder von Quartal zu Quartal Trends erkennbar sind
  • Marktforschung betreiben, um die Kundennachfrage in Bezug auf bestimmte Produkte, Trends, Stile oder Technologien einzuschätzen
  • Zusammenarbeit mit Partnern in der Lieferkette, um gemeinsam den zukünftigen Warenbedarf zu prognostizieren
  • Auf saisonale sowie kulturelle Trends achten, die den kurz- oder langfristigen Bedarf beeinflussen können

Mit einer präzisen Prognose der Nachfrage stellen Sie sicher, dass Sie keine Produkte überlagern, die sich schlichtweg nicht verkaufen werden.

3. Verkaufsdaten analysieren

Wenn Sie Ihre historischen Verkaufszahlen regelmäßig auswerten, können Sie Trends erkennen, sobald der Absatz einzelner Produkte ins Stocken gerät. 

Wer seine Verkaufsdaten im Blick behält, erkennt potenziellen Überbestand frühzeitig, noch bevor er komplett veraltet.

In solchen Fällen können Sie den Bestand möglicherweise zu einem reduzierten Preis abschreiben, anstatt eine vollständige Ausbuchung vornehmen zu müssen. 

Behalten Sie den Marktwert im Auge, damit Sie beim Verkauf des Produkts möglichst viel erzielen und so den Verlust Ihres Unternehmens minimieren können.

Zur richtigen Analyse Ihrer Verkaufsdaten sollten Sie Werkzeuge wie diese einsetzen:

Die Umschlagshäufigkeit des Lagers misst, wie oft Ihr Bestand innerhalb eines bestimmten Zeitraums verkauft und ersetzt wird. Eine niedrige Umschlagshäufigkeit? Das kann darauf hindeuten, dass Produkte zu lange liegen bleiben. Berechnet wird sie so:

Inventory Turnover = Cost of Goods Sold / Average Inventory

Days Inventory Outstanding (DIO) zeigt, wie viele Tage ein Produkt im Schnitt auf Lager bleibt, bevor es verkauft wird. Je höher dieser Wert, desto größer das Risiko für Überalterung. Die Formel dazu:

DIO = (Average Inventory / Cost of Goods Sold) × 365

Streben Sie einen niedrigen DIO-Wert an, damit Ihr Lager nicht verstaubt.

Sie können außerdem die ABC-Analyse anwenden, um Prioritäten zu setzen. Diese Methode teilt Ihren Bestand in drei Klassen ein:

  • A-Artikel: hochwertige, meist wenig vorrätige Produkte – regelmäßig prüfen.
  • B-Artikel: mittlere Wert- bzw. Volumengruppe – ebenfalls regelmäßig überwachen.
  • C-Artikel: günstige Produkte in hohen Stückzahlen – bei Bedarf in Chargen prüfen.

Mit diesen Methoden erkennen Sie problematische SKUs proaktiv und verringern das Risiko von Überalterung im Lager. Außerdem identifizieren Sie, welche Produkte rabattiert oder aussortiert werden sollten.

4. Den Produktlebenszyklus überwachen

Eine weitere Möglichkeit, veraltete Lagerbestände zu erkennen, besteht darin, den Produktlebenszyklus zu verfolgen. Product-Lifecycle-Management (PLM) Software kann hierbei eine große Hilfe sein.

Der Produktlebenszyklus bezieht sich auf jede Phase, die ein neues Produkt durchläuft. Beginnend mit der Einführung auf dem Markt oder bei Ihrer Marke, bis hin zum Nachlassen der Nachfrage und der anschließenden Veralterung.

Zu Beginn des Lebenszyklus eines Produkts ist die Nachfrage hoch, und Ihr Fokus liegt darauf, die richtigen Nachbestellpunkte zu finden, damit Sie Lagerengpässe vermeiden können. 

Im weiteren Verlauf des Produktlebenszyklus kann sich die Nachfrage stabilisieren und abnehmen, da das Interesse nachlässt.

Wenn das passiert, muss Ihr Unternehmen aufmerksam bleiben, damit Sie Ihre Bestellprozesse anpassen und die Bestellmenge dieses Produkts verringern – oder es gar nicht mehr bestellen. 

Wenn Sie das nicht tun, riskieren Sie schnell, die Menge an veralteten Produkten zu erhöhen, sobald die Kundennachfrage völlig versiegt.

5. Führen Sie regelmäßige Bestandsprüfungen durch

Eine Inventur ist eine vollständige Zählung all Ihrer Lagerbestände. 

Bestandsprüfungen regelmäßig durchführen Infografik

Während die vollständige Inventur in der Regel nur einmal im Jahr stattfindet, ist es entscheidend, sich an regelmäßige Zählungen im Rahmen von laufender Bestandskontrolle (wie eine ABC-Analyse) zu gewöhnen, um die Kontrolle über Ihren Lagerbestand zu behalten.

Stichprobenzählungen ermöglichen es Ihnen, Ihren Bestand abschnittsweise in rotierendem Rhythmus zu überprüfen, sodass Probleme früher erkannt werden können – ohne den Aufwand einer vollständigen Inventur.

Um diese Zählungen aussagekräftig zu gestalten, sollten Sie im Rahmen Ihrer Zählstrategie die ABC-Analyse verwenden (ja, das ist wichtig genug, um es zu wiederholen):

  • A-Artikel: Hochwertige, aber gering frequentierte Lagerbestände. Zählen Sie diese monatlich oder sogar wöchentlich.
  • B-Artikel: Produkte mit mittlerem Wert und mittlerem Umschlag. Zählen Sie diese vierteljährlich.
  • C-Artikel: Niedrigpreisige, aber häufig lagernde Artikel. Zählen Sie diese ein- bis zweimal im Jahr.

So stellen Sie sicher, dass Sie Ihren Fokus auf die Artikel richten, die den größten Einfluss auf Ihr Geschäftsergebnis haben.

Beachten Sie bei Ihrer Bestandsaufnahme besonders Produkte mit geringer Umschlagshäufigkeit oder auffallend hohem Lagerbestand. 

Barcodescanner, SKU-Ebene-Tracking und Echtzeit-Bestandsverwaltungssysteme machen diesen Prozess deutlich genauer und effizienter.

So können Sie auch nicht-umgeschlagene Artikel schnell markieren – und rechtzeitig Korrekturmaßnahmen einleiten, bevor diese SKUs zu überflüssigem Ballast werden.

Regelmäßige Bestandsprüfungen geben Ihnen rechtzeitig Warnzeichen, um Veralterung zu identifizieren und Risiken zu reduzieren – bevor Sie nicht mehr wissen, wie Sie die Altbestände loswerden sollen.

6. Überprüfen Sie Lagerbestandsaltersberichte

Ein Lagerbestandsaltersbericht ist ein Finanzdokument, das wichtige Details liefert wie:

  • Wie lange der Bestand typischerweise in Ihrem Lager verweilt, bevor er verkauft wird
  • Lagerhaltungs- und Bestandskosten Ihrer Artikel
  • Die Herkunft jedes Produkts im Lager
  • Die gewählte Bestandsverwaltungsmethode für jedes Produkt

Durch die Überprüfung dieser Berichte können Sie ermitteln, welche Produkte viel zu lange im Lager liegen, bevor sie verkauft werden

Dies erhöht das Risiko, dass sie veralten, weshalb Sie wahrscheinlich kleinere Mengen pro Bestellung einplanen sollten.

7. Kommunizieren Sie mit Lieferanten und Kunden

Eine gute Beziehung zu Ihren Lieferanten stellt sicher, dass Sie immer Zugriff auf die neuesten und besten Produktoptionen haben. 

Außerdem sind Sie so oft früher über die Einführung neuer Produkte oder technologische Weiterentwicklungen informiert. 

Dies kann Ihnen helfen, das Veralten Ihrer Produkte zu vermeiden.

Darüber hinaus sollten Sie auch für Ihre Kunden eine offene Kommunikation pflegen.

Dies kann Ihnen helfen, die Stimmung rund um bestimmte Produkte einzuschätzen, sodass Sie frühzeitig erkennen, wenn Trends nachlassen und Lagerbestände an Beliebtheit verlieren, damit Sie das Nachbestellen beenden können.

8. Produkte neu vermarkten oder umfunktionieren

Auch wenn ein Produkt die Nachfrage für seinen ursprünglich geplanten Zweck nicht erfüllt, sollten Sie versuchen, es einer neuen Zielgruppe anzubieten oder es so umzugestalten, dass es eine neue und andere Nachfrage bedient.

Das ist eine großartige Möglichkeit, zu vermeiden, dass Sie Ihre verbleibenden Produkte komplett abschreiben – oder sogar abwerten müssen, je nach Marktwert und Nachfrage. 

Brainstormen Sie mit Ihrem Produkt- und Marketingteam, ob jemand Ideen hat, wie man Ihr Inventar umfunktionieren kann. 

Ein großartiges Beispiel hierfür ist Play-Doh.

play-doh art from hasbro store
Ein bekannter Name für Kinder begann als etwas viel Nützlicheres und Industrielles; Bild: Hasbro

Play-Doh entstand in den 1930er Jahren als Produkt zur Entfernung von Kohlerückständen von Tapeten. Als jedoch in den 1950er Jahren die Haushalte zunehmend auf Öl- und Gasheizungen umstiegen, sank die Nachfrage, und das Unternehmen stand vor dem Aus.

Bis sie entdeckten, dass Kunstlehrer das Produkt als Modelliermasse nutzten. 

Das Unternehmen machte sein Produkt bunter, änderte seine Marketingstrategie – und ist heute eine unglaublich erfolgreiche Marke.

9. Rabatte und Bundles anbieten

Bevor Sie Lagerbestände komplett abschreiben, machen Sie mit kreativen Preis- und Werbemaßnahmen einen letzten Versuch, den Restwert zu sichern.

Rabatte sind der offensichtlichste Weg – denken Sie an Blitzverkäufe, Ausverkaufsaktionen oder fügen Sie Ihrer Website eine „Letzte Chance“-Kategorie hinzu.

Selbst wenn die Marge minimal ist, holen Sie immer noch mehr heraus, als wenn Sie alles abschreiben würden.

Produkt-Bundles funktionieren sogar noch besser.

Kombinieren Sie langsam laufende Artikel mit beliebten Produkten und verkaufen Sie sie als Set. Kunden sehen darin einen Mehrwert, und Sie reduzieren Restbestände, während Sie weiterhin margenstarke Artikel verkaufen.

Beispiele dafür sind:

  • „Kaufe eins, erhalte eins gratis“, wobei ein langsam laufender Artikel als Gratiszugabe dient
  • „Mystery-Bundle“-Angebote, um verschiedenste Bestände schnell abzubauen
  • „Starter-Kits“, bei denen Bestseller mit schwer verkaufbaren Add-ons oder Zubehör kombiniert werden

Sie können auch Liquidationsmöglichkeiten prüfen, wenn Preisnachlässe nicht zum gewünschten Ergebnis führen. Plattformen wie B-Stock, Liquidation.com oder Closeout Central haben sich darauf spezialisiert, überschüssige Lagerbestände abzunehmen – oft nur für einen Bruchteil des Wertes, aber besser als nichts.

Manche Unternehmen verkaufen überschüssige Waren auch über Sekundärmärkte, etwa an Discounter oder spezialisierte Nischenhändler für bestimmte Produktkategorien.

Kurz gesagt: Bevor Sie Produkte entsorgen, bieten Sie kreative Preise an, schnüren Sie smarte Pakete oder geben Sie sie an jemanden weiter, der sie absetzen kann. Oft steckt noch mehr Wert in Ihren Restposten, als Sie denken.

10. Spenden in Erwägung ziehen

Wenn die Produkte am Ende wirklich keinen Absatz mehr finden – egal, welche anderen Mittel Sie probiert haben – kann eine Spende ein kluger letzter Ausweg sein.

Neben dem guten Karma gibt es oft auch finanzielle Vorteile. In vielen Ländern gilt: Wer Lagerbestände an gemeinnützige Organisationen spendet, kann dies steuerlich absetzen und so Verluste mindern.

Worauf Sie achten sollten:

  • Dokumentieren Sie den Marktwert zum Zeitpunkt der Spende
  • Lassen Sie sich eine schriftliche Bestätigung von der Organisation geben
  • Sprechen Sie mit Steuerberater oder Buchhaltung über die Einhaltung aller Vorgaben

Wo kann man spenden? Versuchen Sie zum Beispiel:

  • Lokale gemeinnützige Initiativen und Hilfseinrichtungen, die Kleidung, Lebensmittel oder Haushaltswaren annehmen
  • Schulprojekte oder Kunstzentren für Bastel- und Arbeitsmaterialien
  • Spenden-Netzwerke wie Good360 oder NAEIR, die Firmenspenden gezielt an geprüfte Organisationen vermitteln

Wenn eine Spende – aufgrund von Produkttyp, Zustand oder gesetzlichen Vorgaben – nicht infrage kommt, denken Sie an Recycling oder sogar Upcycling.

  • Recycling: Arbeiten Sie mit Anbietern zusammen, die Komponenten verantwortungsvoll zerlegen können (insbesondere bei Elektronik oder Verpackung).
  • Upcycling: Kooperieren Sie mit Kunsthandwerkern oder Künstlern, die überschüssige Waren in etwas völlig Neues verwandeln. Es ist eine Nische, aber sie existiert.

Der Punkt ist: Einen Lagerbestand abzuschreiben, bedeutet nicht, ihn wegzuwerfen.

Werden Sie kreativ, bleiben Sie regelkonform und versuchen Sie, aus Ihrem veralteten Bestand Wohlwollen, Abschreibungen oder Rohstoffe zu machen.

Obsoleszenz ist nicht das Ende

Veralteter Lagerbestand ist ein Teil des E-Commerce-Geschäfts, aber das heißt nicht, dass es keine Möglichkeiten gibt, den Verlust für Ihr Unternehmen zu managen und zu minimieren. 

Dieser Artikel stellt 10 Strategien zur Verwaltung und Reduzierung von Obsoleszenz vor, einschließlich des Einsatzes von Bestandsverwaltungssoftware. Stellen Sie sicher, dass Ihr Unternehmen ein Tool verwendet, das Prozesse wie das Erkennen von nicht drehender Ware so einfach wie möglich macht.

Der Handel steht nie still – und Sie sollten es auch nicht. Abonnieren Sie unseren Newsletter für aktuelle Einblicke, Strategien und Karriereressourcen von führenden Persönlichkeiten der Handelsbranche.

FAQ zu veraltetem Lagerbestand

Wie immer hören die Fragen nicht mit dem Ende eines Beitrags auf. Bevor Sie zu einem weiteren unserer schönen Blogbeiträge wechseln, finden Sie hier einige Antworten auf Fragen, die Sie vielleicht noch haben.

Was ist der Unterschied zwischen veraltetem und überschüssigem Bestand?

Überschüssiger Lagerbestand ist ein Anzeichen dafür, dass Ihr Bestand veralten könnte, da er sich seit gut einem Jahr wenig bis gar nicht durch die Lieferkette bewegt hat.

Wenn Sie überschüssigen Lagerbestand haben, sollten Sie erwägen, ihn zu reduzieren oder mit anderen Produkten zu bündeln, damit Sie ihn noch verkaufen können.

Sie möchten nicht, dass der Lagerbestand veraltet – das ist Bestand, der nicht mehr verkauft werden kann oder wird.

Wie schreiben Sie veralteten Bestand in der Bilanz ab?

Veralteter Lagerbestand wird in Ihren Geschäftsbüchern abgeschrieben.

Dies kann auf zwei Arten erfolgen. Erstens können Sie ihn direkt als Aufwand auf das Konto der Verkaufskosten (COGS) buchen. Alternativ können Sie das Bestandsvermögenskonto entlasten.

Wie entsorgen Sie veralteten Bestand?

Sobald Sie Ihren veralteten Bestand abgeschrieben haben, können Sie diesen spenden, an einen Liquidator mit Verlust verkaufen oder an den ursprünglichen Lieferanten zurückgeben.

Kann veralteter Bestand verkauft werden?

Veralteter Bestand ist in der Regel deshalb veraltet, weil er nicht mehr verkauft werden kann.

Mitunter können Sie jedoch Teile des veralteten Lagerbestands (sofern diese nicht abgelaufen sind) noch verkaufen, indem Sie ihn abwerten, mit anderen Produkten bündeln oder an einen Liquidator verkaufen.

Was sind die Kosten für das Halten von veraltetem Bestand?

Das Festhalten an veraltetem Bestand bringt versteckte Kosten mit sich, die über die versunkenen Produktkosten hinausgehen. Sie zahlen für Lagerung, Versicherung, Abschreibung und möglicherweise sogar Entsorgungskosten.

Außerdem bindet er Kapital, das Sie anderweitig nutzen könnten – und Ihr Markenimage leidet, wenn Kunden alte Produkte bemerken.

Wie können Sie Ihren Lagerbestand analysieren, um Obsoleszenz frühzeitig zu erkennen?

Beginnen Sie mit den wichtigsten Kennzahlen: Überwachen Sie Ihr Umschlagshäufigkeit des Lagerbestands und die Tage des offenen Lagerbestands (DIO), um die Bewegung zu kontrollieren. Nutzen Sie die ABC-Analyse, um besonders wichtige Artikel zu priorisieren, und überprüfen Sie regelmäßig die Verkaufstrends.

Werkzeuge wie Bestandsverwaltungssoftware können nicht bewegte Artikel identifizieren, Alarme auslösen und Ihnen helfen, zu handeln, bevor der Bestand komplett unverkäuflich wird.