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In dieser Interviewreihe sprechen wir mit Führungskräften von E-Commerce-Unternehmen, die ihre Strategien für den Aufbau einer sehr erfolgreichen E-Commerce-Website teilen können. Im Rahmen dieser Serie hatte ich das Vergnügen, Anders Ekman zu interviewen.

Anders Ekman

Anders Ekman

Anders Ekman ist COO und Mitgründer von Ingrid. Unternehmer mit einem Abschluss an der Stockholm School of Economics und über 10 Jahren Erfahrung im Aufbau digitaler Unternehmen. Anders ist außerdem Mitgründer von Join Raft und hat einen Hintergrund in Digitalagenturen.


Können Sie uns etwas über Ihren Werdegang erzählen und wie Sie angefangen haben?

Klar! Ich bin ein rastloser Unternehmer mit einem Abschluss in Marketing. Seit etwa 15 Jahren bewege ich mich an der Schnittstelle von Unternehmertum, Makrotrends und digitaler Entwicklung—zunächst mit der Entwicklung von iPhone-Apps, dann im Fintech und die letzten sieben Jahre im E-Commerce-SaaS. 

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Unabhängig vom jeweiligen Unternehmen denke ich, dass es viel einfacher ist, ein Unternehmen aufzubauen, wenn man von einer Makrowelle und der Möglichkeit disruptiver technischer Veränderungen unterstützt wird, wie wir sie derzeit in der E-Commerce-Branche erleben. 

Können Sie eine Geschichte über den lustigsten Fehler teilen, den Sie zu Beginn gemacht haben? Welche Lektionen oder Erkenntnisse haben Sie daraus gezogen?

Ja, Fehler sind eine großartige Möglichkeit zu lernen. Als wir vor langer Zeit mit einem unserer ersten Enterprise-Händler live gingen, haben wir versehentlich einen Bug eingebaut, der Pakete quer durch Schweden geschickt hat ... Die Kunden wurden benachrichtigt, dass ihre Bestellungen an Orten zur Abholung bereitstehen, die meilenweit vom eigentlichen Lieferort entfernt waren. Das war gelinde gesagt sehr stressig. Und das alles nach einer wirklich gründlichen Testphase! 

Es ist wichtig zu akzeptieren, dass nicht immer alles nach Plan läuft, selbst wenn man denkt, an alles gedacht zu haben. Erwarte immer das Unerwartete und sei bereit, Probleme so schnell wie möglich zu beheben. Genau das haben wir gemacht—und mehr als 6 Jahre später ist dieser Händler immer noch unser Kunde.

Gibt es eine bestimmte Person, der Sie besonders dankbar sind, weil sie Ihnen geholfen hat, dorthin zu gelangen, wo Sie heute sind?

Wir sind ein Gründerteam, und das ist mir wirklich wichtig. Manche Tage sind härter als andere, und wenn man an sich selbst oder an eine Idee zweifelt oder gerade von einem potenziellen Kunden eine Absage bekommen hat—dann ist es unheimlich wichtig, jemanden an seiner Seite zu haben, der die gleichen Erfahrungen teilt, einen aufrichten und wieder auf Kurs bringen kann.

photo of Founders of Ingrid
Ingrids Mitgründer, Anders rechts im Bild.

Was macht Ihr E-Commerce-Unternehmen? Was war der „Aha-Moment“, der zur Idee für Ihr aktuelles E-Commerce-Geschäft geführt hat?

Ingrid verbindet Menschen, die online einkaufen, mit Zustellern und Händlern. Wir arbeiten eng mit E-Commerce-Unternehmen zusammen, um deren Lieferstrategie und die Darstellung von Lieferinformationen für Online-Shopper zu verbessern, was ich für einen wichtigen Bestandteil beim Aufbau erfolgreicher E-Commerce-Websites halte.

Das Kernprodukt ist Ingrid Checkout, das im Checkout verschiedene Lieferoptionen basierend auf den Einkäufen der Konsumenten präsentiert und die Conversion-Rate erhöht, indem detaillierte Informationen angezeigt werden, wann und wie die Bestellungen geliefert werden

Nachdem ich selbst jahrelang online eingekauft und mich ständig über die schlechte Liefererfahrung geärgert habe, war mir sofort klar, wie sich das mit einer Lösung wie unserer verbessern ließe. 

Was war Ihre ursprüngliche Vision für Ihr Unternehmen? Welches Kundenproblem wollten Sie lösen?

Die ursprüngliche Vision war es, ein Liefererlebnis zu schaffen, das zu den Lebensumständen der Menschen passt, und das gilt auch heute noch. Schon vor sieben Jahren deutete alles auf ein massives Wachstum des E-Commerce hin. Wenn die Zustellung von Online-Bestellungen genauso umständlich geblieben wäre, nur eben exponentiell häufiger, wäre das für die Verbraucher weltweit zu einem echten Problem geworden… 

Und das ist genau der Hauptschmerzpunkt, den wir lösen wollen. Auch Jahre später kann die Koordination von E-Commerce-Lieferungen eine Herausforderung sein, wenn man gleichzeitig 2–3 Pakete erhält, daher gibt es immer noch viel zu tun. 

Es gibt mehr als 12 Millionen E-Commerce-Unternehmen. Was macht Ihr Unternehmen Ihrer Meinung nach besonders? Worauf sind Sie am meisten stolz?

Wir nähern uns 100 Millionen über unsere Plattform „gelieferten“ Bestellungen—also schon eine ganze Menge. Am meisten bin ich auf die von uns entwickelten Produkte stolz, auf deren sehr geringe Ausfallzeiten und darauf, wie gering unsere Abwanderungsrate ist. Das zeigt, dass wir ein echtes Problem lösen und für Online-Händler, Konsumenten und Zusteller gleichermaßen einen Mehrwert schaffen. 

Basierend auf Ihren Erfahrungen und Ihrem Erfolg: Was sind die fünf wichtigsten Dinge, die man wissen sollte, um eine sehr erfolgreiche E-Commerce-Website zu bauen?

Da wir uns darauf konzentrieren, das optimale Liefererlebnis zu schaffen, werde ich mich auf Dinge konzentrieren, mit denen ich mich am besten auskenne:

1. Richten Sie den Fokus auf Lieferinformationen 

Stellen Sie Lieferinformationen so früh wie möglich im Kaufprozess bereit – idealerweise schon in Ihren Anzeigen oder auf Preisvergleichsseiten und auf jeden Fall auf Ihren Produktseiten. Es wird Zeit, zuzugeben, dass Lieferdetails nicht mehr ans Ende des Bestellprozesses gehören!

2. Bieten Sie mehrere Lieferoptionen an 

Konsumenten kaufen nach dem Liefererlebnis ein, daher ist es wichtig, ihnen zu ermöglichen, je nach Anlass die für sie passende Option auszuwählen. Lieferungen sind situationsabhängig – was für einen Kunden einmal passt, kann beim nächsten Mal nicht mehr funktionieren, je nachdem was er kauft, wie viele Lieferungen er erwartet, wieviel er bezahlt hat usw. 

Haben Sie keine Scheu, lokale Lieferoptionen anzubieten, die nur für bestimmte Städte verfügbar sind. Wenn das Ihre Online-Kunden wünschen, sollten Sie es einrichten! Und: Eine durchdachte Lieferstrategie bedeutet nicht, dass Sie alle denkbaren Liefermöglichkeiten anbieten müssen – es geht vielmehr darum, das richtige Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen Ihrer Kunden und den realistischen Möglichkeiten Ihres Unternehmens zu finden.

3. Legen Sie eine Preisstrategie für die Lieferung fest

Eine der beliebtesten Preisstrategien für Lieferungen ist kostenloser Versand für alle Bestellungen. Ich habe das schon oft erlebt – für viele E-Commerce-Unternehmen scheint das immer noch ein Muss zu sein, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Ich glaube jedoch nicht, dass das für jedes Unternehmen die beste Lösung ist. Um eine fundierte Entscheidung zu treffen, schauen Sie sich zunächst Ihren Produktkatalog an. Produkte mit hoher Marge könnten einen niedrigen Liefepreis haben und umgekehrt. Setzen Sie außerdem einen Mindestbestellwert für kostenlosen Versand, der zu Ihrem Geschäft passt, oder machen Sie Premium-Lieferoptionen kostenlos. 

Mit den richtigen Tools können Sie mit Ihren Lieferpreisen und Angeboten für kostenlosen Versand experimentieren und so die beste Lösung für alle Beteiligten herausfinden.  

4. Vereinfachen Sie Ihr Adressformular 

Niemand mag es, endlose Adressfelder beim Online-Einkauf auszufüllen. Setzen Sie den Fokus auf den Kauf: Denken Sie an ein aufgeräumtes Design, weniger Adressfelder (verwenden Sie z.B. ein einziges Feld für den vollständigen Namen anstatt getrennte Felder für Vor- und Nachnamen) und stellen Sie möglichst sicher, dass Adressdetails automatisch vervollständigt und validiert werden. 

Je schneller (und fehlerfreier) der Checkout-Prozess, desto besser für Ihre Kunden und Ihr Unternehmen.  

5. Achten Sie auf die Bestellbestätigungsseite 

Aus irgendeinem Grund gibt es nach Abschluss der Bestellung selten eine ausführliche Übersicht ihrer E-Commerce-Bestellung. Ist Ihnen das aufgefallen? Aus meiner Erfahrung vergessen viele Kunden, welche Lieferoption sie gewählt haben – warum also nicht auf der Bestellbestätigungsseite daran erinnern? 

Wenn möglich, geben Sie den Kunden die Möglichkeit, die Angaben nachträglich zu korrigieren. Diese kleine Möglichkeit kann später viele Supportanfragen vermeiden. 

Wenn es einen Teil des E-Commerce-Website-Entwicklungsprozesses gäbe, für den Sie 50 % mehr Zeit aufwenden könnten – welcher wäre das und warum?

Designs und Ideen testen, bevor sie umgesetzt werden. Es ist so viel schneller, klüger und wirtschaftlicher, den Nutzen und die Notwendigkeit einer Funktion vor der Programmierung zu validieren – und doch ist es so schwer, das wirklich zu machen! 

Können Sie einige Beispiele für Tools oder Software nennen, die aufstrebende E-Commerce-Marken Ihrer Meinung nach deutlich effektiver und erfolgreicher machen können? 

Hier bin ich vielleicht etwas befangen, aber ich kann definitiv empfehlen, Ingrid auszuprobieren! Allein Ingrid Checkout kann E-Commerce-Marken dabei helfen, komplexe Lieferlogik aufzubauen, die auf die Bedürfnisse verschiedener Online-Käufer eingeht, wichtige Unternehmenskennzahlen (wie durchschnittlichen Bestellwert und Checkout-Conversion-Rate) verbessert und die Lieferkosten senkt. 

Was sind die häufigsten Fehler von CEOs und Gründern beim Start eines E-Commerce-Unternehmens? Wie kann man diese vermeiden? 

Sie sprechen nicht mit Kunden. Es ist sehr einfach, eine Idee oder einen Bedarf nur mit vielen eigenen Überlegungen zu verifizieren. Fangen Sie nicht direkt mit der Entwicklung einer Lösung an – ersetzen Sie das durch mühsame Handarbeit, um zu prüfen, ob wirklich Bedarf für Ihr Angebot besteht. 

Nach Ihren Erfahrungen: Welcher Aspekt beim Führen einer E-Commerce-Marke wird zumeist am meisten unterschätzt? 

Noch einmal, ich bin hier etwas voreingenommen, aber ich sage es trotzdem: Meiner Meinung nach sind die Lieferungen ein wesentlicher Bestandteil des E-Commerce-Betriebs – werden aber von Online-Händlern häufig unterschätzt. 

Überzeugen Sie sich selbst: Achten Sie beim Online-Einkauf auf das Liefererlebnis

  • Wie viele Lieferoptionen stehen zur Verfügung? 
  • Haben Sie überhaupt eine Wahl? 
  • Wie sieht es mit der Kommunikation nach dem Kauf aus? 
  • Verstehen Sie die Sendungsverfolgungs-Benachrichtigungen, die Versanddienstleister verschicken? 
  • Und dann: Gab es irgendwelche Probleme beim Erhalt der Bestellung? 
  • Mussten Sie irgendwann den Kundenservice kontaktieren? 

Lieferungen können Ihnen und Ihren Kund:innen wirklich Kopfschmerzen bereiten. Deshalb befürworte ich sehr, diesen wichtigen Aspekt des Online-Shoppings für alle Beteiligten zu verbessern. 

Wenn Sie eine Bewegung starten könnten, die den meisten Menschen am meisten Nutzen bringen würde, welche wäre das?

Ich würde eine Möglichkeit einführen, über das lokale Netzwerk technische Geräte wie Toaster, Fernseher und Kühlschränke zu reparieren und wiederzuverwenden, um den Bedarf an der Produktion so vieler neuer Artikel zu reduzieren. Es ist einfach nicht mehr nachhaltig, Dinge in dem Tempo zu produzieren und zu verschicken, wie wir es heute tun. 

Wie können unsere Leser:innen Ihre Arbeit online weiterverfolgen?

Vernetzen Sie sich auf LinkedIn mit mir, ich würde Sie gerne kennenlernen! 


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Sean Flannigan

Sean ist leitender Redakteur bei The Retail Exec. Er ist seit Jahren mit der Einzelhandelsbranche vertraut, vom Lagermanagement und internationalen Versand bis hin zu Webentwicklung und E-Commerce-Marketing. Als leidenschaftlicher (und tatsächlicher) Autor bringt er eine große Begeisterung für gutes Schreiben und Storytelling in große und kleine Einzelhandelsthemen ein.