Wie man Chinas Lieferkette für globale E-Commerce-Unternehmen versteht

In dieser Folge spricht Gastgeber Francois Marchand mit Dayu Yang, CEO von EcommOps, über Best Practices für den Direktversand an Verbraucher:innen aus China und alles, was dazugehört – einschließlich kultureller Unterschiede, Risiken, Chancen, Qualitätskontrolle und vielem mehr.

Interview-Highlights

  • Dayus Hintergrund [1:26]
    • Startete in der Tech-Branche – arbeitete in einem Gaming-Studio in Vancouver.
    • Ging auf die Business School und arbeitete eine Zeit lang als Berater.
    • Gründete ein Smart-Toy-Unternehmen für Kinder namens Pillar Learning mit Codi – trat bei „Shark Tank” auf und ging mit einem Deal heraus.
    • Sie mussten lernen, wie man das Produkt verkauft, und so begann Dayus Reise im E-Commerce.
    • Zu diesem Zeitpunkt bemerkte er einen Boom im Dropshipping – er hörte zum ersten Mal davon.
    • Er entschied sich, eine eigene Dropshipping-Marke aus China zu starten. Einiges davon lief sehr gut. 
    • Beim Dropshipping muss man nicht ins Lagerbestand des Produkts investieren, aber man kommt auch nie direkt mit dem Produkt in Kontakt, und der Versand kann ziemlich unbeständig sein.
    • Er lernte, dass man das Konzept Dropshipping loslösen kann und einfach Waren aus China verschicken kann. So kann man von den Vorteilen des Versands aus China profitieren, ohne die Nachteile von Dropshipping, und viele Vorteile erzielen.
    • Dayu besitzt nun EcommOps und ist darauf spezialisiert, Marken beim Einsatz von Fulfillment-Centern in China zu unterstützen.
  • Was sind einige der wichtigsten Vorteile, wenn E-Commerce-Unternehmen Kundenbestellungen direkt aus China versenden, und wie wirken sich diese Vorteile auf ihre Abläufe aus? [4:43]
    • Mit Fulfillment aus China kann man Produkte schneller auf den Markt bringen, weil man das Produkt schneller erhält.
    • Internationaler E-Commerce – der Versand aus China in jedes andere Land der Welt ist viel günstiger als von den USA.
    • Dayu ergänzt einen schnellen Hinweis auf ein großartiges Beispiel eines riesigen Unternehmens, das den Direktversand aus China für sein Wachstum genutzt hat.
      • SHEIN kann direkt aus China versenden. Bei der Einführung neuer Produkte starten sie mit nur 50 Einheiten, da ihre Fabrik so nah am Fulfillment sitzt. Sie testen, und wenn das Produkt gut läuft, können sie sofort weltweit skalieren. So können sie schnell anhand der Daten iterieren.
      • Konkurrenten können mit dieser Flexibilität und Agilität nicht konkurrieren.
  • Wie navigieren E-Commerce-Unternehmen durch die komplexe Logistik beim Import von Waren aus China und welche gängigen Strategien setzen sie ein, um den Prozess zu optimieren?
    • Sprechen wir zuerst über die „Stolpersteine“:
      • Die meisten Dropshipper nutzten Versandlinien für Briefpost – das war ziemlich effizient, aber sehr unzuverlässig. Man startete mit der China Post, dann verschwand das Paket für eine Weile, und irgendwann kam es in den USA an. Es funktionierte irgendwie gut genug. Viele Unternehmen erkannten jedoch, dass hier eine hohe Nachfrage bestand und starteten ihre eigenen Kurierdienste.
      • Einer der größten Akteure auf dem Markt ist YUN Express.
      • Wie mindert man Risiken? Man muss seine Hausaufgaben machen. Heute gibt es hervorragende Fabriken, die potenziell besser sind als überall sonst auf der Welt. Der Schlüssel ist es, diese Fabriken zu finden und eine sorgfältige Prüfung vorzunehmen. Das Gleichgewicht zwischen Qualität, Preis und Produktionszeit finden.
      • Es wird immer Nachahmer geben. Wenn man die richtigen rechtlichen Schritte geht, kann man das vermeiden (IP-Schutz). 
      • Man sollte auf den Kund*innenlebenszeitwert (LTV) optimieren und nicht auf einzelne Verkäufe.

Der Schlüssel, um die eigene Lieferkette mit dieser Logistikkette erfolgreich zu optimieren, ist sicherzustellen, dass man genau versteht, welche Kurierversandlinien man tatsächlich nutzt.

Dayu Yang
  • Welche potenziellen Risiken bestehen für E-Commerce-Unternehmen bei der Zusammenarbeit mit Chinas Lieferkette, wie z. B. Qualitätskontrollprobleme oder Bedenken hinsichtlich des geistigen Eigentums, und wie können sie diese Risiken mindern? [18:47]
    • Der Trend geht tatsächlich in Richtung eines agileren Lieferkettenmanagements / „Just-in-Time“-Lagerplanung und wie die Möglichkeit, direkt aus China an Kunden zu versenden, dieses Ziel auf eine Weise unterstützt, die bisher noch nie erreicht wurde.
  • Welche Herausforderungen haben E-Commerce-Unternehmen bei der Zusammenarbeit mit Chinas Lieferketten, wie etwa Sprachbarrieren oder Fragen der behördlichen Compliance? [25:49]
    • Die chinesische Kultur ist sehr unterschiedlich. Häufig gibt es Kommunikationsprobleme nicht nur durch die Übersetzung oder Wortwahl, sondern auch wegen verschiedener Formen der Kommunikation.
    • Die chinesische Kommunikation ist tendenziell weniger direkt. Typischerweise sind Chinesinnen und Chinesen es gewohnt, zwischen den Zeilen zu lesen und erwarten, dass dies auch andere tun. Wenn man ernsthaft Geschäfte mit chinesischen Unternehmen machen will, ist es am besten, zunächst mit einer Vermittlungsagentur zusammenzuarbeiten, da diese eine Brücke zwischen beiden Kulturen schlagen kann.

Wenn Sie es mit einem Produkt ernst meinen, wenn Sie es mit einer Fabrik ernst meinen, gehen Sie den Extra-Schritt, um tatsächlich eine partnerschaftliche Denkweise mit Ihren Kunden zu entwickeln.

Dayu Yang
  • Dayus wichtigster Rat für E-Commerce-Manager und Unternehmen da draußen [41:55]
    • Vergessen Sie nicht, dass die Lieferkette die Hälfte Ihres Geschäfts ist. Marketing ist wichtig, aber sobald Sie an Fahrt gewinnen, wird die Lieferkette fast genauso wichtig, denn sie bestimmt die Erfahrung Ihrer Kundschaft. Je mehr Sie wachsen, desto mehr wird die Lieferkette zu einem immer größeren Bestandteil Ihres Geschäfts.

Lernen Sie unseren Gast kennen

Dayu verfügt über mehr als 10 Jahre Erfahrung in Geschäftsstrategie, Produktentwicklung und Lieferkettenmanagement entlang der gesamten DTC-Wertschöpfungskette. Seine Arbeit hat Millionen von Endkunden erreicht und Umsätze im neunstelligen Bereich unterstützt.

Er ist derzeit CEO von EcommOps, einem Anbieter von 3PL- und Supply-Chain-Management-Lösungen direkt aus China. Sein Team hilft DTC-Marken dabei, das Lagerrisiko zu reduzieren, die Agilität zu steigern und mit schnellen, kosteneffizienten Lieferungen aus China direkt an Endkunden Zugang zu internationalen Märkten zu erhalten.

Er hat einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften von der Stanford University und einen MBA von der Wharton Business School. Bevor er EcommOps gründete, war er Strategieberater bei der Boston Consulting Group für Fortune-500-Unternehmen. Er war in der TV-Show „Shark Tank“ auf ABC zu sehen, wo er einen Deal über $500k abschloss.

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Die erfolgreichsten Marken heutzutage sind die Marken, die ehrliche Beziehungen zu ihren Kundinnen und Kunden pflegen.

Dayu Yang

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