In dieser Folge begrüßt Gastgeber Francois Marchand Sam Thomas Davies—Growth Marketing Manager bei Drip—zum Gespräch darüber, warum Community Marketing ein so heißes Thema für Wachstum im E-Commerce und darüber hinaus ist und warum es gerade jetzt wichtiger denn je ist.
Interview-Highlights
- Sams Hintergrund [1:47]
- Sam hat vor kurzem eine neue Position bei Drip übernommen.
- Historisch hat er Marketing-Blogs aufgebaut – das war auch bis vor Kurzem seine Aufgabe bei Drip.
- Er verbringt 5 Stunden pro Woche mit dem Drip-Podcast, und den Rest seiner Zeit widmet er kurzfristigen und langfristigen Projekten, die dabei helfen, neue kostenlose Testphasen für Drip zu generieren.
- Sam ist im sechsten Jahr im Marketing und erkundet derzeit viele neue Kanäle, die er früher aufgrund seines traditionellen Ansatzes im Marketing eher abgelehnt hat.
- Warum ist Community Marketing ein so heißer Trend im E-Commerce und im Growth Marketing allgemein? [3:32]
- Sams Einstieg hierzu waren Interviews mit E-Commerce-Gründerinnen und -Gründern im Drip-Podcast. Viele von ihnen sprachen über Community, als Sam fragte, wie sie Kundinnen und Kunden gewinnen und binden.
- Er wollte wissen, was sie unter Community verstehen, weil manche darunter einfach nur Instagram-Kommentare meinen.
- Viele E-Commerce-Gründerinnen und -Gründer erkennen zunehmend die Bedeutung von Community.
- Sams Erfahrung beim Beziehungsaufbau durch seine Expertise bei Drip [6:00]
- Einige der Gäste im Drip-Podcast waren Drip-Kunden.
- Für Sam war es spannend, direkt mit den Kunden zu sprechen und deren Erfolgsgeschichte zu hören.
- Es gibt viel zu sagen über Menschen, die Ihr Produkt wirklich gerne nutzen. Das gilt für SaaS-Anbieter, aber im E-Commerce ist es etwas anders. Drip-Kunden sind begeistert davon, das Maximum aus dem Produkt herauszuholen – sie sind Fürsprecher, sie kennen alle im Unternehmen.
- Was sind konkrete Beispiele für E-Commerce-Unternehmen, die Community Marketing erfolgreich nutzen, und warum sind diese Strategien wirksam? [7:43]
- Urban Everyday Carry – der Gründer Yong-Soo Chung, ist für Sam ein Paradebeispiel für gelungenen Community-Aufbau.
- Eine Gründerin verkauft Hundesnacks und -spielzeug im Abo. Der Grund für die Gründung war, dass ihr eigener Hund sehr unruhig war. Sie sagte, es wirft auf den Besitzer ab, wenn der Hund bellt, während man unterwegs ist. Deshalb hat sie eine Community für Hundehalter aufgebaut, um Erfahrungen zu teilen.
- Bezahlte oder kostenlose Community? Welche Tipps gibt es für den Start einer Community? [10:29]
- Wenn man eine Community starten möchte, muss man die Systeme definieren, die diese Community ermöglichen.
- Wer postet? Wann wird gepostet? Wer ist verantwortlich? Wie geht man mit Spammern um? Was wird gepostet?
- Justin Welsh verdiente Tausende Dollar mit einer kostenpflichtigen Community, hat sie jedoch eingestellt, da sie nicht zu seinem Lebensstil passte.
- Beginne mit einer MVP-Version mit funktionierenden Systemen, um herauszufinden, ob dies ein Weg ist, den du langfristig gehen möchtest.
- Wenn man eine Community starten möchte, muss man die Systeme definieren, die diese Community ermöglichen.
- Wie können Unternehmen sicherstellen, dass ihre Community-Bemühungen authentisch sind und nicht nur eine Form von “Astroturfing” oder anderen unehrlichen Marketingtaktiken? [13:40]
- Jeder ist gegenüber Marketing generell skeptisch. Selbst wenn das Marketing aufrichtig und transparent ist, reagieren Menschen häufig ablehnend auf Marketing.
- Outdoor Vitals platziert einen CTA am Ende der E-Mails, um Menschen auf die Community aufmerksam zu machen, ohne sie als harte Verkaufsbotschaft darzustellen.
- Es muss eine Erweiterung dessen sein, was du sowieso schon tust.
- Donald Miller nutzt die Analogie eines Flugzeugs – es geht immer um Balance. Es gibt verschiedene Bereiche im Unternehmen – die Community muss eine Erweiterung davon sein, was man ohnehin schon macht.
- Ist eine Community ein zu verkaufendes Produkt? Oder etwas, das dabei hilft, dein Produkt zu verkaufen? Oder keines von beiden? [15:45]
- Im E-Commerce – bist du (als Gründer/in) das Gesicht der Marke? Wenn die Kundinnen und Kunden dich kennen, mögen und dir vertrauen, werden sie sich wahrscheinlich auch an der Community beteiligen wollen.
- Wenn du tatsächlich verkaufst, muss es auf deine Werte zurückgehen.
Jeder will die Strategie, aber es sind die Prinzipien, die alles tragen.
Sam Thomas Davies
- Muss immer der Gründer, CEO oder eine Führungskraft die öffentliche Person der Community für eine E-Commerce-Marke sein? [17:50]
- Darauf gibt es keine pauschale Antwort.
- Es gibt die Vorstellung, dass eine Marke existiert und darin Persönlichkeiten auftreten. Zum Beispiel hatte die Serie Friends unterschiedliche Charaktere – und die Menschen konnten sich mit verschiedenen Charakteren identifizieren und sie lieben.
- Welchen Wert haben heutzutage Community-Foren? [22:06]
- Man muss dorthin gehen, wo die eigene Zielgruppe ist. Wenn sie auf Twitter sind, sollte man dort twittern. Es ist leicht, sich auf eine Plattform zu konzentrieren, weil sie einen einfachen Einstieg bietet.
- Ein Gründer sagte kürzlich zu Sam, dass ihre Kunden einer älteren Zielgruppe angehören – sie hätten also beispielsweise noch nie von Discord gehört. Der Kanal hängt wirklich von der Art der Kunden ab, die man hat. Es ist leicht anzunehmen, was die Menschen wollen, indem man sich anschaut, was andere machen – das ist jedoch ein großer Fehler.
- Sams „Community Marketing 101“ [23:43]
- Welche Probleme löst du? Warum gehst du jeden Tag zur Arbeit? Wie bist du wertvoll für deine Arbeitgeber und Kunden? Und welcher Kanal ist am besten geeignet, um diese Lösungen zu vermitteln?
- Vielleicht möchtest du eine Plattform, auf der die Moderation leichter fällt. Oder vielleicht möchtest du eine Plattform, mit der die Leute vertrauter sind.
Es kommt nicht auf die Plattform an – wichtig ist, welche Probleme du löst und wie du auf dem schnellsten und einfachsten Weg Lösungen für diese Probleme bereitstellst.
Sam Thomas Davies
- Häufige Fehler, die E-Commerce-Manager, Gründer und Geschäftsführer vermeiden sollten [25:08]
- Systeme einzuführen, die festlegen, wer was und wann übernimmt. Drip dokumentiert für alle Projekte: Was wird gemacht und warum?
- Sam schätzt es sehr, nach positiven Signalen zu suchen. Woran erkennt man, dass etwas funktioniert? Wenn man diese positiven Signale sieht.
- Wie wird sich Community Marketing in den nächsten Jahren als Bestandteil des Growth Marketings entwickeln? [27:39]
- Sam beobachtet, dass viele E-Commerce-Marken verstärkt auf Content setzen. Weil sie erkennen, wie wichtig das ist.
- Immer mehr Marken werden die Bedeutung von Community-Building erkennen, weil es wahrscheinlich die Strategie Nummer eins zur Vermeidung von Kundenabwanderung ist.
Wenn deine Kunden dir treu bleiben, weil du konsequent Mehrwert auch außerhalb deiner Produkte bietest, wer möchte da gehen?
Sam Thomas Davies
- Sams Rat für E-Commerce-Manager [29:45]
- Beginne, offen zu lernen und teile deine Erkenntnisse auf einer Plattform, die zu dir und deinen Kunden passt. Deine Kunden möchten wissen, was du im Alltag tust, um die Marke weiterzuentwickeln. Wenn es E-Mail ist, sorge dafür, dass sie persönlich und von einer echten Person kommen.
Unser Gast
Sam Thomas Davies ist Growth Marketer bei Drip und Moderator des Podcasts „Beyond the Inbox“. Als ehemaliger Head of Content bei Sleeknote und Drip hat Sam beide Marketing-Blogs auf über 180.000 organische Besucher pro Monat gebracht. Er ist Mitautor von “Subscribe!” (dem weltweit ersten und einzigen Buch über Website-Popups) und seine Arbeiten wurden u. a. in CNBC, The Times und Fast Company sowie in führenden Marketing-Blogs wie Ahrefs, Search Engine Journal und SEMRush veröffentlicht.

Wenn du eine Community starten willst, musst du die Systeme definieren, die den Aufbau dieser Community ermöglichen.
Sam Thomas Davies
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Francois Marchand: Community-Marketing. Community-Marketing ist weit mehr als nur der Aufbau einer treuen Fangemeinde, an die Sie Ihr Produkt verkaufen können. Manchmal ist die Community selbst das Produkt, das Sie verkaufen. Community-Marketing ist heute einer der wichtigsten Treiber für das Publikumswachstum im E-Commerce und umfasst Social Media Gruppen, Community-Foren und Content-Marketing-Abonnenten, um Loyalität und Bindung zu fördern. Wie kann Ihre Marke also auf diesen heißen Trend aufspringen?
Willkommen beim Ecomm Manager Podcast. Unsere Mission ist es, Ihnen bei Ihrer E-Commerce-Reise mit hilfreichen Ratschlägen von Experten, die es geschafft haben, zum Erfolg zu verhelfen. Ich bin Ihr Gastgeber, Francois Marchand.
Und heute freue ich mich sehr, Sam Thomas Davies begrüßen zu dürfen. Sam ist Growth Marketing Manager bei Drip und Host des Beyond The Inbox Podcasts. Wir werden darüber sprechen, warum Community-Marketing ein so heißes Thema für Wachstum im E-Commerce und darüber hinaus ist und warum es gerade jetzt so wichtig ist. Bleiben Sie dran, um zu erfahren, wie Ihre E-Commerce-Marke Community-Marketing für Wachstum nutzen kann, wie Sie definieren, wer Ihre Community ist, wie Sie die richtigen Kanäle auswählen, wie Sie Loyalität bei Ihren Kunden fördern und vieles mehr.
Sam, willkommen beim Ecomm Manager Podcast. Ich freue mich sehr, dass du heute dabei bist, um darüber zu sprechen, wie man Community-Marketing für Wachstum nutzt. Du bist ein Experte auf diesem Gebiet als Growth Marketer, aber du bist auch Podcast-Host. Also von Podcaster zu Podcaster denke ich, wir werden ein gutes Gespräch führen.
Ich gebe dir das Wort, damit du uns einen kleinen Überblick darüber gibst, was du bei Drip als Growth Marketer und Podcast-Persönlichkeit machst.
Sam Thomas Davies: Ja, gerne. Ich habe vor Kurzem eine neue Position bei Drip übernommen. Mein Hintergrund liegt im Bereich Content, und ich habe historisch Marketing-Blogs gemanagt und ausgebaut, das habe ich bei Drip bis Januar gemacht.
Aber ich habe auch stets im Hintergrund Growth Marketing betrieben. Und bei Drip arbeiten wir projektbasiert, diese Projekte stehen im Zusammenhang mit den quartalsweisen OKRs. Zurzeit verbringe ich etwa fünf Stunden pro Woche mit Drips Podcast Beyond the Inbox. Den Rest meiner Zeit arbeite ich an kurz- und langfristigen Projekten, die dazu beitragen, mehr kostenlose Testversionen für Drip zu generieren.
Das kann der Aufbau neuer Alternativ-Seiten sein. Es könnte eine Überarbeitung unserer Vergleichsseiten sein. Es könnte das Erkunden eines neuen Kanals sein. Es gibt also viel Vielseitigkeit in meiner Rolle, und es ist tatsächlich eine wirklich spannende Zeit in meiner Karriere. Denn ich bin im sechsten Jahr im Marketing und habe das Gefühl, meine Arbeit mit frischem Blick zu betrachten, weil ich viele neue Kanäle erforsche, die ich aufgrund meines altmodischen Marketings früher vielleicht abgelehnt hätte.
Es ist also eine spannende Zeit, und ich habe auch beim Podcast viel Freude, und es ist wirklich ungewöhnlich, zur Abwechslung mal auf der anderen Seite des Mikrofons zu sitzen. Ich freue mich auf das Gespräch.
Francois Marchand: Du sagst, es ist eine spannende Zeit. Es ist eine spannende Zeit für Growth Marketing, aber es ist auch eine spannende Zeit für Community-Marketing. Warum ist das so? Warum ist Community-Marketing so ein heißer Trend im E-Commerce und auch im Growth Marketing insgesamt? Lass uns damit beginnen: Der Aufstieg von Community-Marketing im E-Commerce.
Sam Thomas Davies: Es ist ein faszinierendes Thema. Mein Einstieg in diesen Bereich war, E-Commerce-Gründer im Podcast zu interviewen. Mit der Zeit fiel mir auf, dass viele von ihnen, wenn ich sie danach fragte, wie sie Kunden gewinnen und binden, über Community sprachen.
Und ich wollte dann herausfinden, was jeder Gründer unter Community genau verstand, denn manche Gründer sagen Community, meinen aber eigentlich nur Instagram-Kommentare. Aber die Marketer und Gründer, die das wirklich verstanden haben, verfolgen einen sehr klar definierten Ansatz zum Community-Aufbau – das kann kostenlos sein, das kann kostenpflichtig sein, je nach Ziel des Gründers.
Ich denke, das Thema wird gerade deshalb so heiß diskutiert, weil inzwischen alle völlig von Meta abhängig sind und es einfach nicht günstiger wird. Ich bin außerdem der Meinung, dass Listbuilding manchmal aus dem Fokus rückt, und frage mich, ob das auch daran liegt, dass viele E-Commerce-Gründer sich nicht auf Content konzentrieren.
Im B2B-Bereich hat man typischerweise einen Blog usw. Ich denke, viele E-Commerce-Gründer erkennen nun die Bedeutung von Community, und wir kommen bestimmt gleich noch viel detaillierter darauf zu sprechen. Aber das ist meiner Meinung nach der Grund, warum dieses Thema jetzt so heiß ist.
Francois Marchand: Ja, und wenn wir im E-Commerce-Kontext sprechen, meinen wir Social Media und einige der anderen Episoden, die wir für den Ecomm Manager Podcast produzieren. Es geht darum, sich von der transaktionalen Seite des Verkaufs über Social Media – wie Social Commerce – zu entfernen. Es geht vielmehr darum, Beziehungen aufzubauen, die eine lange anhaltende Verbindung zwischen Kunde und Marke, zwischen Publikum und E-Commerce-Unternehmen schaffen. Kannst du ein wenig über deine Erfahrungen berichten, wie du diese Beziehung durch deine Arbeit bei Drip aufbaust?
Sam Thomas Davies: Ja, super Frage. Mir fällt ein bestimmter Kunde ein; einige der Podcast-Gäste waren Drip-Kunden. Es ist für mich sehr spannend, als jemand, der bisher wenig direkten Kundenkontakt hatte, mit ihnen zu sprechen und herauszufinden, wie sie das Produkt beschreiben und was sie daran schätzen.
Früher habe ich Produkttexte geschrieben und nur das formuliert, von dem ich dachte, dass unser Idealkunde es hören möchte. Jetzt spreche ich mit Kunden, höre Erfolgsgeschichten und sehe, wie sehr Menschen Freude an unserem Produkt haben.
Das gilt für SaaS, wobei es im E-Commerce sicherlich etwas anders ist. Aber was meine Drip-Erfahrung betrifft: Wenn ich mit Drip-Kunden spreche, sind sie wirklich begeistert davon, das Maximum aus dem Produkt herauszuholen und sie befürworten neue Funktionen. Sie kennen jeden im Unternehmen.
Ich habe vor Kurzem mit einem Geschäftsinhaber gesprochen, der sich als OG bezeichnete – ein Originalkunde von ganz früher. Ein sehr erfolgreicher Unternehmer, der mir sagte: Wenn ich einen Job suchen würde, würde ich gerne bei Drip arbeiten, weil ich die Unternehmenskultur liebe und das Produkt mag. Das war wirklich interessant, denn so etwas nimmt man als Mitarbeiter vielleicht selbstverständlich hin.
Aber wenn man mit Kunden spricht und erfährt, wie sehr sie schätzen, was man tut, ist das sehr bestätigend.
Francois Marchand: Ja. Apropos Beispiele: Welche E-Commerce-Unternehmen fallen dir ein, die besonders erfolgreich Community-Marketing betreiben? Was macht diese Strategien effektiv?
Sam Thomas Davies: Ja, da gibt es zum Beispiel die Marke Urban Everyday Carry von Gründer Yong-Soo Chung. Ich habe kürzlich mit ihm gesprochen und denke sofort an ihn, wenn es um erfolgreiches Community-Building geht. Er hat eine kostenlose Community – einfach eine Facebook-Gruppe. Zum Kontext: Urban Everyday Carry verkauft Messer und Alltagsgegenstände online.
Die kostenlose Community bringt Leute zusammen, um über Produkte zu sprechen und vielleicht über Probleme, die sie mit den Produkten haben. Kürzlich hat er eine kostenpflichtige Community eingeführt. Es gibt zwei Tarife: 9 US-Dollar pro Monat oder 99 US-Dollar im Jahr. Es gibt zahlreiche Vorteile.
Ich habe nicht mehr alle im Kopf, aber einer ist, dass man frühzeitig Zugriff auf die wöchentlichen Drops bekommt. Viele E-Commerce-Brands machen zum Beispiel jeden Dienstag Produkt-Drops, und als eingefleischter Fan bekommt man das drei Tage vorher mit. Er ist sehr geschickt darin, Vorteile für seine Angebote zu bündeln.
Als ich heute zur Vorbereitung auf diese Aufnahme seine Seite besucht habe, bietet er sogar seinen Podcast ohne Werbung an. Es gibt all diese Vorteile, und er hat es wirklich auf den Punkt gebracht. Eine andere Marke kommt mir auch in den Sinn, auch wenn mir der Name gerade nicht einfällt. Das ist aber weniger wichtig als das, was sie tut.
Ich habe mit einer Gründerin gesprochen, deren Geschäft darauf basiert, Hundefutter und Snacks im Abo-Modell zu verkaufen. Sie erzählte mir, dass sie die Marke gegründet hat, weil ihr Hund sehr überaktiv war. Sie sagte, das fällt dann auch auf den Halter zurück, z.B. wenn der Hund bei anderen Hunden bellt.
Sie sagte, sie habe viele Hundebesitzer kennengelernt, die dasselbe Problem haben. Nach außen verkauft ihre Marke Futter und Snacks, aber es gibt eine Community, in der Hundebesitzer Erfahrungen und Techniken teilen können. Das Community-Angebot überlegt sie nun sogar als Geschäftserweiterung weiter auszubauen, weil es so gewachsen ist – und das zeigt, wie viel versteckten Wert es in solchen Marken gibt.
Es braucht nur jemanden, der entscheidet: Okay, wir brauchen eine Community, und so bauen wir sie auf.
Francois Marchand: Genau. Die Community kann neue Richtungen und Nischenthemen vorgeben, die eine Marke angehen kann. Es entsteht also viele Ideen- und Content-Generierung aus diesen Community-Aktivitäten. Du hast kostenlose und kostenpflichtige Communities erwähnt – es könnte für E-Commerce-Unternehmen verlockend sein, sofort mit einer kostenpflichtigen Community zu starten. Was hältst du für besser?
Sollten Unternehmen erst die kostenlose Variante ausprobieren als Soft-Launch? Oder gleich kostenpflichtig starten? Hast du Tipps für den Community-Aufbau?
Sam Thomas Davies: Das ist eine sehr wichtige Frage. Kurz gefasst – ich glaube, wenn man eine Community startet, muss man die Systeme definieren, die helfen, diese Community zu ermöglichen.
Damit meine ich: Wer postet? Wann postet diese Person? Wer ist verantwortlich? Was ist mit Spammern? Was mit Inhalten? Wann postet man? Viele stürzen sich ins Community-Building, ohne zu definieren, was sie eigentlich erreichen wollen. Denn jeder kann eine Facebook-Gruppe starten oder eine andere Online-Community.
Wenn man aber kein klares Ziel und keinen guten Grund dafür hat, was soll das dann bringen? Das ist ein Fehler, den viele machen – nicht nur im Community-Building. Auch beim Start unseres Podcasts haben wir drei Monate lang die Systeme aufgebaut, die für unser Wachstum nötig sind.
Wir haben definiert, wie wir Gäste finden und auswählen, wie wir die Episoden schneiden, einen Prozess in Notion gebaut, usw. Die drei Monate haben sich gelohnt, weil wir so Prozesse haben, mit denen wir jede Woche eine neue Podcast-Episode veröffentlichen können.
Justin Welsh erzählt eine tolle Geschichte: Er hat eine kostenpflichtige Community aufgebaut, die ihm zehntausende Dollar gebracht hat. Eines Tages hat er sie geschlossen, weil sie nicht zu dem Lebensstil passte, den er wollte – es lenkte ihn von seiner eigentlichen Arbeit ab.
Auch das ist eine wichtige Erkenntnis: Wenn Sie eine Community starten, muss es zu den Werten der Marke passen. Dann empfehle ich auf jeden Fall, mit einer MVP-Version zu starten und – auch auf Basis-Ebene – Systeme zu haben, um später skalieren zu können.
Francois Marchand: Ja, Communities sind keine sich selbst moderierenden Umgebungen. Man braucht jemanden, der dafür zuständig ist – Spam rauszufiltern, dafür zu sorgen, dass allen geholfen wird, Fragen beantwortet werden, usw. Es ist viel Arbeit, das alles reibungslos am Laufen zu halten.
Wie können Unternehmen sicherstellen, dass ihr Community-Aufbau authentisch ist – und nicht nur eine Show oder das, was man astroturfing nennt, also ein aufgesetzter, unehrlicher Marketingtrick, nur um sagen zu können „Unsere Kunden sind engagiert“?
Sam Thomas Davies: Sehr gute Frage, ehrlich gesagt weiß ich darauf keine eindeutige Antwort. Ich glaube, bei Marketing insgesamt sind Menschen immer skeptisch – selbst bei transparentem, „ehrlichem“ Marketing gibt es oft eine gewisse Abwehrhaltung.
Letztlich kommt es darauf an, wie offensiv man vorgeht. Die Outdoor-Marke Outdoor Vitals, zum Beispiel, hat einfach einen Hinweis in jeder E-Mail, nicht als Haupt-CTA, in dem steht: „Hey, wenn du möchtest, haben wir eine Community.“
Eine Zeile, um zu erklären, worum es geht, plus Link. Ohne Druck, einfach nur: „Es ist da, wenn du willst.“ Das Gegenteil wäre, die Community mehrfach pro Woche per E-Mail zu pushen und aggressiv zu verkaufen (sofern es eine kostenpflichtige ist).
Die Community sollte eine Erweiterung dessen sein, was Sie bereits tun. Ein gutes Bild dazu: Im Buch „How to Grow a Small Business“ von Donald Miller wird das Unternehmen mit einem Flugzeug verglichen – Cockpit, Flügel, usw. Alles muss im Gleichgewicht sein: Community, Vertrieb, Operations, verschiedene Bereiche. Community sollte einfach eine Erweiterung davon sein, was sowieso schon da ist. So findet man den richtigen Weg, ohne zu aufdringlich zu wirken.
Francois Marchand: Ist die Community ein Produkt, das Sie verkaufen? Oder ist es etwas, das hilft, Ihr Produkt zu verkaufen? Oder keines von beiden?
Sam Thomas Davies: Das ist wirklich eine tolle Frage. Es ist das, was Sie daraus machen. Bei der vorgenannten Hundefutter-Marke zum Beispiel – ich glaube, sie verkauft dort gar nicht. Die eigenständige Community ist für Leute, die die Marke lieben und die Gründerin schätzen.
Ein anderer Aspekt, über den wir noch nicht gesprochen haben: Im E-Commerce – ist der Gründer das Gesicht der Marke? Wenn ja, und ich als Kunde mag und vertraue dir und möchte dir näher sein, dann nehme ich wahrscheinlich an der Community teil.
Das sieht man auch auf Social Media: Überall die gleichen Menschen, die auf Tweets, Instagram-Posts usw. kommentieren. Auch das sagt viel aus. Um auf die Frage zurückzukommen: Sie müssen wirklich definieren, was Sie erreichen wollen. Wenn Sie etwas verkaufen – wie sind die Regeln?
Gibt es eine Promo pro Woche? Immer, wenn es passt? Es gibt kein Richtig oder Falsch. Es hängt letztlich von Ihren Werten ab, und das habe ich in letzter Zeit immer ernster genommen, je mehr ich mit E-Commerce-Gründern spreche. Outdoor Vitals ist wieder ein gutes Beispiel.
Der Marketing-Manager, mit dem ich gesprochen habe, sprach so leidenschaftlich über Werte. Sie sagen: Wenn eine Idee unseren Werten nicht entspricht, machen wir es nicht. So einfach. Früher fand ich das schwammig, aber jetzt sehe ich es.
Es gibt auch nicht den einen „Trick“ aus einem Buch, den man übernimmt. Jeder will die Strategie, aber wichtiger sind die Prinzipien, auf denen alles aufbaut. Das ist eine weiche Antwort, aber auf eine sehr schwierige Frage.
Francois Marchand: Gehen wir weiter zu Community Marketing 101. Wie du gesagt hast: Es gibt keinen Fahrplan, der für alle gilt. Aber du hast das Gesicht der Community erwähnt – ist es immer der Gründer, CEO oder Executive-Level, der für eine E-Commerce-Marke das Gesicht der Community sein muss?
Sam Thomas Davies: Sehr gute Frage! Mir fällt die Marke Poo-Pourri ein, die ein Model als Testimonial für die viralen Videos engagiert hat.
Ein anderer Gründer, mit dem ich gesprochen habe, verkauft Rucksäcke zum Hundetragen – und der Hund ist das Gesicht der Marke. Es gibt also nicht die eine Antwort. Ich grüble gerade über einen Marketingbegriff dafür ... vielleicht „Meta-Branding“. Die Marke ist wie eine TV-Serie mit Lieblingscharakteren – das hat auch Friends so erfolgreich gemacht.
Früher verfolgte ich Blogs wie Sumo mit Autoren wie Nat Eliason oder Sara Peterson, und ich erinnere mich auch Jahre später an ihre Namen, weil sie Persönlichkeit reingebracht haben. Bei Sleeknote (Drip hat Sleeknote letztes Jahr übernommen; ich war von Anfang an dabei) haben wir das auch gemacht – jede Woche schrieb jemand anderes eine E-Mail an Leads oder Kunden, machte Witze und die Leute liebten es.
Wenn wir auf Konferenzen sehen, wie unsere E-Mails in Folien auftauchen, ist das immer wieder toll. Es zeigt, dass viele Marken noch viel häufiger Persönlichkeiten zeigen könnten. Ein anderes Beispiel ist Mid-Day Squares, die Nachmittagssnacks verkaufen – drei Gründer (Geschwister plus Schwager), die mit einer Reality-TV-Show ihre Marke begleiten. Meta-Ebene! Sie haben sich vom Kardashians- und Shark-Tank-Konzept inspirieren lassen. Ihre Einzigartigkeit zahlt sich aus.
Viele Gründer sagen, sie wollten nicht das Gesicht der Marke sein, mussten es aber werden, weil sonst niemand da war – die beste Entscheidung überhaupt.
Francois Marchand: Das macht Sinn. Wenn man die eigene Marke repräsentiert und niemand anderes in Frage kommt – Sie sind das Gesicht. Das begegnet mir bei allen Gründerinterviews für diesen Podcast. Sie sind das Gesicht auf Instagram und in den Facebook-Gruppen und anderswo.
Auch wenn sie nicht alle operativen Aufgaben selbst machen, steht ihr Name dahinter. Lass uns über Kanäle sprechen. Social Media ist ein Kanal, Facebook ein anderer. Natürlich sind TikTok und alle anderen Kanäle heute entscheidend, um Kundenbindungen aufzubauen und Community-Interaktion zu ermöglichen.
Welchen Wert haben Community-Foren heute überhaupt noch? Haben sie noch den gleichen Stellenwert oder ist jetzt alles verstreut auf Discord, Twitch und anderen neuen Plattformen?
Sam Thomas Davies: Super Frage! Ich habe kürzlich einen interessanten Tweet gelesen (weiß nicht mehr, wer). Quintessenz: Du musst dort sein, wo dein Publikum ist. Wenn die Zielgruppe auf Twitter ist, wird getweetet. Auf LinkedIn, poste dort.
Viele konzentrieren sich auf Plattformen, die leicht zu nutzen sind – Facebook-Gruppen, Discord etc. Aber ein Gründer sagte mir, seine Kunden sind älter, sie kennen Discord nicht mal, vermutlich auch keine Facebook-Gruppen. Für sie ist Community eher ein Live-Event mit hoher Eintrittsgebühr, einige Male pro Jahr. Dadurch macht die Wahl des Kanals immer von der Zielgruppe abhängig – was für andere funktioniert, muss für Sie nicht passen. Viele machen diesen Fehler.
Francois Marchand: Stimmt. Sie können den Erfolg eines anderen Unternehmens nicht einfach kopieren – Ihre Zielgruppe, Ihre Segmentierung ist eine andere, gehen Sie daher dorthin, wo Ihre Kunden sind. Meine nächste Frage wäre: Was ist Ihr Community-Marketing-101?
Kurz zusammengefasst scheint es: Gehen Sie dorthin, wo Ihre Zielgruppe ist. Gibt es noch weitere 101-Tipps speziell für den E-Commerce?
Sam Thomas Davies: Ja. Ich überlege: Welche Probleme lösen Sie eigentlich? Habe da in letzter Zeit oft drüber nachgedacht – Jobtitel sind meist egal. Worum geht es wirklich: Warum machen Sie Ihren Job? Welches Problem lösen Sie? Wie bringen Sie Ihrem Arbeitgeber, Unternehmen oder Kunden den größten Nutzen? Über welchen Kanal können Sie Lösungen für diese Probleme am besten liefern?
Vielleicht eignet sich eine Facebook-Gruppe, weil Sie Medien teilen wollen. Vielleicht soll es eine Plattform sein, die sich leicht moderieren lässt. Vielleicht etwas, das Ihrer Zielgruppe bekannt ist. Am Ende zählt: Was ist das Problem, das Sie lösen, und wie können Sie am schnellsten und einfachsten helfen? Alles andere ist Nebensache. Es zählt der Nutzen und die Lösung.
Francois Marchand: Perfekt. Das ergibt Sinn. Welche Fehler sehen Sie häufig bei E-Commerce-Managern, Gründern, Unternehmern – und welche Kennzahlen sollten sie messen, um herauszufinden, ob es funktioniert oder nicht?
Sam Thomas Davies: Ich fange mal mit dem ersten Teil an: Wie schon erwähnt: Systeme, die klar regeln, wer was wann macht. Bei Drip dokumentieren wir jedes Projekt – was machen wir überhaupt und warum?
In kleinen Marketingabteilungen sind die Ressourcen knapp, Sie können keine Zeit für eine Community verschwenden, die Sie später nicht betreiben können. Starten Sie mit der kleinstmöglichen Version („Minimum Viable Product“).
Zum zweiten Teil deiner Frage: Ich mag das Konzept „positive Signale“ beobachten – gelernt von Chris Walker: Woran erkennst du, ob es funktioniert? – An den positiven Signalen. Es kommt natürlich auf das Ziel an – und die damit verbundenen Metriken. Wenn Sie neue Umsatzkanäle probieren (z.B. ein bezahltes Abo), dann sind es klassische Kennzahlen wie Umsatz, MRR, Churn usw.
Wenn es nicht ums Geld geht, zählen z.B. die Anzahl der Kommentare, DMs, E-Mail-Antworten. Bei Drip messen wir seit Kurzem E-Mail-Antworten, anstatt nur auf CTAs und Umsatz zu gucken. Die Leute antworten mit: „Tolle Mail, sehr hilfreich!“ Das ist ein positiver Indikator.
Zusammengefasst: Systeme schaffen, die die gewünschte Community ermöglichen, die Community als Wert-Erweiterung der Marke sehen und die passenden Kennzahlen messen, die zu diesen Werten passen.
Francois Marchand: Wir nähern uns dem Ende unseres Gesprächs, Sam. Es war aufschlussreich, unterhaltsam und umsetzbar – das ist ja das Hauptziel unseres Podcasts.
Zum Ausblick: Wie wird sich Community-Marketing als Bestandteil von Growth Marketing in den nächsten Jahren entwickeln, insbesondere im E-Commerce, der sich so schnell verändert?
Sam Thomas Davies: Gute Frage. Ich möchte zur Antwort einen anderen Kanal als Beispiel nehmen. Ich sehe, dass immer mehr E-Commerce-Marken auf Content setzen. Es ist witzig: Gründer berichten, dass sie Ahrefs abonniert und Keyword-Recherchen gemacht haben – das ist für B2B-Leute Alltag, aber im E-Commerce jetzt ein großes Thema.
Immer mehr Marken setzen auf Inhalte. Ich glaube, das liegt daran, dass Werbung bei Meta immer teurer wird, wie eben besprochen. Künftig werden noch mehr Marken merken, wie wichtig Community-Building ist, weil es wahrscheinlich die beste Taktik ist, um Kundenabwanderung („Churn“) zu minimieren.
Wenn Kunden Ihnen treu sind, weil Sie immer wieder Nutzen bieten – auch jenseits des eigentlichen Produkts –, warum sollten sie gehen? Es gibt Marken, die ich nie verlassen würde, weil ich sie liebe – vielleicht bin ich nicht offiziell in einer Community, aber ich fühle mich als Teil davon, weil meine Stimme wertgeschätzt wird.
Ich glaube: Viele Marken setzen auf Community, machen Fehler, lernen daraus und entdecken das Potenzial von Community auf ihre eigene Art.
Francois Marchand: Am Ende geht es immer um Loyalität und darum, Kunden zu halten – egal, über welchen Kanal sie kamen.
Wer es schafft, Beziehungen aufzubauen und Vertrauen zu generieren, wird erfolgreich sein. Bevor ich dich entlasse: Gibt es weitere Tipps oder Einblicke, die du teilen möchtest – zum E-Commerce oder deine Nummer-eins-Empfehlung für E-Commerce-Manager, auch unabhängig vom Community-Thema?
Sam Thomas Davies: Ja, ich würde sagen: Lernen Sie öffentlich! Teilen Sie online, was Sie lernen und erleben, z.B. auf LinkedIn oder Twitter, je nachdem, wo Ihre Kunden sind. Ihre Kunden wollen wissen, wie Sie die Marke voranbringen, welche Features oder Produkte auf der Roadmap stehen.
Beim Thema E-Mail: Schreiben Sie personalisierte Mails, lassen Sie sie von Gründer oder CMO signieren. Geben Sie E-Mails ein Gesicht, an das man antworten kann, um Fragen zu stellen. Und scheuen Sie sich nicht, die Bindung zu Ihren Kunden zu stärken – das sind schnelle, einfache Gewinne für Sie.
Francois Marchand: Super. Sam, das war großartig. Wo kann man deine Arbeit verfolgen? Was gibt es Neues bei Drip und wie kann man dich erreichen?
Sam Thomas Davies: Ja klar. Wenn Ihnen das Gespräch gefallen hat, hören Sie in unseren Podcast „Beyond the Inbox“ von Drip rein. Einfach nach „Beyond the Inbox Podcast“ googeln oder auf drip.com/podcast gehen. Jede Woche spreche ich mit einem E-Commerce-Gründer oder Marketer über ihre Marketing-Strategien jenseits des E-Mail-Posteingangs. Viel Spaß!
Francois Marchand: Fantastisch. Ich hoffe, wir machen uns da nicht zu große Konkurrenz. Lass uns mehr gemeinsam für unsere Podcasts tun. Sam, es war wunderbar, dich hier zu haben.
Auch Ihnen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, vielen Dank, dass Sie diese Folge vom Ecomm Manager Podcast gehört haben. Ihre Unterstützung wissen wir sehr zu schätzen. Wenn Ihnen gefallen hat, was Sie heute gehört haben, freuen wir uns über eine Bewertung, einen Kommentar oder ein Feedback. Abonnieren Sie den Podcast, um immer zuerst über neue Folgen informiert zu werden.
Und bis zum nächsten Mal wünsche ich Ihnen alles Gute für Ihre E-Commerce-Reise. Bis bald.
