Herzschmerz der E-Commerce-Kennzahlen: Warenkorbabbruchraten zeigen auf, wenn Kunden zögern, einen Kauf abzuschließen – Hinweise auf potenzielle Probleme wie hohe Kosten oder langsame mobile Erlebnisse.
Zahlen, die sich nicht festlegen wollen: Die Formel zur Berechnung der Warenkorbabbruchrate zeigt, wie viele Menschen ihren Kauf abbrechen – entscheidend, um Schwachstellen im Checkout-Prozess zu erkennen und zu beheben.
Der wenig erfreuliche E-Commerce-Durchschnitt: Eine durchschnittliche Warenkorbabbruchrate von 70,19 % zeigt, wie verbreitet dieses Problem branchenübergreifend ist und betont die Notwendigkeit von Verbesserungsstrategien.
Die Kunst, Kunden nicht zu verlieren: Die Identifizierung und Beseitigung der Gründe für hohe Warenkorbabbrüche ist entscheidend, um potenzielle Kunden nicht zu verlieren und einen reibungsloseren Checkout zu ermöglichen.
Shoppen, bis es (nicht) kracht: Das Verständnis der Warenkorbabbrüche, insbesondere bei mobilen Nutzern und in unterschiedlichen Branchen, hilft Unternehmen, Strategien gezielt anzupassen und mehr Käufe abzuschließen.
Die Warenkorbabbruchrate ist der Herzensbrecher unter den E-Commerce-Kennzahlen. Sie ist nicht nur eine Zahl. Sie ist ein blinkendes Neonschild, das schreit: „Ihre Kunden zögern!“
Der Grund kann alles sein – vom Preisschock bis zu einer mobilen Nutzererfahrung, die langsamer ist als Ihr Montagmorgen.
Glücklicherweise müssen Sie nicht raten.
In diesem Leitfaden zeige ich Ihnen die Details der Warenkorbabbruchrate.
Wussten Sie, dass mobile Nutzer ihre Warenkörbe häufiger aufgeben und dass bestimmte Branchen eine höhere durchschnittliche Abbruchrate haben? Wussten Sie, wie andere Unternehmen in Ihrer Branche mit Warenkorbabbrüchen umgehen?
Wir packen in diesem Leitfaden aus. Wir tauchen tief in die Daten zu Warenkorbabbrüchen branchenübergreifend ein und fragen Experten aus erster Hand, wie sie das Problem angehen.
Los geht’s.
Was ist die Warenkorbabbruchrate?
Die Warenkorbabbruchrate misst den Prozentsatz der Kunden, die mit Freude Produkte in ihren Warenkorb legen, aber Sie beim Bezahlvorgang dann im Stich lassen.
Hier ist die Formel
Warenkorbabbruchrate = (Erstellte Warenkörbe - Abgeschlossene Käufe) x 100
Erstellte Warenkörbe
Nehmen wir an, Sie verkaufen Schuhe.
100 Personen besuchen Ihren Onlineshop und legen Artikel in den Warenkorb. Aber wenn nur 30 % tatsächlich bezahlen und Schuhe kaufen, beträgt Ihre Warenkorbabbruchrate satte 70 %. Autsch, das tut weh.
Die Warenkorbabbruchrate zu verfolgen, ist geschäftskritisch – sonst lassen Sie bares Geld auf dem virtuellen Tisch liegen. Sie zeigt Ihnen, wo Ihr Verkaufstrichter Geld verliert: Liegt es an hohen Versandkosten, einem umständlichen Checkout oder Ablenkungen wie Netflix?
Wenn Sie die Gründe für eine hohe Warenkorbabbruchrate kennen, können Sie Strategien entwickeln, um das Leck zu stopfen.
Wie hoch ist die durchschnittliche Warenkorbabbruchrate im E-Commerce?
Die durchschnittliche Warenkorbabbruchrate liegt laut Baymard Institute bei 70,19 %.
Zur Klarstellung: Diese Zahl basiert nicht auf eigener Forschung. Es handelt sich um einen Durchschnittswert aus verschiedenen Studien zu Warenkorbabbrüchen im Laufe der Jahre und über verschiedene Branchen hinweg.
Das bedeutet, Ihre Warenkorbabbruchrate kann über oder unter 70 % liegen, und das kann trotzdem normal sein.
Setzen wir diese Zahl mal in Relation.
Stellen Sie sich erneut vor, Sie verkaufen wieder Schuhe – diesmal in Ihrem Ladengeschäft. Kunden können während des Einkaufs Schuhe in einen Korb legen und Artikel, die sie doch nicht möchten, an der Kasse wieder zurücklegen.
Stellen Sie sich nun vor, 70 % der Schuhe, die Kunden aufgenommen haben, landen auf dem "Hab’s mir anders überlegt"-Stapel. Was Sie verkaufen, steht in keinem Verhältnis zu dem, was Sie jetzt wieder ins Regal räumen müssen.
So viel Umsatz könnten Sie bei einer Warenkorbabbruchrate von 70 % verlieren.
Auch wenn 70 % ein guter Richtwert sind, kann Ihre Warenkorbabbruchrate völlig anders aussehen.
Was ist eine gute Warenkorbabbruchrate?
Alles unter 70 % ist ein solider Anfang.
Wenn Sie unter die 70-%-Marke kommen, sind Sie schon besser als der Durchschnitt, aber ich würde sagen: Eine gute Warenkorbabbruchrate ist nie statisch – sie sollte sich stetig verbessern.
Was eine gute Abbruchrate ist, hängt außerdem von Ihrer Branche und Zielgruppe ab.
Wenn Sie unentbehrliche Artikel verkaufen, liegt der Branchendurchschnitt bei den Warenkorbabbrüchen deutlich unter 70 %. Liegen Sie bei 70 % oder darüber, ist es Zeit für Gegenmaßnahmen.
Wenn Ihre Warenkorbabbruchrate nach allen Überlegungen deutlich höher ist, als sie idealerweise für Ihr Geschäft sein sollte, ist es an der Zeit, genauer nachzuforschen.
Wie Segmentierung die Warenkorbabbruchrate verbessert
Verschiedene Faktoren beeinflussen die Warenkorbabbruchrate – Branche, Gerätetyp und Kundendemografie. Sehen Sie diese jedoch nicht als feststehende Probleme, sondern als Chancen, Ihre Zielgruppen zu segmentieren und so die Abbruchrate zu senken.
Segmentieren Sie Ihre Kunden nach deren Verhalten, Shopping-Gewohnheiten, genutzten Geräten und Standort, um zu verstehen, warum bestimmte Gruppen ihren Warenkorb aufgeben.
Beispielsweise nutzen jüngere Käufer häufiger mobile Geräte – etwa beim Pendeln oder bei der Arbeit.
Betrachten Sie Segmente als Stellschrauben, mit denen Sie die Warenkorbabbruchrate für eine bestimmte Nutzergruppe verbessern können. Wenn mobile Nutzer einen großen Teil Ihres Traffics ausmachen, konzentrieren Sie sich auf die Verbesserung des mobilen Einkaufserlebnisses:
- Stellen Sie sicher, dass Schaltflächen groß und leicht zu tippen sind.
- Aktualisieren Sie Ihre Benutzeroberfläche, damit sie modern und intuitiv wirkt – nicht wie ein Relikt aus Windows 95.
- Optimieren Sie die Leistung, damit die App oder Website bei schnellen Interaktionen nicht abstürzt.
Nachdem Sie diese Anpassungen vorgenommen haben, verfolgen Sie die Warenkorbabbruchrate in den nächsten Monaten. Sie werden wahrscheinlich eine deutliche Verbesserung feststellen.
Warum sind Warenkorbabbruchraten wichtig?
Die Warenkorbabbruchrate ist nicht nur eine Kennzahl – sie ist das Gesundheitszeugnis Ihres Online-Shops.
Eine Art Zeugnis, das zeigt, warum Kundinnen und Kunden den Warenkorb verlassen, ohne den Kauf abzuschließen. Ursachen können eine schlechte Benutzerfreundlichkeit, unerwartete Kosten beim Checkout oder das Fehlen der bevorzugten Zahlungsmethode sein.
Wenn Sie diese "Krankheit" behandeln, können Sie Umsatz zurückgewinnen und den Marketing-ROI maximieren.
Darum ist die Warenkorbabbruchrate so relevant:
- Jeder abgebrochene Warenkorb steht für potenzielle Einnahmen, die Ihnen durch die Finger gleiten. Zum Vergleich: Wenn Ihr Schuhgeschäft aktuell einen Umsatz von $300.000 erzielt und Ihre Warenkorbabbruchrate bei 70% liegt, hätten Sie mit null Abbrüchen $1 Million umsetzen können. Natürlich sind null Abbrüche unrealistisch, aber schon eine Verringerung um 10% kann zusätzliche $100.000 Umsatz bringen.
- Eine hohe Warenkorbabbruchrate wirkt sich auch auf Ihre Customer Acquisition Cost (CAC) aus. Sie haben bereits für Anzeigen, SEO und Marketingkampagnen bezahlt, um Besucher zu gewinnen. Verlieren Sie Interessenten, die über diese Kanäle auf Ihre Website kommen und ohne Kauf gehen, verschwenden Sie Geld für Leads, die nicht konvertieren.
- Die Warenkorbabbruchrate gibt direkten Aufschluss über Ihren Checkout-Prozess. Eine hohe Rate signalisiert Reibungspunkte – egal, ob unerwartete Gebühren, schlechte Nutzererfahrung oder Vertrauensprobleme. Das Ergebnis? Niedrigere Konversionsraten und weniger Profitabilität.
Die 5 Hauptursachen für Warenkorbabbrüche
Die Gründe für Warenkorbabbrüche liegen meist im Kundenerlebnis. Schauen wir uns die fünf größten Übeltäter an:
1. Hohe Versandkosten
Jeder Unternehmer, mit dem ich sprach, sagte, dass hohe Versandkosten für die Kunden ein K.-o.-Kriterium sind.
Tatsächlich sind überraschende Kosten im Checkout der häufigste Grund für Warenkorbabbrüche—Zusatzkosten (Versand, Steuern, Gebühren) machen 48% der Abbrüche aus.
Kostenloser Versand, zumindest ab einem bestimmten Bestellwert, ist die erfolgversprechendste Methode, um Warenkorbabbrüche wegen hoher Versandkosten zu minimieren.
Wenn kostenloser Versand nicht machbar ist, seien Sie offen (und das bereits proaktiv).
Sonny Stafford, Chief Commercial Officer bei Bonafide Health, LLC, sagt, dass ihr Unternehmen sogar noch weitergeht und die Schwelle für kostenlosen Versand während der gesamten Customer Journey kommuniziert.
„Um Transparenz zu gewährleisten, kommunizieren wir diese Schwellen klar während der gesamten Customer Journey – auf dem Hero-Banner, den Produktseiten und in Anzeigen,“ sagt er.

Durch Transparenz konnte Bonafide Health auch den durchschnittlichen Bestellwert steigern.
Wie Sonny es ausdrückt:
Kunden wissen von Anfang an, was sie für kostenlosen Versand benötigen – noch bevor sie den Warenkorb erreichen.
Dieser Ansatz hat geholfen, den durchschnittlichen Bestellwert zu steigern und Warenkorbabbrüche zu reduzieren, da es keine Überraschungen mehr gibt.
2. Komplexer Checkout-Prozess
Fühlt sich Ihr Checkout-Prozess an wie ein Rubik’s Cube? Das könnte Kunden beim Bezahlen abschrecken.
Ich sprach mit Dan Dillon, Geschäftsführer von CleanItSupply, über den Zusammenhang zwischen dem Checkout-Prozess und der Warenkorbabbruchrate.
Er erzählte, dass er persönlich Erfahrung damit hat, einen komplexen Checkout-Prozess zu optimieren.
Nachdem ihm auffiel, dass Kunden beim Checkout abspringen, stellte Dan auf einen Eintasten-Checkout um und bemerkte deutliche Verbesserungen.
Die wichtigste Änderung, die wir für unseren vereinfachten Checkout vorgenommen haben, war die Einführung des Eintasten-Checkouts.
Indem wir den Prozess auf eine einzige Seite reduziert haben, konnten wir die Reibung deutlich verringern und es unseren Kunden ermöglichen, schneller und einfacher einzukaufen.
Dan Dillon, Geschäftsführer von CleanItSupply
Wenn ein One-Step-Checkout keine Option ist, dann zumindest:
- Entfernen Sie unnötige Formularfelder
- Aktivieren Sie die Gast-Checkout-Option
- Zielen Sie auf einen Checkout ab, der mit maximal drei Klicks abgeschlossen werden kann
Erstellen Sie mehrere Varianten Ihres Checkout-Prozesses und führen Sie A/B-Tests durch, um herauszufinden, welche am besten funktioniert.
Dan verwendet beispielsweise eine Kombination aus A/B-Tests und Heatmaps, um Verbesserungsbereiche zu identifizieren.
„Eine bedeutende Methode, die wir anwenden, ist das A/B-Testing, um statistisch zu ermitteln, welche Variante unseres Checkout-Prozesses besser funktioniert. Außerdem nutzen wir Heatmaps, um zu visualisieren, wo Kunden eventuell stecken bleiben oder abspringen.“ erklärt Dan.
Zum Verständnis: So sehen Heatmaps aus:

Die roten Bereiche zeigen, wo Kunden viel Zeit verbringen. Das Entfernen dieser Felder kann den Checkout beschleunigen.
3. Fehlende Zahlungsoptionen
Moderne Käufer erwarten ein großes Angebot an Zahlungsmöglichkeiten. Wenn ihre bevorzugte Methode fehlt, springen 13 % der Kunden ab.
Die meisten E-Commerce-Seiten bieten die Klassiker an – PayPal sowie Kredit- und Debitkarten. Aber was ist mit neueren Zahlungsmethoden wie digitalen Wallets (wie Google Pay und Apple Pay), BNPL (Buy Now, Pay Later) und Krypto?
Online-Shopper sind offenbar eine wählerische Kundschaft.
Vierzig Prozent der BNPL-Nutzer brechen einen Kauf ab, verschieben ihn oder wählen ein günstigeres Produkt, falls diese Option beim Checkout fehlt. Besonders groß ist der Anteil bei Baby Boomern und Senioren: 26 % von ihnen würden den Kauf abbrechen, wenn sie nicht mit BNPL bezahlen können.
Wir wissen, wie wirkungsvoll BNPL ist. Deshalb haben wir die besten BNPL-Plattformen für Sie recherchiert:
Digitale Wallets sind sogar noch wichtiger. Nutzer digitaler Wallets geben im Durchschnitt 31 % mehr bei allen Kaufarten aus.
Die meisten davon (etwa 79 %) sind Verbraucher der Generation Z. Wenn sie Ihre Zielgruppe sind, sind digitale Wallets ein Muss.
Im Kern geht es darum, möglichst viele sichere Zahlungsmethoden anzubieten, damit niemand abspringt, nur weil sein bevorzugtes Wallet nicht dabei ist.
4. Probleme mit der Website-Performance
Eine fehlerhafte Website ist das digitale Äquivalent zu einem Laden mit flackerndem Licht und quietschenden Türen.
Wenn Seiten abstürzen, langsam laden oder nicht funktionieren, verlassen Kunden den Shop. Und machen Sie keinen Fehler: Was zunächst wie eine kleine Störung aussieht, kann der Grund sein, warum 17 % Ihrer Käufer abspringen.
Jede weitere Sekunde Ladezeit ist eine Gelegenheit für Kunden, den Warenkorb zu verlassen.
Mobileshopping-Kunden sind besonders kompromisslos, da sie oft mehrere Dinge gleichzeitig tun – beim Pendeln, in der Warteschlange im Café oder beim Fernsehen.
Der Wettbewerb um Aufmerksamkeit auf mobilen Geräten ist außerdem heftig.
Benachrichtigungen aus sozialen Netzwerken, SMS und E-Mails lenken ständig ab. Ein schlechtes Surferlebnis ist der perfekte Anlass für einen Kunden, die Aufmerksamkeit woanders hin zu lenken.
So verhindern Sie, dass Kunden wegen technischer Probleme den Warenkorb stehen lassen:
- Verwenden Sie PageSpeed Insights, um zu überwachen, wie schnell Ihre Webseiten laden, und optimieren Sie diese für maximale Geschwindigkeit – das Komprimieren von Bildern, die Nutzung von CDNs und verschiedene andere Techniken können dazu beitragen, die Ladezeit Ihrer Seite zu verbessern.
- Optimieren Sie die mobile Benutzeroberfläche Ihrer Website und App. Das Hinzufügen von großflächigen Buttons und einer einfachen Navigation ist hierbei ein hervorragender Anfang.
- Nutzen Sie einen zuverlässigen Hosting-Service. Anbieter mit einer Ausfallzeit von mehr als 0,1 % sind schlecht für Ihr Geschäft. Wählen Sie VPS-, dediziertes oder Cloud-Hosting je nach Ihrem Traffic-Bedarf, damit Ihre Website nicht langsam ist, nur weil Sie den falschen Hosting-Plan gewählt haben.
- Optimieren Sie die Serverleistung. Verwenden Sie einen schlanken Server-Stack wie Nginx oder LiteSpeed, halten Sie die Server-Software aktuell und nutzen Sie Gzip- oder Brotli-Komprimierung, um die Datenübertragungsgröße zu verringern.
5. Vertrauensprobleme und Sicherheitsbedenken
Kunden werden ihre Kreditkarteninformationen nicht auf einer Seite eingeben, die unseriös wirkt.
Fünfundzwanzig Prozent der Kunden brechen ihren Warenkorb ab, weil sie dem Onlineshop ihre Zahlungsdaten nicht anvertrauen – dies ist der drittgrößte Treiber für Warenkorbabbrüche.
In meinem Gespräch mit Mark Angew, dem CEO von Eyeglasses.com, zum Thema Warenkorbabbrüche erwähnte er, dass neue Kunden öfter den Kauf abbrechen als wiederkehrende Kunden.
Das größte Hindernis für einen Abschluss bei Neukunden? Vertrauen.
Um der Sache weiter auf den Grund zu gehen, fragte ich ihn, wie er Vertrauen bei neuen Kunden für mittel- und hochpreisige Brillenmodelle aufbaut.
Marks Ansatz läuft darauf hinaus, Vertrauens- und Sicherheitsbedenken an drei Kontaktpunkten zu minimieren:
- Wenn der Kunde die Website besucht
- Wenn der Kunde im Begriff ist, ein Produkt zu kaufen
- Nachdem der Kunde das Produkt gekauft hat
Zweigleisige Strategie: Vertrauen gewinnen und bewahren
Um initiales Vertrauen aufzubauen, benötigen Sie eine sichere E-Commerce-Website, die HTTPS-Protokolle und SSL-Zertifikate verwendet, regelmäßige Sicherheitsprüfungen durchläuft und Sicherheits-Siegel anzeigt.
„Wenn Kunden Sicherheits-Siegel und das Schloss-Symbol im Browser sehen, stärkt das ihr Vertrauen in die Durchführung des Kaufs auf unserer Website“, sagt Mark.
Haben Kunden einmal Vertrauen in Ihre Website gefasst, richten sie ihren Fokus auf das Produkt. Kundenbewertungen und Erfahrungsberichte sind hier entscheidend.
Mark setzt soziale Beweise ein, um produktbezogene Bedenken zu zerstreuen.
„Positive Bewertungen und Testimonials anderer Kunden bieten einen sozialen Beweis. Ich stelle sicher, dass unsere Rezensionen gut sichtbar und für Neukunden einfach zu finden sind,“ betont Mark.
Selbst mit sozialem Beweis möchten Kunden die Option haben, vom Kauf zurückzutreten, falls ihnen das Produkt nicht zusagt.
Wie Mark erklärt:
Eine klare und kulante Rückgaberegelung gibt den Kunden die Sicherheit, dass sie das Produkt zurückgeben können, wenn es nicht ihren Erwartungen entspricht.
Gerade bei hochpreisigen Artikeln ist dies besonders wichtig, da hier das wahrgenommene Risiko größer ist.

Glückwunsch! Sie haben das Vertrauen Ihres Kunden gewonnen und den Verkauf abgeschlossen.
Als Nächstes: Vertrauen aufrechterhalten.
Kundensupport und transparente Lieferzeiten sind entscheidende Faktoren, um Vertrauen langfristig zu sichern. Bieten Sie Ihren Kunden eine Echtzeit-Übersicht über ihre Bestellungen. Eyeglasses.com bietet Tracking in Echtzeit „damit Kunden das Gefühl haben, ihren Kauf unter Kontrolle zu haben“, wie Mark sagt.
Seien Sie zudem gut erreichbar, um Fragen zu Versand oder Produkten zeitnah zu beantworten.
„Ein zugänglicher und schneller Kundenservice vermittelt Sicherheit. Die Kunden wissen, dass sie Unterstützung erhalten, falls während des Checkouts Fragen oder Probleme auftauchen,“ sagt Mark.
Branchen-Benchmarks für Warenkorbabbruchraten
Benchmarks sind ein guter Ausgangspunkt, um Ihre eigenen Warenkorbabbruchraten einzuordnen. Werfen wir einen Blick auf einige Studien, um zu sehen, wo andere stehen.
Warenkorbabbruchraten nach Branche
Es ist einfache Wirtschaftslehre – bei diskretionären Produkten, besonders wenn sie teuer sind, ist die Warenkorbabbruchrate in der Regel höher als bei nicht-diskretionären Produkten.
Forschung bestätigt das. Schauen Sie sich den Trend beim Warenkorbabbruch für Luxusgüter und Schmuck an:

Und vergleichen Sie das mit Tierpflege und tierärztlichen Dienstleistungen:

Sehen Sie, wie die Warenkorbabbruchraten bei Luxusgütern und Schmuck konstant bei rund 80% liegen, während sie bei Tierpflege und tierärztlichen Dienstleistungen deutlich unter dem Durchschnitt, nämlich bei etwa 55%, liegen?
Das liegt daran, dass Sie wahrscheinlich lange darüber nachdenken, ob Sie 20.000 Dollar für einen Prinzess-Diamanten ausgeben sollen, als würden Sie sich für Der Bachelor bewerben.
Aber wenn Fido sein Trockenfutter braucht, ist die Sache klar: klicken, bezahlen, abholen.
Benchmarks für Warenkorbabbrüche in verschiedenen Branchen
Hier sind die durchschnittlichen Warenkorbabbruchraten für mehrere andere Branchen, die in der Forschung bis Oktober 2024 enthalten sind:
- Konsumgüter: 57,37%
- Wohnen & Möbel: 80,32%
- Beauty und Körperpflege: 80,92%
- Mode, Accessoires und Bekleidung: 78,53%
- Lebensmittel & Getränke: 63,62%
- Mehrmarken-Handel: 76,9%
Wenn Sie Schuhe verkaufen und Ihre Warenkorbabbruchrate bei etwa 80% liegt, ist das eigentlich gar nicht so weit vom Durchschnitt von 78,53% entfernt.
Wenn Sie sich aber nur den Pauschaldurchschnitt des Baymard Institute ansehen, könnten Sie schlaflose Nächte bekommen, weil Sie denken, Ihr Warenkorbabbruch sei deutlich höher.
Ich möchte Ihnen hier zwei Hauptpunkte mitgeben:
- Bei den meisten Unternehmen liegt die Warenkorbabbruchrate in etwa im Durchschnitt. Zum Vergleich hier ein paar Zahlen von Unternehmern, mit denen ich gesprochen habe:
- Brillen (~68%): Mark Agnew, CEO von Eyeglass.com, berichtete, dass die Warenkorbabbruchrate seines Unternehmens knapp unter dem Branchendurchschnitt liegt.
- Reinigungsbedarf (65–70%): Dan Dillon, CEO und Gründer von CleanItSupply, berichtete über Warenkorbabbruchraten nahe am Gesamtdurchschnitt.
- Körperschutz und taktische Ausrüstung (67–70%): Kevin Lim, CEO von Bulletproof Zone, meldet Warenkorbabbrüche, die dem Durchschnitt gleichen.
- Angelausrüstung und Bekleidung (63%): Obwohl dies beachtlich unter dem von Baymard gemeldeten Durchschnitt liegt, teilt mir Anglers' Marketing Managerin Wesley Littlefield mit, sie glaube, deren Abbruchquote entspreche etwa dem Branchendurchschnitt.
- Behalten Sie die Durchschnittswerte als Orientierung für die Marktlage im Auge, aber seien Sie nie zufrieden mit Ihrer Warenkorbabbruchrate. Egal auf welchem Niveau sie ist – sie steht immer für entgangene Verkäufe. Suchen Sie stetig nach Optimierungsmöglichkeiten.
Warenkorbabbrüche nach Gerätetyp
Es ist relevant, auf welchem Gerät Ihr Kunde einkauft.
Ihr schlimmster Warenkorbabbruch-Alptraum sind mobile Käufer. Sie lassen Warenkörbe schneller fallen, als man gucken kann.
Und die Lage verschärft sich – in letzter Zeit zeigt die Warenkorbabbruchrate bei mobilen Käufern einen steigenden Trend:

Bei Desktops scheint der Höchststand bei etwa 70% erreicht zu sein:

Tablets liegen irgendwo in der Mitte bei etwa 73 %.

Es gibt viele Gründe, warum Nutzer auf mobilen Geräten häufiger ihren Warenkorb verlassen:
- Kleiner Bildschirm. Ein kleiner Bildschirm führt oft zu einer schlechten Nutzererfahrung. Halten Sie Ihre Kreditkarte in einer Hand und versuchen Sie gleichzeitig, die Zahlen auf Ihrem Smartphone einzugeben. Das ist, gelinde gesagt, eine Herausforderung.
- Versehntliches Verlassen. Ein unachtsamer Daumenwisch – und schon ist man wieder auf der Startseite. Ehe man sich versieht, lenkt die lange Liste der Benachrichtigungen die Aufmerksamkeit ab. Apropos …
- Ablenkungen. Von Social-Media-Benachrichtigungen bis hin zu lustigen Katzenvideos gibt es zahlreiche Ablenkungen, die während des Check-outs die Aufmerksamkeit der Kunden stehlen.
- Langsamer Checkout. Mobile Checkout-Seiten sind oft so langsam wie Modem-Internet. Es braucht aktive Bemühungen, um das Checkout-Erlebnis für mobile Geräte zu optimieren und zu gestalten.
Der weltweite mobile E-Commerce-Umsatz beträgt inzwischen 1,71 Billionen $ und der mobile Datenverkehr wächst rasant. Wenn Sie Ihr E-Commerce-Erlebnis nicht gezielt für mobile Geräte optimieren, lassen Sie bares Geld liegen.
In meinem Gespräch mit Sonny habe ich ihn gefragt, wie er das mobile Erlebnis optimiert, um die Auswirkungen der kleineren Bildschirmgröße zu minimieren.
Bonafide Health verzichtet insbesondere auf mobilen Geräten auf Pop-ups im Vollbildmodus. Stattdessen werden kleine Pop-ups mit einem klar sichtbaren „X“ verwendet, mit dem Kunden diese schließen können.
Er erwähnte außerdem verschiedene Strategien, um typische Bedenken von Nutzern auf mobilen Geräten anzugehen.
Wir verwenden größere, fingerfreundliche Buttons und ein vereinfachtes Layout.
Zusätzlich haben wir anhaftende „In den Warenkorb“- und „Jetzt kaufen“-Buttons eingeführt, die beim Scrollen immer sichtbar bleiben, sodass der Call-to-Action stets zugänglich ist.

Warenkorbabbruchraten nach Region
So unterscheiden sich die Warenkorbabbruchraten je nach Region:
- APAC weist die höchste Warenkorbabbruchrate mit 82,25 % auf.

- EMEA folgt dicht dahinter mit einer Warenkorbabbruchrate von 78,08 %.

- Amerika hat mit 72,89 % die niedrigste Rate.

Warum unterscheiden sich die Warenkorbabbruchraten in den Regionen?
Jede Region hat ihre eigenen Faktoren, die die Warenkorbabbruchrate beeinflussen, wie kulturelle Vorlieben, wirtschaftliche Bedingungen und logistische Herausforderungen.
So hat etwa die hohe Warenkorbabbruchrate in der APAC-Region einen Hauptgrund – Käufer nutzen für das Onlineshopping stärker mobile Geräte.
Viele E-Commerce-Websites sind jedoch nicht für kleinere Bildschirme optimiert. Kommen langsame Ladezeiten und umständliche Benutzeroberflächen hinzu, springen die Nutzer schneller ab als ein Flummi.
In Entwicklungsmärkten können Preise eine große Hürde darstellen.
Zum Beispiel stellen US-basierte Verkäufer häufig hohe Abbruchraten fest, wenn indische Käufer beim Checkout unerwartete Versandkosten zahlen müssen.
Ebenso brechen Kunden aus weniger entwickelten Regionen ihren Einkauf oft ab, wenn der endgültige Rechnungsbetrag zu teuer erscheint – auch wenn die Preise im Herkunftsland des Verkäufers angemessen wirken.
Wie Sie Warenkorbabbruchquoten in verschiedenen Regionen optimieren
So verbessern Sie die Warenkorbabbruchrate auf internationalen Märkten:
- Kümmern Sie sich frühzeitig um logistische Herausforderungen. Identifizieren Sie Probleme wie hohe Versandkosten oder Lieferverzögerungen und lösen Sie diese.
- Studieren Sie kulturelle Vorlieben. Passen Sie Ihr Nutzererlebnis an die Erwartungen und Einkaufsgewohnheiten der jeweiligen Region an.
- Berücksichtigen Sie die Kaufkraftparität. Passen Sie Ihre Preise so an, dass sie mit der lokalen Kaufkraft übereinstimmen und Ihre Produkte erschwinglich wirken.
Tools, die Sie zur Verbesserung Ihrer Warenkorbabbruchrate nutzen können
Software-Tools können Ihnen helfen, aufgegebene Warenkörbe in Umsatz zu verwandeln. Das sollten Sie in Ihr Toolkit zur Reduzierung von Warenkorbabbrüchen aufnehmen:
Analyse-Software
Betrachten Sie E-Commerce-Analyse-Software als eine Art Daten-Genie, das Ihnen hilft, einen Ausgangspunkt für Ihre Strategie zur Conversion-Rate-Optimierung zu schaffen.
Analyse-Software hilft dabei, verschiedene Kennzahlen zu verfolgen, die sich direkt auf den Warenkorbabbruch auswirken.
Sogar ein kostenloses Tool wie Google Analytics ist in den meisten Fällen völlig ausreichend. Das können Sie mit Google Analytics tun:
- Den Absprungpunkt identifizieren. Google Analytics verfolgt jeden Schritt Ihrer Kunden im Bericht zur Einkaufsverhaltensanalyse und hilft Ihnen zu erkennen, ab wann die Abbrüche starten – ob beim Stöbern, dem Hinzufügen zum Warenkorb oder mitten im Checkout.
- Verhalten auf Mobilgerät vs. Desktop verstehen. Google Analytics ermöglicht Ihnen den Vergleich von Abbruch- und Conversion-Statistiken nach Endgerät, damit Sie Ihre Optimierungen gezielt auf das richtige Gerät fokussieren können.
- Absprungraten und Ladezeiten verfolgen. Der Bericht Website-Geschwindigkeit in Google Analytics zeigt die Performance Ihrer Checkout-Seite.
- Demografische Merkmale und Interessen. Vielleicht sprechen Sie das falsche Publikum an oder Ihr Checkout passt nicht zu den Kundenerwartungen. Analysedaten liefern Ihnen Einblicke, wer Ihre Besucher sind, damit Sie das Erlebnis gezielt auf deren Bedürfnisse abstimmen können.
Den Fehler im Checkout-Prozess zu finden kann trotzdem schwierig sein, wenn Sie keine gute Software haben, die Ihnen Trends klar aufzeigt.
Wir haben einige Lieblings-E-Commerce-Analyse-Tools, die Sie sich unbedingt anschauen sollten:
E-Mail-Marketing-Software
Retargeting-Kampagnen sind eine wirkungsvolle Methode, um Kunden in Ihren Shop zurückzuholen und sie zum Abschluss des Kaufs zu bewegen.
Ihr Team kann nicht jeden einzelnen Kunden persönlich per E-Mail ansprechen – insbesondere, wenn Ihr Unternehmen wächst. Genau hier kommt E-Mail-Marketing-Software ins Spiel.
Richten Sie Ihr E-Mail-Marketing-Tool so ein, dass es eine Warenkorbabbruch-E-Mail zum von Ihnen gewünschten Zeitpunkt und in Ihrer bevorzugten Häufigkeit auslöst.
Wenn Sie nach passenden Lösungen suchen, finden Sie hier die besten E-Mail-Marketing-Tools auf dem Markt:
Die Ergebnisse und Strategien für das E-Mail-Retargeting unterscheiden sich zwar von Unternehmen zu Unternehmen, aber meine Gespräche mit E-Commerce-Experten bestätigen mir eines: Es ist die effektivste Methode, um Warenkorbabbruchraten zu senken.
Ich möchte das in einen Zusammenhang stellen
Wesley Letterfield, der Marketing Manager bei Anglers, berichtet mir, dass sie ihren Kunden innerhalb einer Stunde nach dem Abbruch des Warenkorbs eine E-Mail senden.
Allein diese Taktik bringt Anglers etwa 8 % der abgebrochenen Warenkörbe zurück.
„Diese E-Mails enthalten klare Produktbilder, Bewertungen und zeitlich begrenzte Angebote wie Schließen Sie Ihren Kauf in den nächsten 24 Stunden ab und erhalten Sie kostenlosen Versand“, sagt Wesley.
Innerhalb einer Stunde nach dem Warenkorbabbruch ist der Konsens für das Timing der ersten Retargeting-E-Mail, aber Häufigkeit und Inhalt variieren je nach Marketingstrategie des jeweiligen Unternehmens.
Hier ist ein weiteres Beispiel
Als ich Dan von CleanItSupply nach deren Retargeting-Strategie fragte, sagte er, dass sie eine Serie von drei E-Mails versenden.
Wenn die erste E-Mail nicht konvertiert, senden wir 24 Stunden später eine zweite E-Mail. Die dritte E-Mail folgt nach weiteren 48 Stunden, falls wir immer noch keine Rückkehr zum Warenkorb beobachten konnten.
Dieser gestaffelte Ansatz hält CleanItSupply.com im Gedächtnis der Kunden, ohne sie zu überfordern.
Die E-Mails von CleanItSupply konzentrieren sich auf klare, überzeugende und unterstützende Kommunikation.
Dan sagt: „Wir achten darauf, dass sie hilfreich und nicht aufdringlich sind – der Tonfall ist hier entscheidend. Wir nehmen manchmal auch ein FAQ oder Kundenbewertungen auf, um mögliche Zweifel auszuräumen.“
Software für Warenkorbabbrüche
Wenn Sie ein Tool suchen, das E-Mail-Marketing sowie andere Funktionen wie SMS, Push-Benachrichtigungen, Exit-Intent-Pop-ups und Live-Chat vereint, werfen Sie einen Blick auf Software für Warenkorbabbrüche.
Dies ist eine speziell für die Rückgewinnung abgebrochener Warenkörbe entwickelte Software, die Kundinnen und Kunden per E-Mail, SMS oder anderen unterstützten Kanälen erneut anspricht.
Exit-Intent-Pop-ups sind ein besonders wirkungsvolles Werkzeug, das Sie mithilfe von Software für Warenkorbabbrüche einsetzen können.
Nach meiner Erfahrung neigen manche Händler jedoch dazu, es damit zu übertreiben.
Ich habe Sonny Stafford, der erwähnte, dass Exit-Intent-Pop-ups bei Bonafide Health ein großer Erfolg waren, gefragt, wie sie verhindern, dass Exit-Intent-Pop-ups die Kundschaft ermüden.
Sie ist der Meinung, dass der Schlüssel darin liegt, Exit-Intent-Pop-ups sparsam einzusetzen und Einkaufenden einen einfachen Weg zu geben, das Pop-up bei Bedarf zu schließen.
„Es geht darum, Pop-ups auf ein Minimum zu beschränken und sicherzustellen, dass sie einen notwendigen Zweck erfüllen, wie beispielsweise zur Leadgenerierung,“ erklärt sie.
KI-gestützte Tools
KI-Software ist im E-Commerce Ihr sprichwörtlicher Zauberstab, wenn es darum geht, Warenkorbabbrüche zu reduzieren. Hier sind einige interessante Anwendungsfälle für KI-Software im E-Commerce:
- Re-Targeting in Echtzeit. KI-Agenten – das ist ein anderes Wort für konversationelle KI-Chatbots – können das Kundenverhalten überwachen und Rabatte anbieten, sobald sie Zögern bemerken.
- Dynamische Preisgestaltung. KI-Software kann Daten zu Nachfragetrends, Wettbewerberpreisen, Kunden-Browsingverhalten und sogar Uhrzeit analysieren, um für unschlüssige Käufer einen idealen Preis zu bestimmen.
- Prädiktive Verhaltensanalysen. Tools wie Adobe Sensei können Muster analysieren und vorhersagen, wann ein Kunde oder eine Kundin voraussichtlich seinen Warenkorb verlässt. Sie lösen proaktive Impulse wie Pop-ups oder spezielle Angebote aus, wenn eine vordefinierte Aktion – etwa ein zu langer Aufenthalt auf der Checkout-Seite oder das Bewegen des Mauszeigers zum Tab-Schließen – erfolgt.
Fast jeder der befragten Händler nutzt KI in irgendeiner Form, aber nicht für alle Aufgabenbereiche.
Viele spielen noch mit dem Gedanken, KI einzusetzen. Das liegt zum einen daran, dass KI für viele Anwendungsbereiche noch nicht ausreichend ausgereift ist, zum anderen aber auch an den teils hohen Kosten für einige KI-Funktionen.
KI in den Bereich Personenschutz integrieren
Ich habe Kevin Lim, CEO von Bulletproof Zone, gefragt, ob sie derzeit KI-Tools einsetzen, um Warenkorbabbrüche zu verringern.
„Derzeit erkunden und erwägen wir eine Vielzahl von KI-Tools und -Technologien, von denen wir einige bereits beginnen, in unsere Plattform zu integrieren,“ sagt Kevin.
Kevin hat allerdings einige ambitionierte Pläne auf seiner Roadmap. Er plant die Implementierung einer KI-Empfehlungs-Engine, eines KI-Chatbots und von prädiktiver Analytik für das Bestandsmanagement.
Interessanterweise erwägt er für Bulletproof Zone auch eine KI-gesteuerte virtuelle Anprobe-Funktion.
Wir ziehen KI-gestützte virtuelle Anprobe-Technologie in Betracht, die in der Körperpanzerungsbranche besonders bahnbrechend wäre.
Sie würde es den Nutzer:innen ermöglichen, zu visualisieren, wie ein Ausrüstungsgegenstand an ihnen in einer virtuellen Umgebung sitzen und aussehen würde, und so das Einkaufserlebnis weiter zu personalisieren.
Naturgemäß gibt es Branchen, in denen der Einsatz von KI-Software mittlerweile unumgänglich ist.
Virtuelle Anprobe: Ein Muss für den Online-Kauf von Brillen
Beispielsweise berichtet Mark Agnew von Eyeglasses.com, dass ihre Website schon seit einiger Zeit über eine virtuelle Anprobe-Funktion verfügt.
Der Grund? Niemand möchte eine Brille kaufen, ohne sie anzuprobieren – besonders dann, wenn für die Bestellung Korrekturgläser nötig sind, die individuell angefertigt und nicht rückgabefähig sind.
Mark erzählt, dass die virtuelle Anprobe die wirkungsvollste Lösung zur Verringerung der Warenkorbabbrüche gewesen ist. Allerdings stand er vor drei zentralen Herausforderungen:
- Kompatibilität. Mark arbeitete eng mit dem Entwicklungsteam zusammen, um Lösungen zu testen und zu iterieren, bis die virtuelle Anprobe nahtlos über alle Geräte einheitlich funktionierte.
- Genauigkeit und Realismus des Erlebnisses. Mark wollte, dass die virtuelle Anprobe möglichst genau widerspiegelt, wie die Brille aussieht und passt. Dafür hat er hochwertige Bildtechnik herangezogen und investierte in das Feintuning der Algorithmen, die die virtuellen Rahmen auf verschiedene Gesichtsformen und -größen anpassen, um den gewünschten Grad an Genauigkeit und Realitätsnähe zu erreichen.
- Datenschutz. Zur Nutzung der virtuellen Anprobe müssen die Nutzer:innen ein Foto hochladen. Die Kund:innen mussten darauf vertrauen können, dass ihre Daten sicher behandelt werden. Hierzu fügte Mark Sicherheitsbadges und die Ergebnisse des Sicherheitsaudits hinzu, um die Kundschaft davon zu überzeugen, dass ihre Daten bei Bulletproof Zone sicher sind.
Das könnte der Grund sein, weshalb viele Unternehmen bislang keine KI-basierten Tools auf breiter Front einsetzen.
Neben der Investition in KI-Software müssen Händler:innen möglicherweise auch in den Aufbau einer Infrastruktur und Kompetenzen investieren, die KI-Lösungen unterstützen.
So analysieren Sie Ihre Warenkorbabbruchrate und ergreifen Maßnahmen
Die Analyse Ihrer Warenkorbabbruchrate ist der erste Schritt, um eine erfolgreiche Strategie für die nächste Runde zu entwickeln.
Wir haben einen ausführlichen Leitfaden zu Strategien zur Senkung der Warenkorbabbruchraten, aber hier ist ein kurzer Überblick, wie Analyse und Strategieentwicklung typischerweise ablaufen:
- Schritt 1: Berechnen Sie Ihre Warenkorbabbruchrate. Wenn Sie Software zur Erkennung von Warenkorbabbrüchen verwenden, sollte dieser Wert leicht verfügbar sein.
- Schritt 2: Schließen Sie die üblichen Verdächtigen aus. Häufige Ursachen sind:
- Versteckte Kosten
- Komplizierter Checkout-Prozess
- Begrenzte Zahlungsmöglichkeiten
- Langsam ladende Seiten sind häufige Ursachen
- Schritt 3: Tauchen Sie in Ihre Analyseplattform ein und:
- Verfolgen Sie wichtige Kennzahlen und identifizieren Sie Verbesserungsbereiche.
- Segmentieren Sie Ihre Zielgruppe und finden Sie heraus, wo Sie Ihre Bemühungen konzentrieren sollten – geben mobile Käufer oder Erstkäufer ihre Warenkörbe signifikant häufiger auf?
- Visualisieren Sie das Nutzerverhalten mit Heatmaps mit einem Tool wie Crazy Egg, um zu sehen, ob Käufer wütend auf Ihren unhandlichen „Bestellung abschicken“-Button klicken. So können Sie Lücken in der Nutzererfahrung erkennen, die Sie schließen können.
- Schritt 4: Ergreifen Sie proaktive Maßnahmen, um die Abbruchrate zu reduzieren. Hier sind zwei großartige Möglichkeiten dazu:
- Freundliche Erinnerung senden mit Tools wie Mailchimp oder Drip, um Kunden an ihren verlassenen Warenkorb zu erinnern und eventuell mit einem Rabatt zu locken.
- Retargeting der Nutzer durch Anzeigen bei Instagram, Facebook oder Google, die sie mit ansprechenden Bildern daran erinnern, was ihnen entgeht.
- Schritt 5: Beobachten und anpassen. Behalten Sie die Taktiken im Auge, die einen Unterschied machen, indem Sie A/B-Tests und Tools wie Optimizely verwenden. Setzen Sie verstärkt auf das, was funktioniert.
Fazit
Warenkorbabbrüche sind ein heimtückisches Problem, das Ihrem Unternehmen viel Geld kostet.
Aber es besteht kein Grund zur Panik, wenn Ihre Warenkorbabbruchrate über dem Branchendurchschnitt liegt. Mit den richtigen Tools und Strategien können Sie das Ruder herumreißen.
Bevor Sie alle Strategien ausprobieren, beachten Sie: Es geht nicht nur darum, eine Zahl zu senken. Es geht darum, verlassene Warenkörbe in glückliche, zahlende Kunden zu verwandeln.
Am meisten lernen Sie durch eine Kombination aus Experimentieren und den Erfahrungen anderer Händler.
Experimentieren ist Ihre Sache. Aber wenn Sie sich weiter über die rasante E-Commerce-Welt informieren möchten, abonnieren Sie unseren Newsletter für die neuesten Einblicke und Tipps von führenden E-Commerce-Experten.
