Versandkosten schrecken Käufer ab: Hohe Versandkosten sind ein Hauptgrund dafür, dass potenzielle Kund:innen ihren Einkauf abbrechen. Attraktive oder sogar kostenlose Versandoptionen können dieses Problem verringern.
Umständlicher Checkout sorgt für Chaos: Ein komplizierter oder langwieriger Bezahlvorgang frustriert Kund:innen und führt zu Abbrüchen. Durch einen einfachen Checkout wird das Kundenerlebnis verbessert und die Conversion erhöht.
Vielfalt bei Zahlungsmethoden überzeugt alle: Das Fehlen vielfältiger Zahlungsmethoden schreckt Käufer ab. Mehrere Zahlungsoptionen bieten eine breitere Ansprache und helfen, Warenkorbabbrüche zu verhindern.
Sicherheitsbedenken halten Käufer zurück: Kund:innen mit Zweifeln an der Online-Sicherheit schließen den Kauf seltener ab. Verbesserte Sicherheitsmaßnahmen und die Kommunikation von Vertrauen helfen, die Abbruchrate zu senken.
Die vier apokalyptischen Reiter des Warenkorbabbruchs reiten gerade durch deinen Onlineshop: hohe Versandkosten, umständliche Checkouts, fehlende Zahlungsmethoden und Sicherheitsbedenken.
Und sie verschrecken nicht nur deine Kunden – sie reißen auch 70 % deines potenziellen Umsatzes an sich.
Aber durch viel Recherche und das Lernen von 22 E-Commerce-Unternehmern habe ich herausgefunden, was wirklich einen Unterschied macht, wenn es darum geht, den Warenkorbabbruch zu reduzieren.
In diesem Leitfaden stelle ich dir 14 bewährte Strategien vor, die über das übliche „Schicke Erinnerungs-Mails“ hinausgehen.
Packen wir den kaputten Checkout-Prozess an.
Was ist Warenkorbabbruch?
Beim Warenkorbabbruch beginnt ein potenzieller Kunde einen Online-Einkauf, verlässt die Seite jedoch, bevor er den Kauf abschließt. Das schließt das Hinzufügen von Artikeln zum Warenkorb, das Starten eines Abonnement-Dienstes oder jede andere Online-Bestellung ein.
Ein vom Käufer in den Warenkorb gelegter oder gestarteter, aber nicht gekaufter Artikel oder Service gilt als „abgebrochen“.
Laut dem Baymard Institute liegt die durchschnittliche Warenkorbabbruchrate im E-Commerce bei 70,19 %.
Warum ist Warenkorbabbruch ein Problem?
Seien wir ehrlich: Auch als E-Commerce-Unternehmer selbst erreicht niemand eine 0%ige Warenkorbabbruchrate. So funktioniert Onlineshopping nun einmal: Überall lauern Ablenkungen und die Aufmerksamkeitsspanne ist kurz.
Aber hohe Abbruchraten ruinieren E-Commerce-Unternehmen – besonders, wenn du viel investiert hast, um Besucher anzuziehen.
Warum?
Einfach gesagt, abgebrochene Warenkörbe = entgangener Umsatz. Jeder abgebrochene Warenkorb steht für einen potenziellen Kunden, der sich gegen einen Kauf entschieden hat.
Und das Problem geht über verpasste Verkäufe hinaus…
Eine hohe Abbruchrate kann eine ganze Kette an Problemen auslösen:
- Fehlendes Bestandsmanagement. Die Überschätzung der Nachfrage durch abgebrochene Warenkörbe führt zu Überbeständen und unnötigen Ausgaben. Außerdem stellt sich die Frage, wie Bestandsverwaltungssysteme mit abgebrochenen Warenkörben umgehen. Wenn jemand sieben ergonomische Stühle in den Warenkorb legt, sie aber nicht kauft, sind diese Stühle dann noch für andere verfügbar? Das kann zu unzufriedenen Kunden und logistischen Albträumen führen.
- Wettbewerbsnachteil. Wer hohe Abbruchraten hat, wird von denen überholt, die ihren Checkout-Prozess optimieren.
- Überladene Personalisierungs-Engines. Abgebrochene Warenkörbe nehmen Personalisierungs-Systemen wertvolle Kaufdaten weg und machen Produktempfehlungen weniger effektiv. Dadurch verpasst du Verkaufschancen.
- Verpasstes Feedback. Abgebrochene Warenkörbe rauben Unternehmen auch wertvolle Kundenerkenntnisse, was die Verbesserung von Produkten und Services verhindert. Das ist wie 70 % weniger Kundenbewertungen zu bekommen!
Also bleibt die Frage…
Warum brechen Online-Shopper ihren Warenkorb ab?
Nach meiner Erfahrung als Secondhandladen-Besitzer gilt: Online-Shopper sind häufig ängstliche Käufer.
Und wer kann es ihnen verdenken? Sie können das Vintage-Kleid oder das alte Radio vor dem Kauf nicht physisch prüfen – und so bleiben Fragen offen.
Wird das passen? Dauert die Lieferung zu lange? Sind die Bilder überhaupt realistisch?
Das ist Kaufangst. Und für Onlineshops ist sie ganz normal.
Danke an Reddit-User reluctant_snarker haben wir einen Überblick darüber, warum ein potenzieller Kunde den Einkaufswagen stehen lässt:

Schauen wir uns die häufigsten Gründe – und mehr als nur die vier Grundprobleme – fürs Warenkorbabbrechen an.
1. Hohe Versandkosten
Eine Online-Umfrage von Statista im Jahr 2024 ergab, dass 41 % der weltweiten Online-Shopper ihren Einkauf wegen zu hoher Versandkosten abgebrochen haben.
Und 30 % haben abgebrochen, weil beim Bezahlen unerwartete Gebühren aufgetaucht sind oder weil sie das Produkt woanders günstiger gefunden haben.
Das ist Preisschock — eine todsichere Methode, um Käufer zu vertreiben. Es gibt kaum etwas Ärgerlicheres, als beim Checkout eine viel höhere Endsumme als erwartet präsentiert zu bekommen.

2. Der Checkout-Prozess ist zu lang oder zu kompliziert
Jeder überflüssige Schritt, jedes verwirrende Formular, ist ein potenzielles Hindernis für den erfolgreichen Kaufabschluss.
Laut ConvertCart brechen 18 % der Kunden den Einkauf während des Bezahlvorgangs ab, weil die Schritte zu lang und zu komplex sind.
(Ich will doch nur in Ruhe meinen Eyeliner kaufen, nicht den nächsten großen deutschen Roman schreiben.)
Je reibungsloser der Bezahlvorgang, desto besser das Kundenerlebnis — und vor allem desto höher die Chance, dass der Kauf auch wirklich abgeschlossen wird.
3. Fehlende bevorzugte Zahlungsmethoden
Es ist ganz einfach: Kunden wollen auf die von ihnen bevorzugte Weise bezahlen.
Und die Forschung von PayPal bestätigt das. In den letzten drei Monaten haben 13 % der Käufer ihren Online-Warenkorb einfach aufgegeben, weil es nicht genügend Zahlungsmethoden gab.
Wer läuft heute noch mit seiner Kreditkarte auf Tasche herum? Was sind wir—Wall-Street-Banker?

Eine digitale Geldbörse wie Apple Pay oder PayPal ist zum Beispiel bei jungen Menschen extrem beliebt.
Fast 80 % der Verbraucher der Generation Z nutzen digitale Geldbörsen – wer diesen Trend ignoriert, verliert einen großen Teil seines Marktes.
4. Warenkörbe werden wie „Wunschlisten“ behandelt
Online-Shopping ist einfach — manchmal sogar zu einfach.
Scrollen, klicken, in den Warenkorb legen. Kein Druck, keine Verkäufer, keine unangenehme Nähe. Kein Wunder also, dass viele Online-Käufer ihre Warenkörbe wie virtuelle Wunschlisten nutzen — fast 19 % von ihnen.
Am Ende lassen sie ihre Warenkörbe stehen, nachdem sie einfach aus Langeweile gestöbert und Produkte ohne echte Kaufabsicht hinzugefügt haben.
Stellen Sie sich Ihren Online-Shop als ein Schaufenster-Paradies vor, das rund um die Uhr geöffnet ist.
Die Seite steht jedem offen, jeder kann beliebig Produkte hinzufügen. Anders als im stationären Handel muss sich niemand sofort festlegen.
Gerade dieses fehlende Gefühl von Dringlichkeit führt dazu, dass viele Warenkörbe abgebrochen werden.
5. Bedenken bezüglich der Webseitensicherheit
Etwa 17 % der Kunden brechen ihren Einkauf ab, weil sie aus Sorge um Zahlungs- und Datensicherheit Bedenken haben.
Wir sind alle dem Risiko von Datenlecks und Online-Betrug ausgesetzt – mehr denn je.
Im vierten Quartal 2023 wurden weltweit mehr als acht Millionen Datensätze durch Datenlecks kompromittiert.

Denken Sie darüber nach: Wie wohl fühlen Sie sich, wenn Sie auf einer holprigen, schlecht gesicherten Website Ihre Kreditkartendaten eingeben sollen?
14 bewährte Strategien zur Verringerung von Warenkorbabbrüchen
Ich habe 22 E-Commerce-Unternehmer – von Online-Floristen bis hin zu Orthopädie-Fachgeschäften – befragt und aus ihren gesammelten Antworten eine Liste von 14 erprobten Strategien zur Wiedergewinnung abgebrochener Warenkörbe zusammengestellt.
Lassen Sie uns die vier – oder manchmal sogar mehr – Reiter der Warenkorbabbrüche besiegen.
1. Seien Sie transparent bei den Versandkosten
Beim Versand ist Transparenz das A und O. So halten Sie Ihre Kundinnen und Kunden zufrieden und korrekt informiert:
- Klare Aufschlüsselung. Machen Sie Versandgebühren separat von den Produktpreisen sichtbar. Das Letzte, was jemand an der Kasse will, ist eine unangenehme Überraschung. (Hurra! Erhalten Sie Ihre wertvollen Waren – nachdem Sie noch mehr draufgezahlt haben.)
- Erklären Sie die Gründe. Falls die Versandkosten für Ihre Produkte höher als der Durchschnitt sind, erklären Sie warum. Vielleicht ist Ihr Versand besonders hochwertig, um Beschädigungen zu vermeiden, oder Sie bieten umweltfreundliche Optionen an. Seien Sie offen über ungewöhnliche Kosten – ganz egal, aus welchem Grund.
- Bieten Sie kostenlosen Versand an. Ein Mindestbestellwert für Gratisversand kann sogar dazu motivieren, mehr zu kaufen.
Haben Sie alternativ schon einmal daran gedacht, einen Versandkostenrechner in Ihren Checkout-Prozess einzubauen?

Eine unserer erfolgreichsten Maßnahmen war die Integration eines Versandkostenrechners direkt in den Warenkorb, wodurch unerwartete Zusatzkosten beim finalen Bezahlvorgang ausgeschlossen wurden.
2. Optimieren Sie Ihren Checkout-Prozess
Ein komplizierter Bezahlvorgang kann Sie bares Geld kosten.
Laut Baymard kann eine Verbesserung des Checkout-Designs die Konversionsrate um bis zu 35,26 % für Onlineshops steigern. Außerdem kann die Optimierung des Bezahlvorgangs auch den durchschnittlichen Bestellwert (AOV) anheben!
Wie fangen Sie an? Werfen wir mal einen Blick darauf:
Reduzieren Sie die Anzahl der Klicks
Je mehr Formularfelder im Checkout, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Kunden sagen: „Nee, lieber doch nicht.”
Baymards Check-out Usability-Studie zeigte: Im Schnitt gibt es 12 Felder im Bezahlformular, obwohl meistens nur 8 benötigt werden. Also:
- Kombinieren, wo möglich. Wenn Versand- und Rechnungsadresse meist identisch sind, führen Sie beide Abfragen zusammen. Weniger Tippaufwand, weniger Stress, glücklichere Kunden.
- Nutzung von Autofill. Maximieren Sie den Komfort. Die Autofill-Funktion erspart Ihren Kund:innen Zeit, indem sie Formularfelder automatisch mit deren Daten füllt.
Bieten Sie eine Gastbestellung an
Behandeln Sie Ihre Kundschaft wie VIPs, nicht wie Gefangene. Verzichten Sie auf die Pflicht zur Kontoerstellung.
Geben Sie ihnen durch eine Gastbestellung die Freiheit zu wählen, damit für den Kauf eines T-Shirts kein endloser Fragebogen ausgefüllt werden muss.

Aber laut Baymards UX-Forschung sollten Sie dabei diese Fallstricke vermeiden:
- Das „Wo ist Walter?“-Checkout. Machen Sie „Gast-Checkout“ nicht zur versteckten Kostbarkeit. Kennzeichnen Sie diese Option deutlich und gut sichtbar.
- Schlichte Textlink-Variante: Verzichten Sie auf den langweiligen Textlink. Machen Sie „Gast-Checkout“ zu einer optisch hervorgehobenen Schaltfläche oder Option.
- Verborgener Schatz: Zwingen Sie Kund:innen nicht, erst an der Anmeldung vorbei zu scrollen, um „Gast-Checkout“ zu finden. Geben Sie diesem Bereich die gleiche Sichtbarkeit.
- Erst E-Mail, dann weiter: Lassen Sie Kund:innen nicht zuerst ihre E-Mail-Adresse eingeben, bevor der Gast-Checkout sichtbar wird. Das wirkt wie eine Mogelpackung.
Beispielsweise kennzeichnet Williams-Sonoma seine „Gast-Checkout“-Option klar in einer eigenen Spalte mit einem deutlich roten Button.

Drittanbieter-Plattformen oder Social-Media-Logins verwenden
Social Login ist eine Art Single Sign-On (SSO), die die Online-Authentifizierung erleichtert.
Der Service ermöglicht es Nutzer:innen, sich mit ihren Facebook-, Google- oder Twitter-Anmeldedaten bei Drittanbieter-Websites und Apps anzumelden.
Wenn Sie Ihre Lieblingskerze mit Zitrusduft kaufen wollen, möchten Sie ja schließlich keine Zeit verschwenden, indem Sie einen halben Aufsatz schreiben, nur um in den Shop einzutreten.

Live-Chat-Funktionen integrieren
Die Live-Chat-Funktion wird in der Regel als kleines Fenster auf Ihrer E-Commerce-Website angezeigt und bietet Kund:innen sofortige Unterstützung.
Betrachten Sie es als den Concierge Ihres Onlineshops. Es ist eine beruhigende Präsenz, die Vertrauen und Sicherheit schafft.
In meinem Unternehmen haben wir festgestellt, dass die Kundenbetreuung während des gesamten Checkouts die Abschlussraten deutlich verbessert hat.
Die Implementierung eines Live-Chats hat es Kund:innen ermöglicht, letzte Fragen oder Unsicherheiten direkt zu klären. Das verringerte die Zweifel und förderte den Abschluss.

Bieten Sie mehrere Zahlungsmethoden an
In den Niederlanden zum Beispiel dominiert Mastercard mit einem Marktanteil von 95 % den Zahlungsmarkt.
Wechseln wir jedoch nach Deutschland, sieht es ganz anders aus: Hier liegt der Anteil bei gerade einmal 12 %. Diese Vielfalt stellt Online-Unternehmen vor Herausforderungen.
Wenn Sie ein international tätiges E-Commerce-Unternehmen sind, bieten Sie eine breite Palette an Zahlungsoptionen an, um den Bezahlvorgang so reibungslos wie möglich zu gestalten.
Kreditkarten, digitale Geldbörsen, lokale Zahlungsmethoden – je mehr, desto besser.
Wir haben bemerkt, dass viele Kunden maßgefertigte Einlagen im Warenkorb zurückgelassen haben, wahrscheinlich wegen des höheren Preises.
Also haben wir flexible Zahlungsoptionen wie Afterpay eingeführt, wodurch die Leute ihre Zahlungen aufteilen konnten, ohne zusätzliche Kosten. Das war ein Wendepunkt.
Danach haben wir einen deutlichen Anstieg bei den Conversions festgestellt.
Aber wie integrieren Sie mehrere Zahlungsmethoden in Ihren Checkout-Prozess?
Sie benötigen ein zuverlässiges Zahlungs-Gateway, das quasi wie ein Universaladapter für Ihren Onlineshop funktioniert. Suchen Sie nach einem Gateway, das zu Ihren geschäftlichen Anforderungen passt und Funktionen wie wiederkehrende Abrechnung und Betrugsprävention bietet.
Das sind unsere Top 10 der besten Zahlungs-Gateways auf dem aktuellen Markt:
3. Kaufängste weiter reduzieren
Wenn Ihr Geld auf dem Spiel steht, ist es kein Wunder, dass Sie wie eine Katze auf heißen Kohlen sind, um zu verhindern, dass etwas schiefgeht.
Laut der klinischen Psychologin Dr. Elvira Aletta gilt: „Angst gedeiht auf Unwissenheit und hat die unschöne Angewohnheit, sich selbst zu verstärken.“
Das Sprichwort „Wissen ist Macht“ ist daher aktueller denn je, um Warenkorbabbrüche zu verhindern.
Hier sind einige Möglichkeiten, wie Sie einen wirklich stressfreien Checkout-Prozess gestalten können:
- Geben Sie Käufern die Möglichkeit, ihren Warenkorb einfach zu bearbeiten. Lassen Sie sie Mengen ändern, Farben oder Größen tauschen und Artikel für später speichern. Diese Flexibilität nimmt den Druck und ermöglicht ihnen ein entspanntes Einkaufserlebnis.
- Machen Sie Gutscheine und Rabatte einfach einlösbar. Stellen Sie sicher, dass Ihr Gutschein- oder Rabattfeld leicht zu bedienen ist. Relevante Angebote sollten angezeigt und Rabatte sofort angewendet werden.
- Bieten Sie vielfältige Lieferoptionen. Stellen Sie verschiedene Versandoptionen bereit, damit für jeden etwas dabei ist. Egal ob Abholung im Laden oder Expressversand, lassen Sie die Kunden selbst entscheiden, was ihnen am besten passt.
- Ermöglichen Sie eine Bestellübersicht. Geben Sie den Kunden die Gelegenheit, ihre Bestellung vor dem finalen Kaufabschluss zu überprüfen. Diese letzte Möglichkeit, alles noch einmal zu kontrollieren, nimmt Ängste und gibt Sicherheit.
Amazon macht das ziemlich gut:

4. Bieten Sie eine flexible Rückgaberegelung an
Ein Viertel (25 %) aller Rücksendungen gehen auf einen einfachen Fehler zurück: Das falsche Produkt wird verschickt. Das ist ein großes Problem.
Kunden, denen das passiert, brauchen klare Anweisungen: Wann können sie den Artikel zurücksenden? Wohin müssen sie ihn schicken? Wie starten sie den Prozess überhaupt?
Eine verwirrende Rückgaberichtlinie kann Zweifel und Zögern hervorrufen und letztendlich zu Umsatzeinbußen führen, wie die Marketing-Spezialistin Nora Sudduth betont. „Das Fehlen klarer Informationen zu Rückgaben und Rückerstattungen führt im entscheidenden Moment des Kaufs zu Unsicherheiten“, warnt sie.
Eine starke Rückgaberichtlinie ist ein vertrauensbildender Leitfaden für sowohl Kunden als auch Unternehmen. Sie zeigt klar auf, welche Produkte zurückgegeben werden können, wie die Rückgabe abläuft und welche Fristen gelten.
Diese Klarheit kommt allen zugute—Kunden fühlen sich sicher und gut informiert. Und Unternehmen wie Ihres können teure Rückbuchungen und negative Bewertungen vermeiden.
Zum Beispiel: Bose bietet eine „Rückgabebestimmungen“-Seite mit einer Chat-Funktion für schnelle Unterstützung und klar hervorgehobenen, verlinkten FAQs:

5. Sichern Sie Ihren Onlineshop (und zeigen Sie es!)
Wäre Ihr Shop als Tresor für Kundendaten eher wie Fort Knox oder wie ein Tontopf-Sparschwein?
Baymard berichtet, dass 18 % der Online-Shopper ihren Warenkorb abbrechen, weil sie der Website ihre Kreditkarteninformationen nicht anvertrauen. Diese verlorenen Verkäufe sind jedoch sehr leicht wiederzuerlangen.

So geht‘s:
- Verwenden Sie ein SSL-Zertifikat (Security Socket Layer). Dadurch werden sensible Daten wie Kreditkartennummern durch Verschlüsselung vor Hackern geschützt. Woran erkennen Ihre Kunden, ob Sie eines nutzen? Ganz einfach: Sie sehen „https“ am Anfang Ihrer Website-Adresse – nicht nur „http“.
- Zeigen Sie Sicherheitszertifikate an. Zeigen Sie durch Abzeichen von Anbietern wie VeriSign, McAfee oder dem BBB, dass Sie vertrauenswürdig sind.
- Seien Sie transparent bezüglich Ihrer Datenschutzerklärung. Erklären Sie, wie Ihr Unternehmen die von Kunden erhaltenen Informationen sammelt, nutzt und schützt. Diese Offenheit schafft Vertrauen und mindert Kaufzweifel.
6. Für Mobilgeräte optimieren
Brechen Ihre mobilen Käufer ihre Warenkörbe öfter ab als Nutzer am Desktop? Dann ist Ihre mobile Seite vermutlich reif für ein Upgrade.
Behalten Sie Ihre Warenkorbabbruchsquoten auf verschiedenen Geräten im Blick. Falls Ihre mobile Nutzererfahrung nicht überzeugt, ist es Zeit für Verbesserungen. Zum Beispiel könnten Sie:

- Gestalten Sie Ihre Warenkorb-Seite für die Einhand-Bedienung. Platzieren Sie wichtige Elemente wie „Zur Kasse gehen“ dort, wo sie bequem mit dem Daumen erreichbar sind.
- Erstellen Sie eine dynamische Tastatur, die sich je nach Feldanforderung ändert. Beispielsweise können Sie bei der Eingabe einer Telefonnummer ein Ziffernfeld anzeigen lassen.
7. Nutzen Sie Exit-Intent-Popups
Exit-Popups sind kleine Fenster, die erscheinen, wenn Sie im Begriff sind, eine Website zu verlassen.
Sie können zwar als störend empfunden werden, aber wenn sie richtig eingesetzt werden, sind sie äußerst wirksam. Laut OptinMonster können damit zusätzlich 2 %-4 % der Besucher konvertiert werden.
Verabschieden Sie sich aber von generischen Botschaften wie „Bitte gehen Sie nicht!“. Individualisieren Sie Ihre Popups und sprechen Sie die Nutzer gezielt an.
Zum Beispiel hat mir Glossier Folgendes angeboten, als ich gerade dabei war, ihre Website zu verlassen:

8. Baue Vertrauen durch soziale Bestätigung auf
Soziale Bestätigung ist der Effekt „Alle machen es“, und sie ist unglaublich wirkungsvoll.
Was ist der beste Weg, zögerliche Besucher davon zu überzeugen, selbstbewusste Käufer zu werden? Zeige ihnen, dass sie nicht allein sind.
So geht's:
- Nutze Kundenbewertungen. Teile deine hervorragenden Sternebewertungen, stelle zufriedene Käufer in den Mittelpunkt und zeige nutzergenerierte Inhalte. Es ist, als würdest du sagen: „Schau, wie viele Leute unsere Produkte lieben! Du wirst es auch.“
- Verwende Echtzeit-Benachrichtigungen. Erziele Aufmerksamkeit mit Live-Kauf-Benachrichtigungen wie „Der Pullover wurde gerade verkauft!“ Oder zeige einen Live-Besucherzähler an. „37 Personen sehen sich dieses Produkt gerade an!“ Dynamische Updates erzeugen Dringlichkeit und Spannung.
Sieh dir an, wie ASOS ein Gefühl von Dringlichkeit erzeugt, indem auf einer Produktseite ein kleines, aber auffälliges „SCHNELLE VERKÄUFE“ Banner angezeigt wird:

9. Schreibe einen Call-to-Value (CTV) statt einer Call-to-Action (CTA)
Ein Call-to-Action (CTA) ist eine Schaltfläche oder ein Link, die Website-Besucher zu einer Aktion auffordern. Aber einfach „Mehr erfahren“ oder „Jetzt kaufen“ reicht nicht immer aus.
Solche generischen CTAs bieten keinen Kontext. Mehr erfahren über was? Was kaufen?
Hier siehst du den Unterschied:
- „Lade unser kostenloses E-Book herunter.“
- „Lade unser kostenloses E-Book herunter und entdecke die Geheimnisse, wie du mehr Conversions erzielst.“
Die zweite Version liefert ein Wertversprechen, um die Besucher zur Handlung zu bewegen.
😉So machen wir es:

10. Versende Warenkorb-Erinnerungs-E-Mails
Warenkorb-Erinnerungs-E-Mails funktionieren. Punkt.
Es sind automatisierte Nachrichten, die Kunden an die Artikel erinnern, die sie liegen gelassen haben – quasi ein freundlicher Reminder, ein virtueller Klaps auf die Schulter. „Hey, du hast was Tolles vergessen!“
Außerdem sind sie eine prima Gelegenheit, Kunden erneut zu aktivieren, Rabatte anzubieten, passende Produkte vorzuschlagen und das Angebot noch attraktiver zu machen.
Und die Ergebnisse? Ziemlich beeindruckend. Warenkorb-Erinnerungs-E-Mails haben eine 41,18 % Öffnungsrate.
Eine erfolgreiche Strategie, die ich angewendet habe, war das Versenden einer Serie von E-Mails zu abgebrochenen Warenkörben mithilfe von Automatisierungstools.
Nachdem ich eine automatisierte E-Mail-Sequenz implementiert hatte, konnte ich einen deutlichen Anstieg der zurückgewonnenen Verkäufe verzeichnen – etwa 15 % mehr als vorher!
Die erste E-Mail dient als sanfte Erinnerung daran, was sie zurückgelassen haben, während Folge-E-Mails Anreize wie Rabatte oder kostenlosen Versand bieten, wenn sie ihren Einkauf innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens abschließen.
Dieser Ansatz motiviert Kunden nicht nur zur Rückkehr, sondern erzeugt auch ein Gefühl der Dringlichkeit und führt zu schnelleren Kaufentscheidungen.
Machen Sie es sich einfach mit Warenkorbabbruch-Software – verfolgen Sie abgebrochene Warenkörbe und senden Sie automatisierte Erinnerungen, damit Sie leichter Verkäufe zurückholen und Ihre E-Mail-Kampagnen reibungslos weiterlaufen.
Hier sind unsere Top 10 Empfehlungen für die beste Warenkorbabbruch-Software:
11. Schalten Sie Retargeting-Anzeigen
Diese cleveren Anzeigen "verfolgen" Käufer, die Ihre Website besucht, aber nichts gekauft haben. Sie sind eine effektive Möglichkeit, das Interesse neu zu entfachen und sie zum Abschließen des Kaufs zurückzuholen.

So richten Sie Ihre eigene Retargeting-Marketingkampagne ein:
- Pflanzen Sie ein Tracking-Pixel: Dieser Code-Schnipsel auf Ihrer Warenkorbseite überwacht, wann jemand Artikel hinzufügt, aber nicht kauft. Die meisten Anzeigenplattformen wie Facebook und Google bieten diese Pixel an, sodass die Einrichtung ganz einfach ist.
- Passen Sie Ihre Kampagne an: Entscheiden Sie, wie lange Sie diese Käufer mit Anzeigen „verfolgen“ möchten (eine Woche? Einen Monat?), wie oft Ihre Anzeigen angezeigt werden sollen und wie viel Sie ausgeben möchten.
Aber lassen Sie es nicht bei Anzeigen!
Kombinieren Sie Retargeting mit E-Mail-Marketing für eine besonders wirkungsvolle Wirkung. Sie können automatisierte E-Mails an dieselben Käufer senden, sie an ihre verlassenen Warenkörbe erinnern und Anreize bieten, um sie zurück auf Ihre Seite zu holen.
Wenn es darum geht, verlorene Verkäufe zurückzugewinnen, ist diese Doppelstrategie äußerst effektiv.
Wenn Sie nach zuverlässiger E-Mail-Marketing-Software suchen, haben wir genau die richtige Liste für Sie:
12. Bieten Sie internationalen Kunden ein lokalisiertes Einkaufserlebnis
Sie möchten Ihren Online-Shop international ausrichten? Großartig! Aber denken Sie daran: Ein Pariser Kunde möchte Preise in Euro sehen – nicht in Dollar. Machen Sie es internationalen Kunden leicht, die Währung umzuschalten.
So geht's:
- Verwenden Sie Geolokalisierung, um automatisch Preise in der lokalen Währung des Kunden anzuzeigen. Zusätzliche Pluspunkte gibt es, wenn auch die Versandkosten basierend auf dem Standort berechnet werden!
- Optimieren Sie Ihre Checkout-, Warenkorb- und Produktseiten für eine einfache Übersetzung. Kassen in Fremdsprachen sind ein No-Go.
- Lassen Sie sich von den Besten inspirieren. Diese vier Marken machen es vor:
- Der globale Online-Modehändler ASOS zeigt Preise in lokalen Währungen an und bietet lokalisierte Inhalte, die auf regionale Trends abgestimmt sind.
- Neben lokalisierten Preisen, Sprachoptionen und Kundenservice hat Amazon eigene Storefronts für zahlreiche Länder.
- Bei Etsy, dem globalen Marktplatz für Handgemachtes und Vintage, können Verkäufer Produkte in mehreren Währungen einstellen, sodass Käufer in ihrer bevorzugten Währung einkaufen können.
- Ein lokalisiertes Nike-Erlebnis umfasst Währungsumrechnung, Sprachoptionen und sogar regional ausgerichtete Produktkollektionen.

13. Bieten Sie ausführliche Produktbeschreibungen an
Wir haben festgestellt, dass ausführliche Produktbeschreibungen und klare Bilder die Kaufskepsis minimieren, da Kunden dadurch fundierte Entscheidungen treffen können.
sagt David Zhang, Geschäftsführer von Kate Backdrops
Ihre Produktbeschreibungen müssen informativ, ansprechend und in der Lage sein, alle möglichen Fragen eines Kunden zu beantworten.
So erstellen Sie überzeugende Produktbeschreibungen:
- Visualisieren Sie das Produkt. Verwenden Sie anschauliche Sprache, um die Textur, den Geruch und das Aussehen des Produkts zu beschreiben. Helfen Sie den Kunden, sich vorzustellen, wie es sich anfühlt, Ihr Produkt zu halten, zu tragen oder zu benutzen.
- Heben Sie Hauptmerkmale und Vorteile hervor. Zählen Sie nicht nur die Spezifikationen auf. Erklären Sie stattdessen, welche konkreten Vorteile diese Eigenschaften für die Kundschaft bedeuten.
- Beantworten Sie häufige Fragen. Antizipieren Sie in Ihren Beschreibungen Kundenfragen und gehen Sie proaktiv darauf ein. Das vermindert Unsicherheit und sorgt für Vertrauen.
- Setzen Sie auf hochwertige Bilder. Verwenden Sie klare, vergrößerbare Bilder, um Ihr Produkt aus verschiedenen Blickwinkeln zu präsentieren. Für ein noch eindrucksvolleres Erlebnis nutzen Sie zusätzlich Videos oder 360-Grad-Ansichten.

14. Testen und optimieren Sie Ihre Website mit A/B-Tests
Sie haben eine Hypothese (Ihr aktuelles Design), aber Sie müssen testen, ob sie wirklich funktioniert. Genau dafür sind A/B-Tests da.
Im Grunde genommen lassen Sie zwei Versionen Ihrer Webseite gegeneinander antreten.
So funktioniert das:
- Erstellen Sie zwei Versionen. Nehmen Sie eine kleine Änderung an Ihrer Webseite vor, etwa eine andere Überschrift, eine neue Buttonfarbe oder ein anderes Bild. Das ist Ihre „Herausforderer“-Version.
- Teilen Sie den Traffic auf. Zeigen Sie der Hälfte Ihrer Besucher die Originalversion und der anderen Hälfte die Herausforderer-Version.
- Erfassen Sie die Ergebnisse. Beobachten Sie wichtige Kennzahlen wie Conversion-Raten, Absprungraten und Verweildauer.
- Küren Sie einen Gewinner. Analysieren Sie die Daten, um festzustellen, welche Version besser abschneidet. Der Sieger wird zum neuen Champion!
Mit A/B-Tests können Sie datenbasierte Entscheidungen treffen und Ihre Webseite kontinuierlich verbessern, um Warenkorbabbrüche zu reduzieren.
Hier stoppt der Warenkorb
Ihre Verteidigung gegen Warenkorbabbrüche beginnt mit Vertrauen – keine unliebsamen Überraschungen beim Checkout, tatsächlich funktionierende Zahlungsoptionen, Sicherheit, die Kunden ein gutes Gefühl gibt, und ein mobiles Erlebnis, das nicht zum Frust verführt.
Immer wenn Vertrauen gebrochen wird, zeigen abgebrochene Warenkörbe den Grund.
Sicher, man könnte alles in Tabellen nachverfolgen. Jeder verlorenen Bestellung manuell hinterherjagen. Verzweifelte „Bitte komm zurück“-E-Mails um 3 Uhr morgens verschicken.
Oder Sie könnten ein System aufbauen, das arbeitet, während Sie schlafen. Moderne Tools und Software, die Rabatte automatisch anwenden und "vielleicht später" in "halt den Mund und nimm mein Geld" verwandeln.
Hören Sie den Geschichten zu. Beheben Sie, was nicht funktioniert. Gewinnen Sie diese Verkäufe zurück.
Verpassen Sie keinen Trend. Bleiben Sie im rasanten E-Commerce-Geschäft immer einen Schritt voraus. Abonnieren Sie unseren Newsletter für aktuelle Einblicke und Tipps von führenden E-Commerce-Expert:innen!
FAQ zur Senkung der Warenkorbabbruchquote
Brauchen Sie weitere Hilfe? Hier finden Sie die passenden Antworten!
Wie berechne ich meine Warenkorbabbruchquote?
Diese Kennzahl zeigt Ihnen den Prozentsatz der Käufer:innen, die zwar Artikel in den Warenkorb legen, den Kauf dann aber nicht abschließen.
Hier ist die Formel:
Warenkorbabbruchquote = (1 – (Abgeschlossene Käufe / Erstellt Warenkörbe)) * 100
Beispiel: Angenommen, auf Ihrer Website wurden 100 Warenkörbe erstellt.
Davon wurden nur 20 zu abgeschlossenen Käufen.
Berechnung:
- 20 (abgeschlossene Käufe) / 100 (erstellte Warenkörbe) = 0,2
- 1 – 0,2 = 0,8
- 0,8 x 100 = 80%
Daher liegt die Warenkorbabbruchquote bei 80 %. (Autsch.)
Was ist der Unterschied zwischen Warenkorbabbruch und Kaufabbruch im Checkout?
Es kommt darauf an, wann Ihr Kunde oder Ihre Kundin den Vorgang abbricht:
- Warenkorbabbruch. Der Kunde oder die Kundin legt Artikel in den Warenkorb, verlässt aber die Seite, bevor er/sie mit dem Checkout beginnt. Sie befinden sich noch im Stöbermodus.
- Kaufabbruch im Checkout. Der Kunde oder die Kundin beginnt mit dem Bezahlvorgang – gibt Versand- und Zahlungsdaten ein –, bricht den Kauf aber vor dem Abschluss ab.
Das Ergebnis ist der gleiche verlorene Verkauf, aber in unterschiedlichen Phasen der Customer Journey. Zu wissen, welche Problematik Ihren Shop betrifft, hilft beim gezielten Beheben.
