In dieser Interviewreihe sprechen wir mit Gründern, Geschäftsführern und E-Commerce-Unternehmensleitern darüber, wie man soziale Medien nutzen kann, um das eigene E-Commerce-Geschäft auszubauen. Im Rahmen dieser Serie hatten wir das Vergnügen, Juanita Nataly Carballeira zu interviewen.
Können Sie uns eine Geschichte erzählen, wie Sie zu diesem speziellen Karriereweg gekommen sind?
Natürlich, vielen Dank für die Einladung. Schon als ich ungefähr zehn Jahre alt war, wusste ich, dass ich mein eigenes Unternehmen haben möchte. Ich erinnere mich, wie ich durch die Straßen lief und davon träumte, mein eigenes Bekleidungsgeschäft zu besitzen – es war immer schon etwas, das mich angezogen hat. Tatsächlich habe ich bereits mit 15 eine Modemarke gegründet, habe handgefertigte Kleidungsstücke in meinem Schlafzimmer hergestellt, als ich noch in der Schule war, aber das hat nur ein paar Monate gehalten. Danach habe ich an verschiedenen anderen Geschäftsmodellen gearbeitet, aber ich wusste immer, dass die Gründung einer Modemarke meine ultimative Berufung ist.
Mode war schon immer ein wichtiger Teil meines Lebens, denn sie hat mir durch einige dunkle Zeiten geholfen, hat mir mehr Selbstbewusstsein gegeben und mir erlaubt, mich so auszudrücken, wie ich wirklich bin. Ein gutes Outfit an einem schlechten Tag lässt mich immer besser fühlen. Ohne Kleidung sehen wir alle gleich aus, und für mich ist Mode ein wunderschöner Weg, um die eigene Einzigartigkeit zu verkörpern. Genau deshalb heißt mein Unternehmen auch „Unordinary“.
Mir wurde klar, dass das, was ich wollte, nie wirklich existiert hat. Jahrelang bin ich in Designerläden gegangen und habe davon geträumt, ihre Kleidungsstücke zu kaufen – nicht wegen des Status, sondern weil sie so viel hochwertiger und aufwendiger sind als die Kleidungsstücke von Fast-Fashion-Marken. Mein Ziel ist es heute, das Wesen von Designermarken in die Welt zu bringen, für Menschen, die bewusster kaufen und Stücke tragen möchten, die sie sich rundum gut fühlen und aussehen lassen.
Können Sie die spannendste Geschichte mit uns teilen, die Ihnen seit Ihrem Einstieg in das Unternehmen widerfahren ist?
Ich denke, seit der Gründung vor etwa sieben Monaten sind viele aufregende Dinge passiert. Jedes kleine Erfolgserlebnis hat sich besonders angefühlt.
Zu sehen, wie ein Kleidungsstück von der ersten Idee bis zum fertigen Endprodukt entsteht – und natürlich Menschen unsere Designs tragen zu sehen – gehören definitiv zu den erfüllendsten Momenten. Aber auch, wie unser Video in den letzten Wochen viral ging und Millionen Menschen auf unsere Marke aufmerksam wurden, war sehr besonders und aufregend.
Die meisten wissen, dass soziale Medien ein mächtiges Werkzeug sind, aber wenn man selbst ein Video hat, das Millionen Menschen erreicht, verändert das die eigene Perspektive, und man erkennt, dass wirklich alles möglich ist. Jedes Unternehmen kann heutzutage mit der Kraft sozialer Medien erfolgreich werden.
Können Sie uns eine Geschichte über den lustigsten Fehler erzählen, den Sie am Anfang gemacht haben? Was haben Sie daraus gelernt?
Ich denke, wir haben schon viele Fehler gemacht – und machen auch weiterhin Fehler, weil es für uns der beste Weg ist, zu lernen.
Einer der Fehler war sicher, dass wir für unseren allerersten Drop mit einem brandneuen Hersteller gleich eines der wohl komplexesten Kleidungsstücke produziert haben – ein Korsett-Top. Die Idee war, ein bequemes und gleichzeitig vorteilhaft geschnittenes Korsett-Top herzustellen. Da ich Perfektionistin bin, wollte ich, dass es das bestmögliche Oberteil wird. Es war mein erster Kontakt mit einem Hersteller und zugleich hatte ich mir das komplizierteste Kleidungsstück ausgesucht, das man machen kann.
Ich wollte eine Herausforderung – und ich habe sie bekommen. Es war ein Desaster: Jedes Mal, wenn wir ein neues Muster bekommen haben, gab es ein Problem. Ich habe wahrscheinlich heute noch über 10 verschiedene Muster davon in meinem Schrank. Am Ende kam zwar ein sehr schönes Muster dabei heraus, aber der Prozess war alles andere als effizient und hat viel Zeit und Geld gekostet.
Nach dieser Erfahrung habe ich mich trotzdem wieder für ein besonderes Design entschieden: Das Empress Dress, ein Maxikleid mit Schlitzen, die an den Seiten mit Reißverschlüssen variabel sind. Es hätte auch ein Misserfolg werden können, aber stattdessen wurde es ein wunderschönes und zugleich funktionales Kleid – was zu unserem jüngsten Erfolg geführt hat.
Viele kleinere Modelabels produzieren sehr einfache, unkomplizierte Designs und drucken einfach ihr Logo darauf. Ich selbst möchte immer etwas Besonderes an einem Kleidungsstück haben, außergewöhnliche und hochwertige Stoffe finden und Wege finden, es so funktional wie möglich zu machen. Die Niederlage mit dem Korsett-Top – und darauf der Erfolg des Empress Dress – haben mir gezeigt: Risiken eingehen und sich an komplexe, aufwendige Designs wagen – so schwierig sie auch sein mögen – ist der Schlüssel zum Erfolg. Wer nichts wagt, kann auch nichts gewinnen.
An welchen besonders interessanten oder spannenden Projekten arbeiten Sie gerade? Wie könnten diese Ihrer Meinung nach Menschen helfen?
Wir arbeiten derzeit tatsächlich an vielen sehr spannenden Projekten. Neben dem offensichtlichen Ziel, hochwertige Kleidung zu entwerfen und herzustellen, besteht unsere Mission darin, Menschen zusammenzubringen und sie zu befähigen, die beste Version ihrer selbst zu werden.
Wir möchten weit mehr sein als nur eine Modemarke. Wir planen Pop-ups und Events, um Menschen zusammenzubringen und einen Raum zu schaffen, in dem sie neue Leute kennenlernen, neue Dinge erfahren und einfach unvergessliche Erlebnisse haben können. Persönliche Weiterentwicklung, Selbstbeherrschung und, mehr als alles andere, die eigene wahre Identität zu finden—das sind Dinge, die mir sehr am Herzen liegen und die ich über unser Unternehmen vermitteln möchte. Denn ich bin der Überzeugung, dass ein Unternehmen nicht nur zum Verkaufen da sein sollte, sondern auch, um zu inspirieren und echten Einfluss zu bewirken.
Auch wenn wir etwas Physisches verkaufen, ist der Einfluss, den wir auf unsere Kunden haben möchten, ein emotionaler. Wir überlegen aktuell und erforschen neue Möglichkeiten, mit unseren Kunden in Kontakt zu treten, sie bei ihrer Entwicklung zu unterstützen und ihnen dabei zu helfen, sich so gut wie möglich zu fühlen.
Was sind drei Eigenschaften an dir, von denen du glaubst, dass sie deinen Erfolg maßgeblich begünstigt haben?
Ich glaube, dass es ganz bestimmte Eigenschaften gibt, die mir helfen, dranzubleiben und alles zu erreichen, was ich mir vornehme.
Zuallererst würde ich endlose Neugier sagen—immer das Gefühl zu haben, dass ich noch mehr lernen kann, immer Schüler zu bleiben und zu erkennen, dass es Menschen gibt, die vieles besser können als ich. Es ist wichtig, die Fähigkeiten anderer Menschen richtig zu nutzen. Natalia Plaza Thomsen, unsere leitende Grafikdesignerin, die seit Beginn dabei ist und meine Vision von Tag Eins an erkannt hat, hat wirklich geholfen, die visuelle Identität des Unternehmens zu schaffen und unterstützt mich in unzähligen Dingen, die ich allein nie hätte umsetzen können.
Im September letzten Jahres haben wir außerdem unsere neue Marketingleiterin Janina Numminen willkommen geheißen, die ein echter Schlüssel im Unternehmen geworden ist und dank der wir das Geschäft in den letzten Monaten so vorantreiben konnten.
Von Anfang an hat sie das Unternehmen behandelt, als wäre es ihr eigenes. Sobald wir zusammengearbeitet haben, war und bin ich immer wieder beeindruckt, wie begeistert sie von allem ist und wie viel Herzblut sie in ihre Arbeit steckt. Sie ist eine sehr ehrgeizige, ambitionierte Unternehmerin und genau die Richtige für unser Team. Ich habe gelernt, dass man, indem man Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und gleicher klarer Vision zusammenbringt, eine echte Kraft erschaffen kann.
Darüber hinaus ist eine Eigenschaft, die meiner Meinung nach für einen Unternehmer sehr wichtig ist, Laser-Fokus zu besitzen. Ich habe festgestellt, dass ich nicht die gleiche Qualität erziele, wenn ich mich auf zu viele Dinge gleichzeitig konzentriere, wie wenn ich mich einer einzelnen Vision und einem klaren Ziel widme. Ich habe auf die harte Tour gelernt, dass es ablenkt, zu allem ja zu sagen. Man muss lernen, zwischen Ablenkung und echter Chance zu unterscheiden.
Und schließlich eine Eigenschaft, vor der viele Menschen Angst haben: groß und ambitioniert zu denken. Ich finde, die Bedeutung davon wird unterschätzt. Ich glaube, wenn man eine große Vision hat, egal wie verrückt sie erscheint, kann man sich motivieren, alle notwendigen Schritte zu gehen, um dieses Ziel zu erreichen. Die meisten Menschen haben Angst, groß zu träumen, weil sie denken, wenn sie hohe Erwartungen an sich selbst stellen, aber diese nicht erreichen, wären sie gescheitert. Lieber gibt man sich mit kleinen Zielen zufrieden, fühlt sich dadurch vermeintlich erfolgreich und bleibt unter seinen Möglichkeiten.
Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass eine große, klare Vision, die du deinem Team durchsichtig und verständlich vermitteln kannst, eine der wichtigsten Eigenschaften einer Führungskraft sein sollte. Immer, wenn ich groß gedacht, mir ehrgeizige Ziele gesteckt und daran geglaubt habe, dass ich sie erreichen kann, haben meine Projekte meist zu herausragenden Ergebnissen geführt.
Letztlich glaube ich, wie Henry Ford einst sagte: „Ob du denkst, du kannst es, oder du denkst, du kannst es nicht, du wirst auf jeden Fall Recht behalten.“

Was war deine ursprüngliche Vision für dein E-Commerce-Unternehmen? Welches Problem deiner Kunden wolltest du lösen?
Mir fällt auf, dass ich, wann immer ich versuche, Kleidung zu kaufen oder meinen Kleiderschrank zu erneuern, nie wirklich das finde, wonach ich suche – egal ob im Geschäft oder online. Die einzigen Marken, die mich immer besonders angesprochen haben, sind Designer-Marken. Und zwar nicht wegen des Status, sondern wegen der Qualität, des Designs und des Einkaufserlebnisses als Kunde.
Als produktbasiertes Unternehmen ist das Herausforderndste, Materialen und Lieferanten zu finden, die sehr hohe Qualität zu einem niedrigen Preis bieten. Die meisten Unternehmen setzen entweder auf mittelmäßigen Wert zu niedrigem Preis oder auf hohen Wert zu teurem Preis und verlangen dann einen Luxuspreis. Unser Ziel ist es, unseren Kunden Erschwinglichkeit und hohe Wertigkeit zu bieten.
Unsere Produkte sind vielleicht etwas teurer als die von günstigen Fast-Fashion-Marken, jedoch bieten wir ein Produkt und Erlebnis mit wesentlich mehr Wert. Die etwas höheren Preise sorgen auch dafür, dass alle Beteiligten in der gesamten Lieferkette fair bezahlt werden. Indem wir jedes Kleidungsstück wie einen besonderen Kauf gestalten, regen wir dazu an, weniger zu kaufen, dafür aber hochwertige Kleidung, die ein Leben lang hält.
Es ist unsere Mission, für bewussten Konsum einzustehen—deshalb gibt es bei uns fast nie Rabatte oder Sonderaktionen (auch nicht am Black Friday). Jeder Kauf bei Unordinary soll etwas Besonderes für den Kunden sein.
Wie hat Social Media Ihnen geholfen, Ihr Unternehmen zu vergrößern? Was waren Ihre strategischen Ziele und wie haben Sie Ihren Social-Media-Plan umgesetzt?
Ohne Social Media hätten wir gar kein Unternehmen. Instagram und TikTok waren für unser Wachstum unerlässlich. Das Empress Dress wurde erstmals im Juli eingeführt, allerdings ohne echten Marketingplan oder Strategie. Daher konnten wir nicht einen einzigen Verkauf verzeichnen.
Später, im September, begannen wir die Zusammenarbeit mit Janina und starteten das Kleid mit einer klaren Strategie neu. Als Janina das Kleid zum ersten Mal sah und anprobierte, war ihr sofort klar, dass wir Tausende davon verkaufen könnten. Trotz des vorherigen, erfolglosen Launches waren wir entschlossen, es diesmal zum Erfolg zu machen, weil wir wirklich an das Produkt geglaubt haben.
Unsere Strategie war simpel und geradlinig: Wir produzierten so viel Content wie möglich für Instagram und TikTok. Ich selbst erstellte ebenfalls Inhalte und postete über einen Monat hinweg jeden einzelnen Tag auf TikTok. Die Idee dahinter war, alles auszuprobieren, herauszufinden, was für uns am besten funktioniert und woran wir als Marke Freude hatten, es zu erstellen und zu teilen. Wir sind kreativ an viele verschiedene Arten von Content herangegangen. Wir haben einfach ausprobiert und Spaß daran gehabt. Allmählich bekamen einige Videos immer mehr Aufmerksamkeit, manche erreichten über 10.000 Aufrufe, was uns richtig begeistert hat.
Ein paar Wochen später postete ich eines der Videos, das ich in meinem Schlafzimmer aufgenommen hatte. Ich wusste, dass dieses Video unterhaltsam ist und die Geschichte, die es erzählt, amüsant wirkt, aber ich hatte keinerlei Vorstellung davon, dass es auf TikTok die 1-Millionen-Marke knackt und auf Instagram sogar enorme 6 Millionen Aufrufe erzielt.
Bevor wir starteten, hatten wir uns Zahlen als Ziel gesetzt (Follower, Verkäufe). Am Ende des Tages sind die Algorithmen jedoch so unberechenbar, dass das einzige Ziel sein sollte, konsequent und ganz regelmäßig täglich auf allen Social-Media-Kanälen zu posten. Leichter gesagt als getan: Die meisten tun sich schwer, dauerhaft eine Sache durchzuziehen, insbesondere, wenn sie etwas zuvor noch nie gemacht haben.
Aber wenn man einmal konstant postet, folgen auch die Zahlen – und man kann innerhalb der ersten Wochen selbst 1 Million oder sogar 10 Millionen Aufrufe erzielen.
Welche Social-Media-Plattformen finden Sie speziell für den E-Commerce am vorteilhaftesten?
TikTok und Instagram sind ohne Zweifel die nützlichsten Plattformen, weil die Aufmerksamkeit der Generation Z und der Millennials derzeit besonders auf diesen beiden Apps liegt. Meiner Meinung nach sollten sich Unternehmen vor allem auf vertikale Videos konzentrieren, ebenso wie neuerdings auf Bilder-Karussells bei TikTok.
Es ist jedoch wichtig, die Unterschiede zwischen diesen beiden Plattformen zu erkennen und zu verstehen. Obwohl sich einige Inhalte von TikTok auf Instagram wiederverwenden lassen und umgekehrt, ist es wichtig, den Kunden auf beiden Plattformen unterschiedliche Mehrwerte zu bieten.
Auf TikTok sind die Videos meistens "roher" und weniger bearbeitet als Instagram Reels. Wir haben zum Beispiel kürzlich ein „Tag in meinem Leben“-Video gepostet – auf TikTok mit Voiceover, auf Instagram nur mit Hintergrundmusik. TikTok ist persönlicher und Instagram entspricht dem eigenen Schaufenster. TikTok bietet zudem die Möglichkeit, Videos von bis zu 10 Minuten hochzuladen – weit mehr als die 60 Sekunden bei Instagram Reels. So kann man längere und persönlichere Videos gestalten.
Unser Ziel ist es letztendlich, TikTok-Follower auf unser Instagram zu lenken, denn dort können sie die „ästhetische“ Essenz unserer Marke entdecken – so, wie es auf TikTok nicht möglich ist. Ich halte es für äußerst vorteilhaft, wenn E-Commerce-Unternehmen auf beiden Plattformen konsequent aktiv sind und jeweils leicht unterschiedliche Inhalte anbieten, um die Follower zu motivieren, ihnen überall zu folgen.
Welche Social-Commerce-Trends beobachten Sie besonders genau und wie bereiten Sie sich darauf vor, diese für Wachstum zu nutzen?
Ich glaube, dass Instagram und TikTok auch 2023 die wichtigsten Plattformen bleiben werden. Die Nutzer dort werden immer anspruchsvoller und möchten nicht nur Transparenz, sondern auch Authentizität von Unternehmen. Sie wollen das Gefühl haben, Teil der Reise zu sein.
Es geht nicht mehr nur darum, wie toll ein Produkt ist oder mit Influencern gemeinsam Produkte zu verkaufen. Die Konsumenten wollen heute Einblicke hinter die Kulissen, wie Produkte entstehen, nicht nur das Endergebnis, sondern auch die Geschichte und den Prozess, wie und warum etwas gemacht wurde.
Am wichtigsten ist, dass Nutzer auf diesen Plattformen nicht das Gefühl haben wollen, dass ihnen etwas verkauft wird. Produkte in Videos zu integrieren und sie Teil einer Geschichte werden zu lassen, funktioniert am besten. Wir haben viele einfache TikToks gemacht, in denen wir erklärten, dass wir ein innovatives Kleid mit Reißverschlüssen entworfen haben – ohne eine Geschichte zu erzählen, und das fand wenig Beachtung.
Aber als wir ein Video mit einer richtigen Geschichte produzierten und das Kleid darin eine Rolle spielte, wurde unser Video viral. Es ist wichtig, Storytelling zu beherrschen, damit Social-Media-Nutzer – die heutzutage eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne haben – überhaupt aufmerksam werden.
Was sind die häufigsten Fehler, die Unternehmen machen, wenn sie Social Media zur Förderung des E-Commerce einsetzen? Was kann man tun, um diese Fehler zu vermeiden?
Als E-Commerce-Unternehmen haben wir unzählige Fehler gemacht – und ich denke, genau das macht Unordinary zu einem großartigen Unternehmen. Wir fördern Kreativität und das Denken über den Tellerrand hinaus und ich glaube, alle Unternehmen sollten das tun, wenn sie einzigartigeren, viralen Content für Social Media kreieren möchten.
Ich denke, das Hauptproblem für die meisten Unternehmen ist jedoch, dass sie einfach nicht genug posten, besonders auf TikTok. Es reicht nicht, nur einmal pro Woche zu posten. Um viral zu gehen, sollte man so viel hochwertigen Content wie möglich veröffentlichen. Es lohnt sich, zu Beginn sowohl auf TikTok als auch auf Instagram selbst eine Weile zu scrollen, um besser zu verstehen, welche Art von Inhalten Menschen (insbesondere die eigene Zielgruppe) auf diesen Plattformen konsumieren.
Ich halte es außerdem für extrem wichtig, ein stimmiges Markenbild und -gefühl über alle sozialen Medien hinweg und auf deiner Website zu haben. Wenn Menschen auf dein virales Reel oder TikTok stoßen, solltest du sicherstellen, dass sie beim Besuch deines Profils mögen, was sie sehen – und motiviert sind, deiner Marke zu folgen, weil sie auf dem Laufenden bleiben und mehr erfahren möchten, was du tust und künftig tun wirst.
Basierend auf deinen Erfahrungen und Erfolgen: Was sind deine Top 5 Möglichkeiten, soziale Medien für das Wachstum deines E-Commerce-Geschäfts zu nutzen?
1. Erstelle regelmäßig neue vertikale Videoinhalte für TikTok und Instagram, um neue potenzielle Follower zu gewinnen und auf dich aufmerksam zu machen. Poste vor allem am Anfang täglich und habe keine Angst, kreativ zu sein und verschiedene Videoarten auszuprobieren. Nutze Inhalte, die du auf TikTok erstellt hast, auch als Instagram Reels. Unser virales Instagram-Video war zum Beispiel ursprünglich ein TikTok-Video.
2. Binde deine Follower auf Social Media in deine Reise ein und halte die Inhalte interaktiv, um sie zu begeistern. Biete an, sie in Entscheidungsprozesse einzubeziehen, und erstelle Umfragen sowie Q&As, um transparent zu sein. Kunden sagen dir genau, was sie wollen – und wenn du sie am Prozess beteiligst, bleibst du mit deiner Community verbunden und sorgst dafür, dass sie regelmäßig zurückkommen.
3. Retargeting von Nutzern, die mit deinen Instagram-Posts interagiert haben, durch bezahlte Werbung. Mit Facebook Ads kannst du alle erreichen, die mit deinen organischen Instagram-Posts in Kontakt waren. Das ist eine sehr effektive Methode, bereits „vorgewärmte“ Follower, die Interesse an deinen Inhalten gezeigt haben, zu zahlenden Kund:innen zu machen.
4. Biete mehr als nur Verkauf. Liefere echten Mehrwert. Konsumenten möchten nicht mehr nur gekauft bekommen: Sie wollen Geschichten hören, unterhalten werden oder etwas Neues lernen. Bemühe dich um hochwertigen Content, das zahlt sich langfristig aus.
5. Nutze zusätzlich zu deinen eigenen Videos UGC (nutzererstellte Inhalte), um Vertrauen bei deinen Kunden aufzubauen. Wenn Kund:innen mehrfach reale Menschen sehen, die ihre Erfahrungen mit einem Produkt per Video teilen, steigt das Vertrauen in dein Unternehmen enorm und die Kaufbereitschaft ist deutlich höher, als wenn sie nur unpersönlich wirkende Firmenvideos auf deinen Social-Media-Kanälen finden.
Wenn du eine Bewegung starten könntest, die den größten Nutzen für die meisten Menschen bringt – was wäre das?
Was für eine großartige Frage! Wir haben auf TikTok gerade eine Bewegung ins Leben gerufen, damit Menschen ihre Einzigartigkeit feiern. Es gibt aktuell sehr viele Trends, die viel Negatives transportieren und Menschen verunsichern können.
Da gibt es zum Beispiel einen Trend, bei dem Menschen zeigen, welches Merkmal ihr Gesicht vermeintlich „ruiniert“. Das stimmt mich sehr traurig und hat mich ehrlich gesagt auch schon selbst manchmal verunsichert. Es ist wichtig, sich so anzunehmen, wie man ist (auch wenn man natürlich Dinge verändern oder verbessern kann, wenn man das möchte) und unsere Unterschiede zu feiern.
Ich bin selbst immer fasziniert davon, dass wir uns alle ähneln und trotzdem so verschieden sind. Wir haben eine TikTok-Bewegung mit dem Ansatz „Was macht mich außergewöhnlich?“ gestartet – du kannst mitmachen auf unserem TikTok-Kanal @unrdnry. Wir freuen uns sehr darauf zu sehen, wie viele Menschen sich beteiligen und hoffen, anderen damit zu helfen, sich so zu sehen, wie sie wirklich sind: wunderbar außergewöhnlich.
Wie können unsere Leser:innen deine Arbeit online weiter verfolgen?
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